Bundesliga

28.02.2016 - 11:47 Uhr


Sandro Wagner: "Der Elfer war cool geschossen, oder?"

Bremen - In 85 Bundesliga-Spielen für Bayern München, den 1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen und Hertha BSC gelangen Sandro Wagner gerade mal sieben Treffer. Das Prädikat Stürmer verdient sich der mittlerweile 28 Jahre alte U-21-Europameister von 2009 in der aktuellen Spielzeit bei Aufsteiger Darmstadt.

Der auffällig lässig getretene Elfmeter zum psychologisch wichtigen 1:1 vor der Pause, war bereits der neunte Saisontreffer für Wagner. Fünf davon erzielte er im den sechs Rückrundenspielen. Kein Wunder, dass Wagner vor Selbstvertrauen nur so strotzt. "War doch cool geschossen", freute sich der Es-Bremer über seinen Geniestreich vom Punkt.

Frage: Herr Wagner, 2:2 bei Ihrem Ex-Klub Werder Bremen. Wie haben Sie die Partie gesehen?

Sandro Wagner: Es waren zwei völlig verschiedene Halbzeiten. In der ersten hatten wir die klareren Chancen, hätten ein, zwei Tore vorn liegen können bevor Werder aus dem Nichts in Führung ging. In der zweiten Hälfte war es genau umgekehrt. Da hat Werder enormen Druck gemacht und hatte mehrere gute Chancen, in Führung zu gehen. Da hat Christian Mathenia uns am Leben gehalten.

Frage: Auffällig war, dass Darmstadt Werder 30 Minuten vom eigenen Tor fernhalten konnte, bevor die Bremer ihre erste Torchance hatten. War das der Matchplan von Trainer Dirk Schuster, oder waren Sie überrascht, wie tief Werder als Heimmanschaft stand?

"Man hat gespürt, welcher Druck auf Werder lastet"

Wagner: Nein, geplant war das nicht. Aber man hat gespürt, dass auf Werder ein enormer Druck lastet. Und wir haben gut dagegengehalten und vor allem defensiv sehr gut gestanden und nichts zugelassen. Und wir hatten zwei gute Chancen durch mich und Jerome Gondorf, in Führung zu gehen. Aber das Unentschieden geht in Ordnung.

Frage: In die Bremer Drangperiode hinein die überraschende 2:1-Führung für Darmstadt sieben Minuten vor Spielende - und dann kurz vor Abpfiff noch den Ausgleich kassiert. Also nicht doch eher zwei verschenkte Punkte gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf?

Wagner: Auch wenn wir das Gegentor spät bekommen haben, glaube ich nicht, dass wir zwei Punkte verloren haben. Klar hätten wir gerne gewonnen, aber wir dürfen nicht so vermessen sein, dass wir jedes mal drei Punkte mitnehmen. Wir sind Darmstadt 98 und legen Demut an den Tag. Wie gesagt, ich glaube, das Unentschieden geht in Ordnung. Wir nehmen den Punkt gerne mit. Wichtig ist, dass wir Bremen auf Abstand gehalten haben. Werder liegt weiter vier Punkte hinter uns.

Frage: Sie sind vor Ihrem Elfmeter gefoult worden. Normal heißt es, der Gefoulte soll nicht selber schießen, und Sie schieben den Ball schon beinah lässig ein. Ein Beweis für Ihr großes Selbstbewusstsein in dieser Saison?

Wagner (grinsend): War doch cool geschossen, oder? Es läuft bei mir diese Saison, aber beim Elfmeter war schon ein bisschen Druck da. Ich hab' mich erinnert, dass ich schon mal für Bremen einen Elfmeter so geschossen habe. Auch da habe ich lange gewartet, um zu sehen, was der Torwart so macht. Damals (19. März 2011 beim 3:1 in Nürnberg; die Red.) waren Claudio Pizarro und Lutscher (Torsten Frings, heute Co-Tainer bei Werder; die Red.) auch dabei.

Frage: Aber an Ihren letzten Strafstoß im Oktober gegen Mainz haben Sie nicht gedacht, als sie in der Nachspielzeit den Ball in den Nachthimmel schossen und die Partie 2:3 verloren ging?

Wagner: Nein, überhaupt nicht. Den hab' ich schon lange verdrängt. So etwas gehört zum Fußball dazu. Da darf man nicht lange drüber nachdenken.

Frage: War es heute etwas Besonderes, gegen Ihren Ex-Klub zu spielen?

Wagner: Nein, dafür ist es zu lange her. Für mich war das ein ganz normales Bundesliga-Spiel wie jedes andere auch.

Frage: Was bedeutet der Punktgewinn mit Blick auf die ausstehenden elf Spiele gegen den Abstieg?

Wagner: Wie schon gesagt, wir bleiben weiter vier Punkte vor Werder. Das nehmen wir jetzt mit, und dann schauen wir mal, was am Mittwoch gegen Dortmund zu holen ist.

Aus Bremen berichtet Jürgen Blöhs

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