Bundesliga

10.12.2016 - 19:50 Uhr


Thomas Müller: "Es hat mich nicht verrückt gemacht"

Thomas Müller darf nach 999 torlosen Minuten endlich wieder jubeln

München - Nach exakt 999 Minuten beendete Thomas Müller seine Torflaute. "Ich hoffe nicht, dass es bis zum nächsten Tor wieder so lange dauert", scherzte der 27-Jährige. Auch bei seinen Teamkollegen war die Erleichterung groß, nachdem der Stürmer des FC Bayern München beim deutlichen 5:0-Erfolg über den VfL Wolfsburg den Ball in der 76. Minute zum ersten Mal in dieser Saison im Tor versenkte.

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"Die ganze Mannschaft freut sich mit ihm, denn das war sehr wichtig für sein Selbstbewusstsein", sagte Bayerns Doppeltorschütze Robert Lewandowski. "Wir haben jetzt noch zwei Spiele und ich bin sicher, dass er noch mehr Tore schießen wird." Dass mit seinem ersten Saisontor nach zuvor zwölf torlosen Bundesligaspielen in Serie endlich der Knoten bei Müller geplatzt ist, wünscht sich auch Karl-Heinz Rummenigge. "Ich habe gestern mit ihm gewettet, dass er heute ein Tor macht", verriet der Vorstandsvorsitzende der Bayern nach der Partie. "Wahrscheinlich musste ich ihn ein bisschen reizen und motivieren."

Was es mit der Wette auf sich hatte und wie er selbst mit seiner Durststrecke umgegangen ist, erklärt Thomas Müller im Interview.

Frage: Thomas Müller, Glückwunsch zum Ende Ihrer Torflaute, die bei 999 Minuten endete. War das auch ein Signal an die Statistiker, dass es nicht vierstellig wurde?

Thomas Müller: Das ist natürlich eine schöne Sache. Dann kann ich demnächst ein bisschen lockerer hier vorbeimarschieren und mich den Fragen stellen. Es war ein schöner Moment für mich, allerdings kein weltbewegender. Mir hat die erste Halbzeit mehr gefallen, denn da war es wirklich ein intensives Spiel und wir haben phasenweise wirklich gut gespielt. Ich habe zwar das Tor gejagt, aber es hat mich nicht verrückt gemacht. Dementsprechend wird mir das für das nächste Spiel nichts bringen, denn da muss ich wieder aufs Neue versuchen, eins zu schießen.

"Ich hoffe nicht, dass es wieder so lange dauert"

Frage: Wie sehr sind Ihnen die Nachfragen auf den Zeiger gegangen?

Müller: Auf den Zeiger geht es einem eigentlich nur, wenn man mit seiner eigenen Leistung oder Aktionen, die vielleicht zu einem Tor hätten führen können, nicht zufrieden ist. Aber wenn ich ein gutes Spiel gemacht und alles gegeben habe, kann ich eigentlich ganz gut damit umgehen. Ich bin relativ geschmeidig damit umgegangen. Es ging darum, sich in eine gute Verfassung zu bringen, das auch zu zeigen und der Mannschaft zu helfen. Wenn ich jetzt schon die Durststrecke von 999 Minuten unterbunden habe, darf es natürlich auch weitergehen. Ich hoffe nicht, dass es bis zum nächsten Tor wieder so lange dauert.

Frage: War Ihr Torerfolg auch zum Teil das Resultat der Systemumstellung?

Müller: Da gibt es viel Interpretationsspielraum. Ich bin auch vor der Systemumstellung auf dieser Position im Strafraum aufgetaucht. Du brauchst auch manchmal einfach das Quäntchen Glück. Das war jetzt kein brillant-wunderschönes Tor, sondern auch ein bisschen erzwungen und glücklich, dass der Ball zu mir ging. So ist es im Fußball, wenn du viel versuchst, den Strafraum belagerst und Abschlüsse hast, dann gibt es immer mal wieder abgefälschte Bälle. Das ist nichts Ungewöhnliches. Mein Tor war keine überragende Einzelleistung.

"Ich habe gegen mich gesetzt"

Frage: Karl-Heinz Rummenigge hat von einer Wette erzählt, wie teuer wird es für Sie?

Müller: Ich habe meine Wettschuld beglichen und kann heute Abend ganz locker einschlafen. Es war schon ein bisschen komisch, weil ich gegen mich gesetzt habe. Aber mir blieb nichts anderes übrig, weil es sonst keine Wette gegeben hätte.

Frage: Wie haben Sie das Ergebnis aus Ingolstadt aufgenommen?

Müller: Zu Ingolstadt sage ich danke. Das hat uns natürlich geholfen. Wir können nur unsere eigenen Spiele kontrollieren. Aber es ist immer gut, wenn ein direkter Konkurrent, vor allem der vor einem, verliert.

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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