DFB-Pokal

20.04.2016 - 08:30 Uhr


Thomas Müller: "Ich bin der Mister Zuversicht"

Thomas Müller bringt die Bayern mit diesem Kopfball mit 1:0 in Führung

München - Es war der Abend des selbsternannten "Mister Zuversicht". Mit seinen beiden Toren zum 2:0-Sieg gegen Werder Bremen führte Thomas Müller den FC Bayern München zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren ins DFB-Pokalfinale nach Berlin. Bereits am Wochenende könnte der Rekordmeister dort gegen Hertha BSC auch die Meisterschaft perfekt machen, Müller wünscht sich dafür aber lieber einen anderen Ort. Im Interview spricht der 26-Jährige außerdem über die harte Arbeit gegen Werder und die Mentalitätsfrage in den wichtigen Wochen.

Frage: Thomas Müller, wie groß ist die Freude über den Einzug ins Pokalfinale?

Thomas Müller: Wir sind froh über dieses wunderschöne Erlebnis. Auch für unsere Fans ist das immer eine tolle Sache. Wenn man nach Berlin fährt, will man natürlich auch den Pott holen. Der Inhalt des Spiels war sicherlich nicht über 90 Minuten so, wie wir es uns vorstellen.

Frage: Der Sieg gegen Bremen war ein hartes Stück Arbeit…

Müller: Bremen hat es gut gemacht. Wir haben das Spiel der Bremer mit einer auffällig hohen Fehlerquote, die wir sonst so nicht an den Tag legen, auch ein bisschen unterstützt. Dadurch haben wir uns am Anfang der zweiten Halbzeit vor dem 2:0 das Leben selbst schwer gemacht. Insgesamt waren wir natürlich die bessere Mannschaft und hatten mehr vom Spiel. Aber nach dem 1:0 war es nicht das Spiel, das wir uns vorgestellt haben. Aber es ist nicht jeden Tag Weihnachten. Man muss auch solche Spiele annehmen und Charakter zeigen. Das haben wir gemacht, wir haben keinen Zweikampf gescheut. Für die nächsten Spiele wünschen wir uns etwas anderes.

Zum Liveblog der Partie FC Bayern gegen Werder Bremen zum Nachlesen

Frage: Wie sehr wünschen Sie sich, dass bereits im nächsten Spiel bei Hertha BSC die Meisterschaft entschieden wird?

Müller: Wenn wir es uns aussuchen und wünschen könnten, wollen wir natürlich vor unseren eigenen Fans Meister werden. Mir wäre es schon am Wochenende lieber, aber soweit gehen wir nicht. Das ist nicht unsere Denkweise, die kommt ein bisschen von außen. Sieben Punkte sind ein guter Vorsprung, aber wenn man sieht, was gerade in Spanien mit der vermeintlich besten Mannschaft der Welt passiert, dann muss man die Augen offen halten (Tabellenführer FC Barcelona holte in den vergangenen vier Ligaspielen nur einen Punkt und verspielte so einen Acht-Punkte-Vorsprung, d.Red.). Man darf sich nicht ablenken lassen. Wir haben wieder ein toughes Spiel am Samstag.

Frage: Inwieweit ist es in dieser Phase der Saison eine Frage der Motivation und Mentalität?

Müller: Es ist natürlich schwierig, alle drei Tage auf Topniveau zu sein. Das ist immer wieder ein Stück Arbeit. Wir haben schon seit ein paar Wochen die "ganz wichtigen Wochen" - die hören nicht auf. Man muss schon einiges dafür tun und auch der richtige Typ dafür sein. Bisher halten wir durch und ich hoffe, dass wir das auch durchziehen können. Und weil Dortmund immer noch dranbleibt, haben wir in der Bundesliga alle paar Tage ein kleines Finale, in dem es um wirklich viel geht (zur Tabelle). Es geht nicht immer alles leicht von der Hand, aber wir können mehr als zufrieden sein mit den letzten Wochen. Die Motivation passt, aber man kann nicht jeden Tag 100 Prozent erreichen. Daher müssen wir jetzt in Berlin wieder die Kräfte bündeln. Wenn wir jetzt jedes Mal mit einem umkämpften 2:0 nach Hause gehen, bin ich sehr zufrieden.

Frage: Durchziehen würden Sie es am liebsten bis zum Champions-League-Finale Ende Mai, oder?

Müller: So ist der Plan, aber es gibt keine Garantien. Wir stehen im Halbfinale und jeder Halbfinalist hat auch die Möglichkeit ins Finale einzuziehen. Ich bin ja grundsätzlich Mister Zuversicht, deswegen schaue ich auch zuversichtlich auf die nächsten Wochen.

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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