DFB-Pokal

09.02.2017 - 09:15 Uhr


Roman Bürki: "Wir müssen den Trend jetzt fortsetzen"

Roman Bürki zeigte gegen Hertha Qualitäten als Elfmeterkiller

Dortmund - Wieder hat sich Borussia Dortmund mit einem Elfmeter-Krimi im DFB-Pokal in die nächste Runde gerettet. Für Torhüter Roman Bürki gab es nach dem 4:3-Erfolg über Hertha BSC ein Sonderlob von Thomas Tuchel: "Er war bei jedem Elfmeter, der aufs Tor ging, dran."

In der letzten Pokalrunde hatte Roman Weidenfeller gegen Union Berlin zwei Elfmeter gehalten, dieses Mal im Achtelfinale war die Heldenrolle am Ende Bürki zugedacht. Im Interview verrät der Keeper, warum er sich trotzdem nicht als Elfmeterkiller fühlt, welche Probleme Hertha BSC den Dortmunder bereitet hat und was er der Borussia jetzt zutraut.

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Frage: Roman Bürki, sind Sie der neue Elfmeterkiller der Borussia?

Roman Bürki: Wenn ich die anderen zwei Bälle auch noch gehalten hätte, an denen ich dran war, dann wäre ich ein Elfmeterkiller. Beim Schuss von Sami Allagui hatte ich Pech. Ich habe wirklich alles reingehauen, um unten in die Ecke zu kommen. Dann war er nicht so platziert geschossen, deswegen habe ich den Ball unten an der Hand erwischt. Von da hat er leider noch einmal einen Drall ins eigene Tor gekriegt. Unglücklich, aber am Ende hat es ja trotzdem gereicht.

"Ich wusste, dass Darida die linke Hand bevorzugt"

Frage: Torwart-Trainer Teddy de Beer hatte ihnen noch einen Zettel mit Infos zu den Schützen zugesteckt. Hat es geholfen?

Bürki: (lacht) Er wollte mir nur zeigen, dass die meisten Schützen, die wir analysiert haben, schon ausgewechselt waren. Aber mit Vladimir Darida habe ich noch in Freiburg zusammen gespielt. Daher wusste ich, dass er die linke Hand bevorzugt. Ich bin froh, dass es dann auch dieses Mal so war.

Frage: Wie haben Sie das Spiel selbst erlebt?

Bürki: Wir haben sehr viele Chancen kreiert. Wir hätten auch wieder wie schon gegen Leipzig höher in Führung gehen können und auch gehen müssen. In einer Situation, in der du alles im Griff hast, dann durch eine Chance der Berliner direkt das Tor zum 0:1 zu kassieren, ist natürlich bitter. Zum Glück sind wir zurückgekommen. Wir haben wieder gekämpft, zeitweise sogar während der Behandlung von Ousmane Dembele mit zehn Leuten. Mit dem Sieg im Elfmeterschießen sind wir nach meiner Meinung als verdienter Sieger vom Platz gegangen.

"Wenn Ousmane so weitermacht, sind ihm nach oben keine Grenzen gesetzt"

Frage: Dembele musste erst verletzt vom Platz getragen werden, dann kam er doch noch einmal zurück und hat sogar einen Elfmeter verwandelt. Was sagen Sie zu seiner Leistung?

Bürki: Ich hatte ihn in der Pause kurz angesprochen, als er am Boden lag und behandelt wurde. Da hat er mir schon gesagt, dass er auf jeden Fall zurückkommen will. Es ist top, dass er sich nochmal aufgerafft hat, um der Mannschaft zu helfen. Er ist immer ein Aktivposten bei uns im Spiel, weiß immer etwas anzufangen mit dem Ball und ist mit seiner Schnelligkeit absolut wichtig für unser Spiel. Wenn er so weitermacht, sind ihm nach oben keine Grenzen gesetzt.

Frage: Wie sehr verzweifelt man als Torhüter, wenn man während der Partie von hinten machtlos verfolgen muss, dass die Stürmer vorne die besten Chancen nicht nutzen?

Bürki: Es ist schon schwierig. Du stehst hinten und haust alles raus, damit der Gegner keine Chance hat – und vorne klappt es einfach nicht. Aber es gibt solche Phasen im Fußball, in denen es dir schwerer fällt, ein Tor zu schießen. Am Ende zählt einfach, dass wir im Pokal eine Runde weiter sind.

Frage: Helfen die beiden Siege gegen Leipzig und Hertha BSC dem BVB jetzt, zu mehr Konstanz zu finden?

Bürki: Auf jeden Fall war es wichtig für uns, die beiden Spiele zuhause vor unseren Fans zu gewinnen. Auch gegen Berlin hatten wir wieder eine tolle Stimmung. Wir müssen den Trend jetzt in den nächsten Partien fortsetzen.

"Wir sind eine Mannschaft, die das Spiel schnell halten möchte"

Frage: Die fehlende Konstanz hat man dem BVB ein stückweit auch im Pokalspiel angemerkt.

Bürki: Für mich lag der Grund dieses Mal vor allem daran, dass Hertha BSC wirklich alles getan hat, unser Spiel einzuschläfern. Die Berliner haben nach zehn Minuten schon angefangen, auf Zeit zu spielen. Der Schiedsrichter musste sie teilweise auffordern, endlich den Ball zu spielen. Wir sind eine Mannschaft, die das Spiel schnell halten möchte. Das ist unser Stil. Und dieses Spiel hat Hertha uns sehr schwer gemacht.

Frage: Auf eine Mannschaft mit ähnlicher Spielweise dürfte der BVB auch am Samstag in der Bundesliga treffen. Was erwarten Sie vom Gastspiel bei Darmstadt 98?

Bürki: Wir müssen ganz sicher bereit sein, zu kämpfen. Und dann müssen wir unser Ding durchziehen. Die Chancen, die wir bekommen, sollten wir möglichst auch direkt nutzen, damit das Spiel schnell entschieden ist. Es wird kein einfaches Spiel, aber ich bin überzeugt, dass der Trainer die richtigen Worte finden wird, um uns einzustimmen.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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