Bundesliga

26.02.2017 - 10:40 Uhr


Stefan Bell: "Denkzettel hat uns gut getan"

Große Freude bei Stefan Bell und Teamkollege Levin Öztunali

Leverkusen - Nach sechs Auswärtsniederlagen in Folge hat der 1. FSV Mainz 05 völlig verdient mit 2:0 beim Champions-League-Achtelfinalisten Bayer 04 Leverkusen gewonnen (>>> Zum Matchcenter). Schon nach elf Minuten hatten die Rheinhessen für die Vorentscheidung gesorgt und den Vorsprung dann souverän nach Hause gespielt. Im Interview mit bundesliga.de spricht der Mainzer Kapitän Stefan Bell über die starke Vorstellung in der BayArena, sein Tor und die Pläne für Rosenmontag.

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bundesliga.de: Stefan Bell, Ihr Sportdirektor Rouwen Schröder hat Sie eben ausdrücklich gelobt. Sie haben eine starke Leistung geboten und ein Tor erzielt. Wie bewerten Sie das Spiel?

Stefan Bell: Ich bin sehr zufrieden. Wir haben wirklich über 94 Minuten superstark gespielt, wir waren sehr konzentriert und haben es auch geschafft, in der ersten Halbzeit eine Druckphase von Leverkusen zu überstehen. Aber ansonsten kann ich mich an keine gefährlichen Chancen von Bayer 04 aus dem Spiel heraus erinnern. Das haben wir gegen eine so offensivstarke Mannschaft sehr gut gemacht. Nach dieser Leistung werden wir nächste Woche im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg wieder extrem gefordert sein. Wir wollen die Vorstellung von heute bestätigen.

"Hatte gutes Timing und bin frei zum Kopfball gekommen"

bundesliga.de: Ist Mainz 05 so etwas wie der Entfesselungskünstler der Bundesliga? Immer wenn die Mannschaft unter Druck steht und in den Abstiegskampf zu geraten droht, liefert sie.

Bell: In den letzten zwei, drei Jahren war es immer eine extrem wichtige Eigenschaft von uns, dass wir immer dann, wenn es nach unten einmal enger wurde, auf den Punkt hochkonzentriert diese Leistungen abrufen und die wichtigen Spiele gewinnen konnten. Das müssen wir beibehalten. In Leverkusen haben wir in den letzten Jahren immer gut ausgesehen. Letztes Jahr haben wir 0:1 verloren, davor 0:0 gespielt und vor zwei Jahren 1:0 gewonnen. Es war uns bewusst, dass Leverkusen ein Gegner ist, der zu uns von der Spielweise her passt.

bundesliga.de: Haben Sie bei Ihrem Tor spekuliert?

Bell: Der Ball war perfekt gespielt. Mittlerweile ist es oft der Fall, dass man als defensive Mannschaft einen Spieler auf den ersten Pfosten im Raum stellt, der die Eckbälle, die zu tief kommen, abfängt. Der Königsweg ist, über diesen Spieler rüber zu spielen. Dann wird es sehr schwer, den Ball zu verteidigen. Genauso haben wir es gemacht. Ich hatte beim Einlaufen ein gutes Timing und bin dann sehr frei zum Kopfball gekommen.

"Mit weniger als 100 Prozent geht es nicht"

bundesliga.de: Was bedeutet der Erfolg nach der langen Niederlagenserie auswärts insgesamt?

Bell: Wir haben mal wieder ein gutes Gefühl nach einem Auswärtsspiel, souverän gespielt und gepunktet. Unsere Herausforderung besteht nun wie gesagt darin, diesen Sieg nächste Woche gegen Wolfsburg zu bestätigen. Wir müssen die Konzentration hoch halten. Wir können uns nicht erlauben, nur jedes zweites Spiel gut zu spielen.

Video: Bremer Befreiungsschlag in Mainz

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bundesliga.de: Im Spiel gegen den SV Werder Bremen ist das letzte Woche nach dem Sieg gegen den FC Augsburg nicht gelungen. Wie schwer war es, die Ruhe zu bewahren?

Bell: Wir haben intern kritische Worte gefunden und uns gegenseitig gefragt, was mit einigen los war und woran es gelegen hat. Es war ein Spiel, in dem acht oder neun Leute, die auf dem Feld gestanden haben, unter ihrer normalen Form gespielt haben. Vielleicht ist es aber auch ganz gut, ab und zu mal einen solchen Denkzettel zu bekommen und zu erkennen, dass wir Mainz 05 sind und in jedem Spiel über 90 Minuten 100 Prozent Einsatz bringen müssen. Mit weniger geht es nicht.

"Kommenden Gegner nicht auf Tabellenplatz reduzieren"

bundesliga.de: Wie feiert die Mannschaft jetzt den Rosenmontag?

Bell: Wir müssen das noch besprechen. Geplant war, dass die Spieler, die Lust haben, auf dem Wagen am Umzug teilnehmen können. Ich habe jedenfalls Lust. Das gehört dazu. Ab Dienstag geht dann die Vorbereitung auf das nächste Spiel los.

bundesliga.de: Dann gibt es auch ein Wiedersehen mit Yunus Malli, der im Winter nach Wolfsburg gewechselt ist. Wie sehr freuen Sie sich darauf?

Bell: Wir freuen uns sicher mehr, dass er wiederkommt, als er. Er weiß, was in Mainz auf ihn zukommt. Wolfsburg ist in einer schwierigen Situation. Sie haben sich das komplett anders vorgestellt und im Winter noch einmal nachgelegt. Im Moment holen sie nicht die Ergebnisse, die sie brauchen. Aber für uns ist das nicht relevant. Wir müssen gucken, dass wir den Gegner nicht auf den Tabellenplatz reduzieren.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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