Bundesliga

12.09.2016 - 16:46 Uhr


RB Leipzig: Die Party hat begonnen

Grund zum Feiern: Die Leipziger Spieler nach dem ersten Heimsieg der Bundesliga-Geschichte

Leipzig – Beim 1:0-Sieg von RB Leipzig gegen Borussia Dortmund feierten über 40.000 Fans mit einem friedlichen Fußballfest die Rückkehr der sächsischen Messestadt auf die große Fußball-Bühne.

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Es war ein dem Anlass angemessenes Fest. Die Partie RB Leipzig gegen Borussia Dortmund bedeutete die Rückkehr Leipzigs auf die große Fußball-Bühne. Hier in der der sächsischen Metropole wurde einst der Deutsche Fußball-Bund gegründet, hier war der erste Deutsche Meister zu Haus. Mehr als 22 Jahre, nachdem die Messestadt zuletzt durch den damaligen VfB Leipzig in der Bundesliga vertreten war, feierte am Samstagabend um 18.30 Uhr RB Leipzig das erste Heimspiel seiner noch jungen Vereinsgeschichte in der Bundesliga. Dass es durch den 1:0-Sieg gegen Borussia Dortmund auch sportlich etwas zu feiern geben würde, war erst später klar.

60. Geburtstag des Stadions

Doch schon den ganzen Tag über herrschte in Leipzig Partystimmung. Viele Fans beider Clubs tankten am diesem warmen Spätsommertag in der Innenstadt ausgiebig den Sonnenschein. Vollkommen friedlich standen überall rund ums Stadion und in der gesamten Innenstadt kleine Gruppen in rot-weiß und schwarz-gelb. Gemeinsam erfrischten sie sich mit dem einen oder anderen Kaltgetränk.

"60 Jahre bist du alt und endlich wieder erstklassig". Mit diesen Worten feierten die Fans auf einem riesigen Banner den 60. Geburtstag des ehemaligen Zentralstadions, das einst 100.000 Menschen Platz bot und 2004 als WM-Stadion in der heutigen Form wiederauferstand. Mit 42.558 Zuschauern war die neue Arena zum Heimspiel-Auftakt natürlich ausverkauft – und verwandelte sich in einen "Hexenkessel", wie der Dortmunder Sebastian Rode anerkennend bemerkte.

Burke: "Ich war so aufgeregt"

"Wir haben nicht unverdient gewonnen". So sachlich und effizient, wie Diego Demme die Partie im Anschluss auf den Punkt brachte, spielte der Leipziger Mittelfeldmann auch. Zwar hatte der gebürtige Ostwestfale die meisten Ballkontakte auf Seiten der Gastgeber. Doch zwei Drittel der Zeit befand sich das Spielgerät im Besitz der Gäste. Die wussten allerdings wenig damit anzufangen. Die laufstarken und aggressiv pressenden Leipziger machten den Dortmundern das Leben schwer. RB lauerte auf Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte, um dann schnell in Richtung Tor zu spielen.

In der letzten Minute der regulären Spielzeit gelang das auf spielentscheidende Weise. Emil Forsberg setzte Oliver Burke auf dem rechten Flügel in Szene, dessen scharfe Hereingabe in der Mitte von Naby Keita humorlos unter die Latte geschossen wurde. Nach der Ko-Produktion der drei Joker brachen alle Dämme. "Man hat nach dem Tor das Gefühl gehabt, das Dach fliegt jeden Moment weg", beschrieb Sportdirektor Ralf Rangnick den Moment. "So einen Jubel habe ich meinem Leben noch nie gesehen", war Vorlagengeber Burke nach der Partie noch immer überbewältigt. "Ich war so aufgeregt, ich wusste erst gar nicht, was ich machen soll", gab das schottische Toptalent lachend zu.

Hasenhüttl: "Dafür arbeiten wir"

Ralph Hasenhüttl, der unter der Woche noch wegen eines Infekts flach gelegen hatte, kam ein wenig kurzatmig und schwitzend zur Pressekonferenz. "Mir hängt der Sprint nach dem Tor noch in den Knochen", schmunzelte der Österreicher. Der 49-Jährige, im Sommer von Ingolstadt nach Leipzig gewechselt, freute sich für Fans und Verein: "Man kann sich kaum etwas Schöneres vorstellen, beim ersten Heimspiel in der Bundesliga. Die Lautstärke nach dem Tor war abartig, das war unglaublich", so der RBL-Coach. "Das ist es, wofür wir arbeiten."

Video: Leipzigs Erfolgsweg

Und wer so hart gearbeitet hat, hat sich auch die anschließende Feier redlich verdient. "Wir gehen heute bestimmt noch in die Stadt", sagte ein augenzwinkernder Demme. Timo Werner, einziger Neuzugang in der Startelf des Aufsteigers, hatte derweil erkannt, dass die Party bereits begonnen hatte: "Ich möchte jetzt nur noch schnell in die Kabine, da geht es richtig ab."

Aus Leipzig berichtet Andre Anchuelo

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