Bundesliga

07.05.2016 - 20:04 Uhr


Thomas Müller: "Es wurde uns nichts geschenkt"

Thomas Müller (r.): "Der vierte Titel in Folge ist nur der Beigeschmack. Es geht eher darum, dass wir in einem engen Spiel die Meisterschaft gewonnen haben."

"Es geht darum, in diesem Jahr eine wirklich "toughe" Meisterschaft gewonnen zu haben", so Müller, der hier mit Thiago feiert, weiter

"Die Dortmunder haben, glaube ich, selber gar nicht gewusst, wie nervig sie für uns waren", sagt Müller über die Konkurrenz

Ingolstadt - Die Ersatzspieler hatten sich bereits die T-Shirts mit dem Schriftzug "4Ever" übergestreift, als der erlösende Schlusspfiff ertönte. Bei den Spielern auf dem Rasen war die Erleichterung groß. Der letzte Schritt zur historischen vierten Meisterschaft in Folge war für den FC Bayern München noch mal ein hartes Stück Arbeit (Infografik: Der Weg zum vierten Titel in Folge). Thomas Müller zog nach dem 2:1-Sieg beim FC Ingolstadt Bilanz, sprach über die Bedeutung des Titels und die Rolle von Borussia Dortmund in dieser Saison.

Frage: Thomas Müller, "4Ever" stand auf den T-Shirts, wie fühlt sich der vierte Meistertitel in Folge an?

Thomas Müller: Der vierte Titel in Folge ist nur der Beigeschmack. Es geht eher darum, dass wir in einem engen Spiel die Meisterschaft gewonnen haben. Wir hatten uns heute noch mal einiges vorgenommen, weil wir auf keinen Fall am letzten Spieltag irgendwie unter Druck sein wollten. Deswegen war das ein kleines Finale für uns. Wir wussten, wenn wir gewinnen, dann haben wir das Ding und deswegen war die Freude auch dementsprechend. Als der Abpfiff erfolgt ist, wird einem erst einmal klar, wofür man das ganze Jahr seine Knochen hingehalten hat. Wenn die Rechnung aufgeht, ist das mehr als nur eine Genugtuung.

"Die knappste der letzten vier Meisterschaften"

Frage: Ist diese historische Leistung etwas Besonderes?

Müller: Im Nachgang schon, aber für das emotionale Gefühl ist das egal. Es geht darum, in diesem Jahr eine wirklich "toughe" Meisterschaft gewonnen zu haben. Es wurde uns nichts geschenkt. Dortmund hat mehr als dagegengehalten. Sie waren über weite Strecken sehr unangenehm.

Frage: War diese Meisterschaft die schwierigste von den vier?

Müller: Ja, ich denke schon. Es war die knappste. Wir waren am längsten unter Druck. Dortmund hat eine super Rückrunde gespielt. Wenn man das heutige Spiel wegnimmt, hatten sie kein Spiel verloren.

"Dortmund war schon sehr nervig"

Frage: Hatten Sie im Laufe der Saison Bedenken, dass es vielleicht nicht reichen könnte?

Müller: Es war realistisch, dass es reichen könnte. Wir waren immer mit einem guten Vorsprung ausgestattet. Dortmund war sehr nervig. Die Dortmunder haben, glaube ich, selber gar nicht gewusst, wie nervig sie für uns waren. Deswegen können wir schon stolz sein. Dieses Jahr haben wir wirklich viel investieren müssen. Jetzt haben wir den Lohn in der Hand.

Frage: Ist das ein kleiner Trost für das Aus in der Champions League am Dienstag?

Müller: Natürlich tut es gut. Es war extrem bitter am Dienstag. Aber wir müssen uns nicht dafür schämen. Im Nachhinein ist das Ausscheiden mit einer Leistung, die wir zeigen wollten und die wir auf den Platz gebracht haben, leichter gefallen. Aus verschiedensten Gründen hat es eben nicht sollen sein. Es hätte sich bitterer angefühlt, wenn wir schlecht gespielt hätten.

"Arbeiten an bester Busfahrt des Jahres"

Frage: Ministerpräsident Horst Seehofer war in der Kabine, was hat er gesagt?

Müller: Er hat uns gratuliert und freut sich natürlich, wenn eine bayerische Mannschaft Meister wird und wenn eine bayerische Mannschaft wie Ingolstadt in überragender Manier dringeblieben ist. Da würde ich mich auch freuen.

Frage: Wird das jetzt eine besonders schöne Busfahrt?

Müller: Ich weiß nicht, ob eine Busfahrt grundsätzlich etwas Schönes ist, aber wir arbeiten daran, dass es annähernd die beste Busfahrt dieses Jahres wird.

Frage: Haben Sie genug Bier dabei?

Müller: Ich denke, da sind wir schon ausgestattet.

Aus Ingolstadt berichtet Maximilian Lotz

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