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Bundesliga

03.02.2016 - 09:16 Uhr


Serdar Tasci beim FCB: Hoffen auf den Karriere-Turbo

Zuletzt war Serdar Tasci (l.) in Russland für Spartak Moskau im Einsatz

Künftig Kollegen: Hier geht Tasci (r.) im Trikot des VfB Stuttgart gegen Franck Ribery von FC Bayern zum Ball

Köln - Immerhin Süddeutschland mag man fast schon sagen. Etwa zwei Stunden ist er auf der Autobahn A8 unterwegs, dann wäre er wieder in heimischen schwäbischen Gefilden. In Esslingen am Neckar geboren spielte Serdar Tasci insgesamt 14 Jahre für den VfB Stuttgart, nachdem er in der Jugend seine fußballerische Ausbildung bei den Stuttgarter Kickers genossen hatte. Nun ist Tasci also mit 28, für einige völlig überraschend, beim großen FC Bayern München gelandet (zur Meldung). Ein Schritt, der für Tasci Sinn ergibt. Denn in München könnte seine zuletzt stockende Karriere noch einmal richtig Fahrt aufnehmen.

Es war im Jahr 2013, als sich der in Stuttgart aufgrund seiner ruhigen Art immer beliebte Tasci zu einem Wechsel nach Russland zu Spartak Moskau entschloss. Bis dahin erlebte er einen steilen Aufstieg:

Aufstieg beim VfB - Stagnation in Russland

Gleich in seiner ersten Saison 2006/07 mit dem roten Brustring holte Tasci mit dem VfB die Deutsche Meisterschaft. In einer für alle VfB-Fans unvergesslichen Spielzeit spielte er 26 Mal und erzielte zwei Treffer. Dabei agierte er souverän, überzeugte mit seinen fairen Tacklings und einer technisch hoch veranlagten Spieleröffnung.

In den kommenden Jahren entwickelte sich Tasci zum unumstrittenen Führungsspieler und war in Stuttgart auch bei den Journalisten stets gefragt als kompetenter, reflektierter und rhetorisch gewandter Ansprechpartner. Auch wenn der Erfolg des Meisterjahres sich nicht wiederholte, im Stuttgarter Mannschaftsgefüge hatte Tasci aber immer seinen festen Platz. 2012 wurde er vom damaligen Trainer Bruno Labbadia zum Kapitän ernannt, der Beweis dafür, dass sich Tasci in Stuttgart Leader-Qualitäten erarbeitet hatte. Diese wird er bei den Bayern, wo er in den kommenden Wochen die verletzten Jerome Boateng und Javi Martinez ersetzen soll, wohl vorerst nicht benötigen. Funktionieren aber muss er dennoch - und das auf Weltklasse-Niveau.

Ob er das wirklich leisten kann, steht in den Sternen. Tascis Zeit in Russland jedenfalls war nicht außerordentlich erfolgreich. Nach seinem Wechsel zu Spartak plagte sich Tasci mit einer hartnäckigen Meniskusverletzung herum, die er sich am ersten Bundesliga-Spieltag 2013/14 zugezogen hatte. Tasci entschied sich damals für eine konservative Behandlung, die sich allerdings als langwierig und letztlich nicht erfolgreich herausstellte. Er wurde operiert, sein Start in Russland war verpatzt. Aber auch in den Jahren danach gelang nicht der erhoffte große Erfolg, vom Meistertitel war Spartak in allen Spielzeiten deutlich entfernt.

Erster Prüfstein: Chicharito stoppen

In Stuttgart aber blieb Tasci stets ein großer Name. Als die Medien erst vor Kurzem über eine potenzielle Rückhol-Aktion des VfB spekulierten, war die Reaktion der Fans fast durchweg positiv. "Nichts wie her mit ihm. Ich fände es prima, wenn er wieder für Stuttgart spielen würde", kommentierte eine Leserin der "Stuttgart Zeitung". Ein anderer schrieb: "Wo darf ich ihn abholen? Wäre gleich unterwegs!" Tasci ist und bleibt ein "Stuttgarter Jung".

Nun aber Bayern. Tasci hofft auf den Karriere-Turbo. Zweifel allerdings bleiben. Auch wenn Tasci 14 Länderspiele für Deutschland absolvierte sowie Champions- und Europa-League-Erfahrung besitzt, ist unklar, ob er das Niveau der Bayern halten kann. Als "ruhig und abgeklärt" hatte Bundestrainer  Joachim Löw den Debütanten aus dem August 2008 einmal bezeichnet, dazu seine "Spielauflösung nach vorne mit langen Pässen" gelobt.

Der Druck auf Tasci allerdings wird groß sein. Nicht weniger als drei Titel sind das große Ziel an der Isar, der Ex-Stuttgarter weiß das: "Auch dieses Jahr gibt es drei Titel zu holen, und ich hoffe, dass ich mit meiner Qualität der Mannschaft weiterhelfen kann", sagte der 28-Jährige bei seiner Vorstellung am Dienstag. Man wird sehen – schon am Samstag in Leverkusen wartet wohl die erste Herkulesaufgabe. Die da heißt: Den mexikanischen Torjäger Chicharito stoppen.

Von Jens Fischer

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