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Bundesliga

05.03.2016 - 23:10 Uhr


Thomas Müller: "Nah am Limit"

Thomas Müller über den Klassiker: "Wir hätten den Sieg vielleicht etwas mehr verdient gehabt"

Dortmund - Den Angriff auf die Spitze hat der FC Bayern München erst einmal abgewehrt, den Konkurrenten Borussia Dortmund mit dem 0:0 im Klassiker auf Distanz gehalten. Und das war gar nicht so einfach, gab Thomas Müller nach der Partie zu. Im Interview spricht der Nationalspieler über Druck und Selbstvertrauen, den Kampf um den Titel – und den Osterhasen.

Frage: Thomas Müller, war diese Leistung des FC Bayern die richtige Reaktion auf die Niederlage gegen Mainz?

Thomas Müller: Auf jeden Fall! Die Mannschaft ist ziemlich nah ans Limit gegangen. Wir haben sehr intensiv gespielt. Wir haben auch mit dem nötigen Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gespielt. Jeder wollte den Ball haben, wir hatten keine Angst. Wir haben ordentlich nach vorne gespielt, auch wenn es gegen eine Fünferkette nicht so einfach ist, sich klare Chancen herauszuspielen.

"Ich bin nicht für dieses Ergebnis nach Dortmund gefahren"

Frage: Wie zufrieden sind Sie am Ende mit dem Unentschieden im Klassiker?

Müller: Ich bin eigentlich nicht der Typ, der mit einem 0:0 zufrieden ist. Es ist akzeptabel und für unsere Situation okay. Trotzdem bin ich nicht für dieses Ergebnis nach Dortmund gefahren.

Frage: Aber der Angriff auf den Spitzenreiter FC Bayern ist erstmal wieder gestoppt?

Müller: Wir haben gezeigt, wozu wir im Stande sind. In Dortmund ist es nie leicht zu spielen, weder vor dieser Kulisse noch vor allem auch gegen diese Mannschaft. Aber wir haben gezeigt, was los ist. Sicher hat Dortmund in der ersten Halbzeit auch zwei Konterchancen gehabt. Aber bis auf die erste Viertelstunde, in der wir etwas ungeordnet waren, können wir sehr zufrieden sein. Nachdem wir unser Spiel etwas umgestellt haben, lief es ab dann ganz gut.

"Wir waren einen Tick besser"

Frage: Zu Beginn hatte Dortmund sogar mehr Ballbesitz, dann war es Mitte der ersten Halbzeit etwa ausgeglichen. Hat Sie das überrascht?

Müller: Man weiß ja, dass Dortmunds Spiel nicht nur auf Konter ausgelegt ist, sondern dass sie auch selbst Fußball spielen wollen. Daher hat es mich nicht überrascht. Und in der Anfangsphase haben wir wie gesagt beim Anlaufen etwas falsch gemacht, so dass bei den Dortmundern immer ein Spieler frei stand. Dann haben wir hinten auf eine Fünferkette umgestellt und es wurde deutlich besser.

Frage: Hätten Sie die Dortmunder noch aggressiver erwartet, um den Rückstand auf die Bayern weiter zu verkürzen?

Müller: Sie haben ja viel probiert. Aber sie haben eben nicht gegen Osterhasen gespielt, sondern gegen den FC Bayern in einer guten Verfassung. Aufgrund des Spielverlaufs hätten wir den Sieg am Ende vielleicht einen Tick mehr verdient. Aber es war ein intensives Spiel und da geht bei einem Unentschieden keiner heim und sagt, das war komplett ungerechtfertigt. Trotzdem finde ich, wir waren einen Tick besser.

Frage: War das jetzt schon der entscheidende Schritt auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft?

Müller: Es war ein Schritt auf dem Weg zum Titel. Die fünf Punkte sind geblieben, aber es ist noch ein langer Weg. So müssen wir die nächsten Spiele auch angehen. Dortmund hat in der Rückrunde noch kein Spiel verloren. Wir haben also in diesem Jahr einen ganz starken Gegner im Kampf um die Meisterschaft.

"Das bringt Druck auf den Kessel"

Frage: Hat es die Mannschaft eigentlich vor dem Spiel beschäftigt, dass der Vorsprung auf den BVB auf zwei Zähler hätte schrumpfen können?

Müller: Na klar! Wenn der Vorsprung ausgerechnet eine Partie vor dem Spitzenspiel schmilzt, dann bringt das nochmal mehr Druck auf den Kessel. Daher freut es mich, besonders, wie wir gespielt haben – eben ohne Angst, sondern selbstbewusst und aggressiv nach vorne. Wir haben uns von der Situation nicht einschüchtern lassen. Und das war auch genau die Reaktion, die ich erwartet habe. Das gibt mir mit Blick auf die nächsten Spiele auch das Vertrauen, dass wir das meistern werden. Aber es ist noch ein langer Weg.

Frage: Am Ende war der Klassiker auch ohne Tore Werbung für den deutschen Fußball?

Müller: Ich habe ja auf dem Platz gestanden und das Spiel nicht von außen gesehen. Aber es hat sich auf keinen Fall wie ein langweiliges 0:0 angefühlt.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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