EM 2016

19.06.2016 - 13:59 Uhr


Schweiz mit Selbstvertrauen aus der Bundesliga

Leader Granit Xhaka (l.) und Torschütze Admir Mehmedi (r.) sind Leistungsträger bei der Schweiz

Lille - Granit Xhaka ist derzeit so etwas wie der Spieler dieser Europameisterschaft. Nach dem 1:0-Sieg gegen Albanien und dem 1:1 gegen Rumänien wurde der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach, der nach der EM zum FC Arsenal nach London wechselt, von den Experten der UEFA jeweils zum "Man oft he match" gewählt - also zum Spieler des Spiels. Diese persönlichen Auszeichnungen aber sind für den 23 Jahre jungen Leader der Gladbacher und der Schweizer "Nati" eher nachrangig. Er will mit seinem Land das "Überraschungsteam der EM" werden.

Die Ausgangslage vor dem abschließenden Duell der Gruppe A gegen Gastgeber Frankreich diesen Sonntag in Lille (Anpfiff: 21 Uhr) ist klar: Wer dieses Spiel gewinnt, ist Gruppensieger, aber auch bei einer Niederlage wären die Schweizer wohl für das Achtelfinale qualifiziert. Xhaka sagt vor dem "großen Spiel, auf das wir uns freuen": Klar, sei Frankreich der Favorit, nicht nur auf den Gruppensieg, sondern auch auf den Titel. Aber Angst kennt der Antreiber der Schweizer "Nati" nicht, er sagt: "Wenn man so ein großes Team ärgert, dann kann das schon etwas für uns bewirken."

Bundesliga-Spieler als Grundgerüst

Neun aktuelle oder ehemalige Bundesligaspieler standen gegen Rumänien in der Schweizer Startelf. Der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic betont oft, dass sich die Spieler aus Deutschland jede Woche in einer starken Liga weiterentwickeln. Petkovic besuchte in der abgelaufenen Saison immer wieder seine Spieler in Deutschland, war bei vielen Spielen in der Bundesliga vor Ort, und verschaffte sich so einen Überblick über den Leistungsstand seiner Ausgewählten.

Zum Artikel: Das Schlüselduell Kingsley Coman vs. Ricardo Rodriguez

Die "Nati" der Eidgenossen profitiert auch bei dieser EM von den Bundesligaspielern. Xhaka, den vor dem Turnierstart eine Erkältung nervte, kann zwar besser spielen, spielt aber dennoch gut genug, um zwei Mal als bester Spieler des Spiels ausgezeichnet zu werden. Der Hoffenheimer Innenverteidiger Fabian Schär erzielte den Siegtreffer gegen Albanien, Torwart Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach ist bisher einer der auffälligsten Ballfänger des Turniers (Petkovic: "Wie stark er ist, zeigt er jede Woche in Deutschland, nun auch in Europa"), Innenverteidiger Johan Djourou vom Hamburger SV steigerte sich gegen Rumänien, Ricardo Rodriguez vom VfL Wolfsburg ist einer der besten Linksverteidiger Europas und Offensivkraft Admir Mehmedi von Bayer Leverkusen erzielte den Ausgleichstreffer gegen Rumänien mit einem tollen Linksschuss aus halblinker Position in den rechten, oberen Torwinkel.

Mehmedi erzählte, dass er nach dem Spiel und seinem Treffer in der Kabine direkt über hundert Glückwunsch-SMS bekommen habe. Trainer Petkovic lobte den Torschützen, der ein gutes Spiel gegen Rumänien machte: "Admir hat nun in den letzten vier Spielen zwei Mal getroffen. Das ist schön und wichtig für ihn. Er hat sich das verdient."

Lobende Worte für Seferovic

Es spricht für Mehmedi, dass er im Erfolg auch lobende Worte für seinen Kollegen Haris Seferovic hatte. Mittelstürmer Seferovic, der bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag steht, hatte wie schon beim Auftaktsieg gegen Albanien auch gegen Rumänien einige klare Chancen vergeben. Mehmedi sagt:  "Es tut mir für Haris unheimlich leid. Er macht so viel für die Mannschaft und sehr vieles richtig, aber am Ende geht der Ball nicht rein. Das ist natürlich ärgerlich."

Aber Mehmedi denkt jetzt positiv und ist vor dem Spiel gegen Frankreich optimistisch, er sagt: "Wir müssten eigentlich sechs Punkte haben, aber es sind nur vier. Jetzt müssen wir halt gegen Frankreich alles klar machen." Selbstvertrauen haben sie die Schweizer Nationalspieler aus der Bundesliga.

Tobias Schächter

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