Bundesliga

29.04.2017 - 10:39 Uhr


Schöpf und Burgstaller: S04 mit voller Ösi-Power

Allesandro Schöpf (l:) und Guido Burgstaller (M.) waren an jedem der vier Treffer gegen Leverkusen direkt beteiligt.

Leverkusen - Auf seine Österreicher kann sich der FC Schalke 04 verlassen. Beim 4:1-Auswärtssieg bei Bayer 04 Leverkusen boten Alessandro Schöpf und Guido Burgstaller überragende Leistungen. Sie waren an allen vier Schalker Toren maßgeblich beteiligt und lassen die Königsblauen doch noch von einem Happy End einer schweren Saison träumen.

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Mit nun 41 Punkten auf dem Konto kann Schalke die letzten drei Spieler beruhigt angehen. Der Klassenerhalt ist endgültig in trockenen Tüchern, in den verbleibenden drei Partien können die Knappen noch einmal die fast schon weggeschlossene Akte Europa League auf Wiedervorlage bringen.

Sollte die Elf von Markus Weinzierl auch die letzten drei Aufgaben (beim SC Freiburg, zuhause gegen den Hamburger SV und beim FC Ingolstadt) ähnlich konzentriert und erfolgreich bestreiten wie in Leverkusen, ist die Qualifikation noch möglich. 50 Punkte würden vermutlich für mindestens Platz sieben reichen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. "Wir werden jetzt nicht in Euphorie verfallen", trat Schalkes Sportdirektor Christian Heidel nach dem Triumph in der BayArena auf die Spaßbremse.

"Brutale Effizienz"

In Leverkusen zeichnete sich Schalke durch eine "brutale Effizienz" (Heidel) aus. In den ersten zwanzig Minuten war jeder Schalker Schuss ein Treffer. Und immer hatte ein Österreicher seine Füße mit im Spiel. Das 1:0 erzielte Guido Burgstaller auf schöne Vorarbeit von Leon Goretzka. Beim 2:0 servierte sein Landsmann Alessandro Schöpf seinem Kapitän Benedikt Höwedes einen perfekten Eckball maßgeschneidert auf den Kopf.

Das 3:0 erzielte Schöpf nach einem heillosen Durcheinander im Sechzehner der Werkself dann selbst. Und das Match-entscheidende 4:0 war dann abschließend eine österreichische Koproduktion. Freistoß Schöpf, Volleyabnahme Burgstaller. Damit haben die beiden Kicker aus der Alpenrepublik auch die Führung in der vereinsinternen Torjägerliste übernommen. Burgstaller, der erst in der Winterpause vom 1. FC Nürnberg zu S04 stieß, liegt bei acht Treffern, Schöpf folgt ihm mit sechs. Die Mitspieler staunen.

Burgstaller: "Etwas unorthodox"

"Manchmal weiß Guido wohl selber nicht, wie er immer durchkommt", lachte Leon Goretzka. Er kannte den besten Torjäger der Hinrunde der 2. Bundesliga gar nicht richtig und erkundigte sich nach Burgstallers Wechsel zu Schalke bei Alessandro Schöpf. Der flüsterte ihm, dass der Landsmann "etwas unorthodox" spiele, es am Ende aber immer klappe. "Er arbeitet sehr viel für die Mannschaft", hat Goretzka inzwischen auch selbst erkannt. "Wir freuen uns alle, dass er sich mit Toren auch selbst belohnt."

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Auf den Torjäger angesprochen gab es sogar von Christian Heidel ein Sonderlob. "Guido Burgstaller hat es sich heute verdient, ein bisschen herausgehoben zu werden", sagte der Schalke-Macher. "Wenn man seine Tore aus der Bundesliga und der 2. Liga zusammenzählt, ist er auf den Spuren von Pierre-Emerick Aubameyang, Anthony Modeste und Robert Lewandowski. Es kann ja keiner sagen, ob er die Tore in der Vorrunde nicht auch für uns gemacht hätte."

22 Meisterschaftstore 2016/17 für Burgstaller

22 Meisterschaftstore hat Guido Burgstaller Liga-übergreifend erzielt, die Quote ist absolut top. "Mir war natürlich nicht klar, dass ich in der Rückrunde gleich acht Tore schießen würde", freute sich Burgstaller am Vorabend seines 28. Geburtstags über seine bisherige Ausbeute. "Ich mache nicht viel anders als vorher in Nürnberg. Aber du lernst in der Bundesliga dazu. Wenn du mit guten Spielern trainierst, wirst du auch immer besser. Und Alessandro Schöpf hat die Standards auch perfekt getreten."

Sein fünf Jahre jüngerer Landsmann kam in Leverkusen durch den Ausfall von Max Meyer eher unverhofft zum Einsatz. "Ich habe erst gesehen, dass ich spiele, als ich die Aufstellung gesehen habe", sagte Schöpf nach dem Abpfiff. "So viele Scorerpunkte habe ich noch in keinem Bundesliga-Spiel gemacht." Dank der drei Punkte in Leverkusen haben sich die Schalker nun wieder auf die Liste der Kandidaten fürs internationale Geschäft gesetzt. "Wir versuchen in den letzten drei Spielen alles, was in unserer Macht steht, um noch in den internationalen Bereich zu kommen", versprach der Österreicher. Nun hat Schalke wieder alle Chancen.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski

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