Bundesliga

18.09.2016 - 11:15 Uhr


Christian Pulisic: Ein Treffer zum Geburtstag

Dortmund - Mit einem Tor und zwei Vorlagen war Christian Pulisic Mann des Tages beim BVB-Sieg über Darmstadt. Damit hat er sich selbst sein schönstes Geschenk gemacht - besser kann man kaum in den Geburtstag starten. Dass der US-Boy an diesem Sonntag gerade mal volljährig wird, kann man angesichts seiner überragenden Leistungen allerdings durchaus schon mal vergessen.

Bei der Auswahl der Geburtstagsparty merkt man dann doch, dass Pulisic tatsächlich noch ein echter Teenager ist. Auf dem Konzert von Justin Bieber in Köln wird er am Abend mit Freunden auf seinen 18. Geburtstag anstoßen. Er freue sich riesig auf die Show, verriet er vorher im Interview – und dabei strahlten seine Augen mindestens genauso wie zuvor auf dem Rasen.

Video: Jürgen Klinsmann gratuliert

Dort hatte Borussia Dortmund gegen komplett überforderte Gäste aus Darmstadt beim 6:0-Erfolg ein spektakuläres Torfestival (Topfakten) gefeiert– und Pulisic war wieder einmal mittendrin. Wie er mit hohem Tempo über die Außenbahn wirbelte und mit seinen Dribblings für ständige Torgefahr sorgte, nötigte auch seinen Mitspielern ein dickes Kompliment ab. "Man hat wieder gesehen, was für Qualitäten er hat. Er hatte viele Tempoläufe und hat den einen oder anderen Gegenspieler richtig alt aussehen lassen. Dazu hat er noch mit seinem Tor und zwei Vorlagen geglänzt – genau so brauchen wir ihn", kam Julian Weigl kaum aus dem Schwärmen heraus. Auch Sebastian Rode sparte nicht mit Lob für den Youngster: "Er hat richtig gut aufgedreht. Christian hat so ein unglaubliches Potenzial. An ich werden wir noch viel Freude haben." (Klicken Sie hier für noch mehr Stimmen zum Spiel)

"Total verrückt, was gerade passiert"

Die Freude ist zurzeit beiderseitig: Der BVB profitiert vom enormen Talent des Offensivspielers, Pulisic selbst kann in Dortmund seinen Traum vom Profifußball leben. Dass er in den ersten Pflichtspielen dieser Saison teilweise noch nicht im Kader stand, hat den 18-Jährigen nicht ernsthaft irritiert. Er weiß um die Leistungsdichte bei der Borussia, er weiß aber auch um das Vertrauen und die Wertschätzung seines Trainers. Thomas Tuchel hatte darauf verwiesen, das Pulisic im Sommer nach der Copa America erst später zur Mannschaft gestoßen war: "Dass es dann mit einer Kadernominierung eng werden kann, finde ich etwas ganz Normales."

Geduld hatte Tuchel trotz allem Hype um den US-Boy angemahnt. Gar nicht so einfach für einen Spieler, der auch bei seinem jüngsten Länderspieleinsatz für die USA wieder für Furore gesorgt hat. In den Partien gegen St. Vincent sowie Trinidad und Tobago steuerte er zwei Tore und zwei Vorlagen bei. Aber Christian Pulisic blieb ruhig, geduldig – und explodierte auf dem Platz, als Tuchel ihn schon in der Woche im Champions-League-Spiel in Warschau in die Startformation beorderte. Dass er sich damit als jüngster BVB-Spieler aller Zeiten in der Königsklasse in die Geschichtsbücher schrieb, passte ins Bild. Derartige Rekorde bricht der Mittelfeldspieler in diesem Jahr gleich reihenweise. "Es ist total verrückt, was in den letzten Monaten alles passiert ist. Aber es macht mich auch wahnsinnig stolz", meint Pulisic selbst.

Eintrag in die Geschichtsbücher

Nimmt man die Leistung gegen Darmstadt hinzu, scheint sich der kometenhafte Aufstieg von Dortmunder Nummer 22 in dieser Saison tatsächlich fast nahtlos fortzusetzen. Gerade einmal 90 Bundesligaminuten hat Pulisic benötigt, um sich mit seinem Treffer und den beiden Vorlagen an die Spitze der schwarz-gelben Scorerliste zu setzen. An neun Torschüssen war er gegen die „Lilien“ direkt oder als Vorlagengeber beteiligt: Bestwert. Zudem brachte er ausgezeichnete 86 Prozent seiner Pässe an den Mann. Geschwindigkeit auf den Platz bringen, Mut beweisen, über die Außen kommen und nach innen gehen, um Überzahlsituationen zu schaffen und ins Dribbling zu gehen – das war das Anforderungsprofil von Thomas Tuchel. Und Christian Pulisic lieferte ab.

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Das alles tut der jetzt 18-Jährige mit einer derartigen Leichtigkeit, dass er sich den schwierigen Dingen des Lebens außerhalb des Platzes widmen kann. An Karten für das ausverkaufte Konzert von Justin Bieber in Köln war ganz schlecht heranzukommen. Aber irgendwie hat’s im letzten Moment dann doch noch geklappt. Einem Christian Pulisic gelingt zurzeit eben einfach alles.

 

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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