Bundesliga

06.06.2016 - 15:00 Uhr


Tornado Lewandowski: Kalt wie eine Hundeschnauze

Unnachahmlich: Bundesliga-Star Robert Lewandowski vom FC Bayern München

Köln - Torschützenkönig der Bundesliga, ein Rekord in der EM-Qualifikation und der "Superman" für die Fans der polnischen Nationalmannschaft: Bayern Münchens Stürmerstar Robert Lewandowski ist die EM-Hoffnung der "Bialo-Czerwoni" (Weiß-Roten).

Und die beginnt für Robert Lewandowski und die polnische Nationalmannschaft am Sonntag um 18.00 Uhr gegen Nordirland. "Wir wollen das erste Spiel gleich gewinnen", sagt Lewandowski gegenüber der Homepage des FC Bayern München vor dem Spiel. Lewy ist bereit und fit für das Turnier: "Mir geht es sehr gut. Ich habe beim letzten Testspiel pausiert, jetzt werde ich gegen Nordirland frisch sein. Wir wollen einen guten Start ins Turnier hinlegen."

Im Auftaktspiel erfolgreich zu sein ist für einen guten Turnierverlauf durchaus förderlich. In Polen erwarten die Fans der Weiß-Roten viel von ihren Helden. "Daheim in Polen sind alle sehr euphorisch", erzählt Lewandowski. Selbstbewusst betont er, dass er keine Angst vor Schweirigkeiten und Gegenwind hat. Sein Wunsch ist, dass er zwei Mal gegen Deutschland spielen kann. In der Gruppe und "ich hoffe, dass beide Teams weiterkommen und sich dann im Finale wieder treffen."

Ein Vierbeiner als erster Gegner

Als Knirps hatte Robert Lewandowski einen Hund. Einen Boxer. "Ich habe als Kind gegen ihn gedribbelt und gespielt. Er hat immer versucht, mir den Ball abzunehmen. Das war ein Spaß. Und wenn er ihn mir weggenommen hatte, gab er ihn zurück und spielte weiter", erinnert sich der 27-Jährige im Gespräch mit der UEFA an Trainingseinheiten im Garten seines Elternhauses, die sich ausgezahlt haben.

Deutscher Meister und Torschützenkönig: Robert Lewandowski ist abermals einer der großen Gewinner der Bundesliga-Saison. Die Krönung der starken Spielzeit: fünf Treffer innerhalb von nur neun Minuten gegen den VfL Wolfsburg (zum Spielbericht). Es war der schnellste Fünferpack der Bundesliga-Geschichte. Weltrekord!

>>> Die unglaubliche Rekordnacht des Robert Lewandowski

Video: Der TORnado

Mehr noch: Er reihte sich in einen elitären Kreis von sechs Spielern ein, die 30 Bundesliga-Tore oder mehr erzielt haben. Der letzte war Dieter Müller in der Saison 1976/1977. "Das ist eine große, große Leistung und ich freue mich sehr darüber", schwärmte Lewandowski. Zugleich hatte er einen weiteren Rekord egalisiert: 13 Tore in zehn Qualifikationsspielen schaffte zuletzt der Nordire David Healy bei der EM 2008.

Kein Wunder, dass Lewandowskis Marktwert abermals gestiegen ist. Real Madrid soll akut interessiert sein. Doch Klub-Boss Karl-Heinz Rummenigge stellt klar: "Wir werden Robert Lewandowski nicht abgeben, egal, welches Angebot auf den Tisch kommt." Hohe zweistellige Millionensummen werden gehandelt. Transferausgaben, die vor mehr als 20 Jahren, als der Pole zum Fußball kam, noch undenkbar waren.

"Der Geschickteste und Talentierteste"

Die Quelle seines sportlichen Könnens ist in Polens Hauptstadt Warschau zu finden, zunächst bei Partyzant Leszno, anschließend bei Varsovia Warschau. "Als er zu seiner ersten Trainingseinheit kam, war er ein schmächtiger kleiner Junge, der Kleinste im Team. Aber mit einem großen Herzen, der Geschickteste und Talentierteste. Man konnte sofort sehen, dass er außerordentlich begabt war", erinnert sich Krzysztof Sikorski, einer seiner ersten Trainer.

Mittlerweile trainiert Lewandowski seine Fitness nicht nur im hauseigenen Fitnessraum, sondern, na klar, auch bei den Bayern. Immer mit dabei: Lorenzo Buenaventura. Der Fitnesstrainer der Münchener hatte dem Polen prophezeit, dass er in der abgelaufenen Bundesliga-Saison 30 Tore schießen werde. Und behielt Recht: "Er hat mich die ganze Zeit motiviert und stets darauf hingewiesen, wie viele Tore mir noch fehlen", erzählte Lewandowski nach dem letzten Saisonspiel gegen die Hannover 96 (zum Spielbericht) unaufgeregt, gar bescheiden.

Video: Lewys Wurzeln

Eine Eigenschaft, die seinem Naturell entspricht. Obwohl er zu den besten Stürmer auf dem Kontinent gehört, tritt er abseits des Platzes bescheiden auf. Keine Anwandlungen von Größenwahn à la Zlatan Ibrahimovic: Der spielstarke 1,84-Meter-Mann konzentriert sich auf eine ständige Weiterentwicklung seiner Fertigkeiten und Fähigkeiten. "Man muss zwar auch genießen, doch vor allem lebe ich für meinen Sport", sagte Lewandowski in einem Welt-Interview. Heißt: Er achtet auf seine Ernährung, seinen Schlaf und sportliche Defizite, die er mit Extraschichten auszugleichen versucht.

Mittlerweile ist der Bundesliga-Star damit ein Vorbild für Generationen von Fußballern. Diese werden auch bei der EURO in Frankreich ganz genau auf die Fähigkeiten des Stürmers blicken, der die polnische Nationalmannschaft als Kapitän anführt. Lewandowski dazu bei uefa.com: "Das ist eine große Verantwortung. Als ich erstmals die Armbinde erhielt, wusste ich nicht, dass dieses kleine Ding solch einen großen Unterschied machen könnte. Man muss wissen, wie man damit umgeht. Nicht viele Leute wissen, wie viel Entschlossenheit und Leistung gefordert sind - nicht nur körperlich, sondern auch mental."

Video: Owo meets Lewy

Sein Jugendtrainer Krzysztof Sikorski traut Lewandowski dennoch Großes zu: "Die EM wird sicher schwierig für ihn, weil er unter großem Druck steht. Wenn seine Mannschaftskameraden ihn unterstützen, und wenn sie als geschlossene Mannschaft auftreten, dann können sie weit kommen." Mit physischen Grundlagen, die der Bayern-Star einst in seiner Heimat gelegt hat. Mit seinem Boxer.

"Wenn ich Trainingsläufe machte, dann mit meinem Hund. Nach einer Verletzung zu Beginn meiner Karriere, habe ich gemerkt, dass ich bei diesen Läufen schnell müde wurde, aber nach einer Weile habe ich es geschafft, wieder in Form zu kommen. Und wenn der Hund Probleme hatte, mit mir Schritt zu halten, dann wusste ich, dass ich wieder in Form war."

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