Bundesliga

02.04.2016 - 21:16 Uhr


Riberys harter Kampf für die groSSen Momente

Franck Ribery macht gegen Frankfurt mit seiner Genialität den entscheidenden Unterschied

München - Selbst die Ersatzspieler auf der Bank hatten Mühe, Franck Ribery zu stoppen. Viel hatte sich angestaut, "das musste raus", erklärte Ribery seinen emotionsgeladenen Jubellauf nach seinem Geniestreich. Nach langer Verletzungspause beendete der Franzose spektakulär eine lange Durststrecke vor heimischem Publikum beim Sieg gegen Frankfurt und zeigte, dass er trotz langer Abwesenheit nichts verlernt hat.

Es lief die 20. Spielminute, als für einen kurzen Moment die Lücke in der Defensive von Eintracht Frankfurt aufriss. Einen Schuss von Mario Götze konnte Frankfurts Torhüter Lukas Hradecky nur nach vorne abwehren und von der Strafraumkante vollendete Ribery kunstvoll per Seitfallzieher zum entscheidenden 1:0. "Da kann man nur applaudieren", gestand Hradecky. Und auch Bayern-Trainer Pep Guardiola sprach von einem "Wahnsinnstor".

"Ein spezielles Tor"

"Das war ein spezielles Tor, so etwas siehst du nicht in jedem Spiel", sagte Ribery. "So ein Tor wie heute habe ich in meiner Karriere noch nie gemacht." Zum 70. Mal traf der 32-Jährige in der Bundesliga für den FC Bayern München - ein Jubiläum, an das er sich wohl immer gerne erinnern wird. Zumal Ribery noch vor wenigen Wochen von solchen Glückmomenten weit entfernt schien. Wegen langwieriger Sprunggelenksprobleme verpasste er fast die komplette Hinrunde.

Bei seinem Comeback im Dezember erzielte er zwar bei der 1:3-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach den Ehrentreffer, doch kurz darauf zwang ihn eine Muskelverletzung zur nächsten unfreiwilligen Pause. Am 22. Spieltag feierte er beim 3:1-Sieg gegen Darmstadt 98 seine Rückkehr. Der Treffer gegen die Eintracht war sein erster seit seiner zweiten langen Verletzungspause in dieser Saison. Und der erste in der heimischen Allianz Arena seit dem 7:0 in der Champions League gegen Shakhtar Donezk im März vergangenen Jahres.

Sonderschichten für sensationelle Spiele

"Ich war lange verletzt", bilanzierte Ribery. "Viele haben vielleicht gedacht, dass ich danach nicht so schnell wieder auf mein Niveau komme." Spätestens mit dem Geniestreich gegen Frankfurt hat er den Beweis geliefert, dass er es doch geschafft hat. Und der Jubel von "seinem Publikum", wie es Ribery nennt, ist letztlich der Lohn für die harte Arbeit, die er investiert hat. "Ich arbeite jeden Tag zweimal privat", erklärte Ribery. "Ich kämpfe für diese Spiele."

Auch als Kämpfertyp wusste der Publikumsliebling im Spiel gegen Frankfurt zu überzeugen. Mit 26 geführten Duellen bestritt Ribery die meisten Zweikämpfe bei den Münchnern, 61,5 Prozent davon gewann er - für einen Offensivspieler eine ordentliche Quote. Zudem zog er mit Abstand die meisten Sprints aller Spieler auf dem Feld an (40) und schlug die meisten Flanken bei den Bayern.

Spielfreude als entscheidende Komponente

Doch die entscheidende Komponente lässt sich in keiner Statistik wiederfinden. Seine Spielfreude ist für Riberys gute Leistung essentiell und auch für den FC Bayern von enormem Wert. "Es macht Spaß auf dem Platz", sagte Ribery. Und er zeigte es auch - nicht nur mit seinem sensationellen Treffer. So schnappte er sich beispielsweise während einer Spielunterbrechung den Ball für eine kleine Showeinlage.

Seine Leidenszeit hat Ribery endgültig überwunden. "Ich kann nicht sagen, ob ich bei 100, 95 oder 90 Prozent bin, aber mit jedem Spiel fühle ich mich besser", sagte er. Wie gut, dass für die Bayern in den kommenden Wochen noch genügend Partien auf dem Programm stehen. Denn Ribery lässt sich bekanntlich nur ungern aufhalten.

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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