Champions League

28.09.2016 - 09:03 Uhr


Andre Schürrle: "Wir haben eine geile Mentalität!"

André Schürrle, das war ein starker Auftritt und ein irres Spiel gegen den Titelverteidiger. Wie haben Sie es erlebt?

André Schürrle: Es war ein sehr emotionales Spiel, gerade am Ende. Wenn du so kurz vor Schluss ein Tor schießt gegen einen solchen Gegner und damit einen Punkt rettest, dann ist es schon ein gutes Gefühl. Wir hatten uns eigentlich einen Sieg fest vorgenommen. Ein Punkt ist am Ende gut, weil wir im Rückstand waren. Aber im Spiel gab es einige Möglichkeiten, die wir besser hätten nutzen können.

Für Sie selbst war es nach der Verletzungspause ein Comeback nach Maß.

Schürrle: Ich habe mich in den letzten zwei, drei Tagen im Training schon sehr gut gefühlt. Es ist natürlich ein tolles Gefühl, so zurückzukommen und der Mannschaft so helfen zu können. Wir hatten es mehr als verdient, diesen Punkt zu holen. Für mich persönlich ist es ein Top-Gefühl.

Sie haben schon vor Ihrem Gewaltschuss zum Ausgleich gehumpelt. Droht eine erneute Pause?

Schürrle: Meine Knieverletzung ist wieder ein bisschen aufgebrochen. Ich hoffe, dass es dieses Mal etwas schneller geht, dass ich fit werde. Der Doc wird sich das am Donnerstag nochmal anschauen. Ich hatte im Spiel schon Schmerzen, aber wir konnten nicht mehr wechseln. Also musste ich da durch.

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Der BVB hat die Partie vor allem in der ersten Halbzeit teilweise dominiert, hatte zur Pause 63 Prozent Ballbesitz.

Schürrle: Wir waren mutig, das ist das Wichtigste. Wir hatten uns vorgenommen, mutig hinten heraus zu spielen. Wir haben den Ball laufen lassen, haben uns immer wieder in den Halbräumen gezeigt. In der einen oder anderen Situation haben wir den Laufweg ein wenig vermissen lassen, um wirklich gefährlich zu werden. Aber wir haben guten Fußball gespielt. Wir haben Real Madrid teilweise hinten reingedrückt. Genau das war unser Ziel und darauf können wir aufbauen.

Und das, obwohl Madrid sogar giftiger wirkte als in den letzten Spielen.

Schürrle: Darauf hatten wir uns eingestellt. Champions League, vor einer solchen Kulisse, in so einem geilen Stadion, gegen einen guten Gegner wie uns – da strafft sich jeder. Da versucht jeder an seine Bestleistung heran zu kommen. Das hat man bei Real gesehen. Sie haben mehr in die Waagschale geworfen als in den letzten Wochen.

War diese Partie auch der Beweis, dass der BVB international mit den Top-Mannschaften mithalten kann?

Schürrle: Das war auch unser Ziel, das zu zeigen. Wir haben vorher besprochen, dass mit Real ein Gegner auf allerhöchstem Niveau in Europa auf uns zukommt. Und dass wir cool bleiben müssen, mutig sein müssen und unseren Stiefel herunterspielen. Genau das haben wir gemacht. Wenn ich sehe, wie ein Julian Weigl gegen Benzema und James Rodriguez aufdreht und die Bälle durchknallt, das ist geil. Genau das brauchen unsere jungen Spieler, um auf diesem Niveau Erfahrung zu sammeln. Viele junge Spieler sind auf diesem Niveau zum ersten Mal getestet worden. Solche Spiele bringen die ganze Mannschaft weiter und helfen enorm. Schließlich sind wir immer noch in der Entwicklungsphase.

"Haben das Unentschieden in der Kabine nicht abgefeiert"

Gibt dieser Punkt gegen Madrid auch noch einmal einen Schub für die nächsten Aufgaben?

Schürrle: Es ist nicht so, dass wir dieses Unentschieden unglaublich abgefeiert haben in der Kabine. Wir haben nach dem Spiel in der Kabine gesessen und waren uns nicht sicher, ob nicht auch mehr drin gewesen wäre für uns. Wir haben überlegt, was wir hätten besser machen können. Das ist eine geile Mentalität und das macht Spaß. Wir haben alle Bock und da kann noch ganz viel kommen.

Am Samstag geht es in der Bundesliga zu Bayer Leverkusen. Was steht mit Blick auf dieses Duell jetzt an?

Schürrle: Wir müssen vor allem regenerieren. Es sind im Moment anstrengende Wochen für uns alle. Da kann man so viel im Training gar nicht erarbeiten. Wir werden uns sicher noch einiges an Videomaterial anschauen und gut vorbereiten. Und dann versuchen wir auch in Leverkusen, unseren Fußball durchzuziehen und gefährlich nach vorne zu spielen. Das hat in den letzten Wochen sehr gut geklappt. Behalten wir unsere Prinzipien bei, können wir auch so erfolgreich bleiben wie zuletzt.

 

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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