Champions League

08.12.2016 - 08:39 Uhr


Roman Weidenfeller: "Noch einmal im Nou Camp spielen"

Gegen Real Madrid in absoluter Bestform: Roman Weidenfeller

Madrid - Je oller, je doller – diese altbekannte Floskel traf am Mittwochabend auf Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller zu. Der 36-Jährige musste beim 2:2 in der Champions League bei Real Madrid zwar zweimal hinter sich greifen, doch mit einigen starken Paraden gegen Ronaldo und Co. trug er maßgeblich dazu bei, dass der BVB als Erster die Gruppe abgeschlossen hat. Im Interview spricht Weidenfeller über seine aktuelle Form und welchen Traum er sich gerne noch einmal erfüllen möchte.

Frage: Herr Weidenfeller man sieht Ihnen ihre Freude richtig an. War das heute eines Ihrer besten Spiele im Trikot des BVB?

Roman Weidenfeller: Das weiß ich nicht. Allerdings habe ich mich unglaublich wohlgefühlt. Erstens hier in diesem Stadion und auch mit meiner Mannschaft. Wir haben von der ersten Minute an versucht, richtig gut zu verteidigen, auch wenn es uns über 90 Minuten nicht komplett geglückt ist. Ich hatte auf dem Platz einfach ein besseres Gefühl, als noch in den vergangenen Partien.

Frage: Beim torreichen 8:4 gegen Warschau vor zwei Wochen im Signal-Iduna-Park waren Sie wegen der vier Gegentore der Einzige, der sich nicht über den Sieg freuen konnte. War das Spiel im Bernabeu für Sie auch wegen Ihrer starken Leistung eine besondere Genugtuung?

Weidenfeller: Im Spiel gegen Warschau haben sich alle gefreut, nur ich nicht, das ist richtig. Dieses Spiel war nicht zufriedenstellend, das muss ich wirklich sagen. Deshalb ist es auch so erfreulich, dass wir hier in Bernabeu so mannschaftlich geschlossen aufgetreten sind.

Frage: Waren Sie besonders motiviert, weil es im Bernabeu gegen Real Madrid ging oder waren Sie eher angespannt?

Weidenfeller: Für mich ist so ein Spiel eine besondere Herausforderung. Ich muss ehrlich sagen, ich habe auch vor solchen Spielen kein Lampenfieber, sondern freue mich auf diese Partien und die Atmosphäre im Besonderen. Auf solche Duelle gegen die besten Teams der Welt arbeitet man seine gesamte Karriere hin. Deshalb habe ich es auch sehr genossen im Bernabeu auf dem Feld zu stehen.

Frage: Die Nummer eins des BVB, Roman Bürki, fällt seit einigen Wochen verletzt aus. Jetzt stehen Sie erst einmal wieder im Tor. Wie fühlt es sich an wieder den Kasten des BVBs hüten zu dürfen? Ans Aufhören können Sie jetzt ja noch nicht denken?

Weidenfeller: Man kann sagen, dass diese Spiele mein persönliches Weihnachtsgeschenk sind. Heute habe ich mich dann auch noch vielleicht selbst beschenkt. Jeder, der mich kennt, weiß wie gerne ich Fußball spiele, egal ob in der Bundesliga und in der Champions League. Mir macht das einfach immer noch eine Menge Spaß für Borussia Dortmund zu spielen. Ich komme auch sehr gut mit der jüngeren Spielergeneration zurecht und kann mich sehr gut anpassen, deshalb läuft es auch sehr gut momentan.

Frage: Sie sind 36 Jahre alt und eigentlich nur noch die Nummer zwei in Dortmund. Können Sie solche Spiele wie am Mittwoch im Bernabeu jetzt noch ganz anders wertschätzen, weil Sie nicht mehr regelmäßig im Tor stehen?

Weidenfeller: Ja, das muss man ehrlich sagen. Wenn man den größten Teil seiner Karriere schon hinter sich hat, dann weiß man auch wie schön diese speziellen Momente sind und dass man sie genießen muss. Mein größter Wunsch wäre es, einmal noch im Nou Camp zu spielen.

Frage: Dann hätten Sie aber verlieren müssen, so ist ein Duell im Achtelfinale nicht möglich. Sowohl der BVB als auch Barcelona sind Gruppenerster geworden.

Weidenfeller: Ja, für mich ist das vielleicht der einzige Makel heute (lacht).

Frage: Warum steht das Nou Camp bei Ihnen so hoch im Kurs?

Weidenfeller: Ich war mal mit einer Jugendmannschaften im Nou Camp und es wäre für mich ein toller Moment noch einmal die Möglichkeit zu bekommen dort zu spielen oder jedenfalls dabei zu sein.

Frage: Ein Halbfinale gegen Messi und Co wäre doch schön?

Weidenfeller: Warten wir es ab. Es ist ja kein Wunschkonzert. Wir sind auf alles vorbereitet und fokussiert, wir wissen, dass wir weiter an uns arbeiten müssen und in vielen Situationen hat man gesehen, dass noch nicht alles rund lief, aber wir haben eine junge Mannschaft und können uns noch verbessern.

Aus Madrid berichtet Alexander Barklage

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