Bundesliga

12.09.2016 - 11:00 Uhr


Pohjanpalo macht Bayer 04 Leverkusen unberechenbarer

Nicht nur Chicharito: Bayer 04 hat dank Pohjanpalo eine Option mehr im Angriff

Leverkusen - Aufatmen in Leverkusen. Viel hatte nicht gefehlt und Bayer 04 wäre mit null Punkten aus den ersten beiden Spielen in die neue Spielzeit gestartet. Doch die Werkself hat einen Joker in ihren Reihen, den vor der Saison kaum jemand auf der Rechnung hatte.

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Und der feuert aus allen Rohren und trifft momentan wie er will: Joel Pohjanpalo heißt er. Mit seinem Hattrick beim 3:1-Sieg gegen den Hamburger SV schoss er sich mit nun bereits vier Treffern an die Spitze der Torjägerliste.

Seit drei Jahren ist der Finne mit der Nummer 17 bereits bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag. Doch gespielt hatte er für die Rheinländer in dieser Zeit gar nicht. Erst war er an den VfR Aalen ausgeliehen, dann an Fortuna Düsseldorf. Im Sommer war er nach Leverkusen zurückgekehrt, um einen neuen Anlauf zu nehmen. Derweil hatten sich Rudi Völler und Roger Schmidt so ihre Gedanken über die Zukunft ihres Talents gemacht und entschieden, diesmal alle Anfragen auf ein Leihgeschäft abzulehnen.

Völler: "Es gab einige Anfragen"

"Bei den vielen Offensivleuten, die wir haben, war es erst eine Überlegung, ihn noch einmal zu verleihen", sagte Rudi Völler nach der Pohjanpalo-Gala gegen den HSV. "Es gab einige Anfragen. Im Trainingslager in Österrreich hat er es aber gut gemacht, wenn er zum Einsatz kam. Stefan Kießling war verletzt. Dann wollten wir kein Risiko eingehen." Der Skandinavier blieb und wartete auf seine Chance.

Die kam, weil sich seine prominenten Konkurrenten der Reihe nach verletzten. Erst erwischte es Kießling, dann Chicharito und schließlich Kevin Volland. Pohjanpalo schaffte den Sprung in den Kader und war bei seinen Kurzeinsätzen zur Stelle. "Er ist ein Killer vor dem Tor", staunt Teamkollege Bernd Leno. "Er strahlt durch seinen Körper auch eine Präsenz aus."

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"Joel ergänzt uns gut und macht viele Sachen, die wir in der Mannschaft nicht so viel haben. Er ist sehr gradlinig und fackelt nicht lange", berichtet Julian Brandt. "Er ist eigentlich ein ruhiger Typ, finnisch gechilled, aber auf dem Platz komplett anders. Da ist er positiv durchgedreht und macht alles zu 100 Prozent. Er läuft, ackert, arbeitet und schießt viel aufs Tor."

Fehlstart abgewendet

Unter den vielen ballverliebten Künstlern in der Truppe ist Pohjanpalo der Gegenpol, lieber den direkten Weg zum Tor und den Abschluss sucht, statt den x-ten gepflegten Querpass aufs Feld zu zaubern. So konnte Leverkusen das Spiel drehen und Selbstvertrauen für die kommende Aufgabe in der Champions League am Mittwoch zuhause gegen ZSKA Moskau tanken. Der drohende Fehlstart in der Bundesliga wurde abgewendet.

"Nach dem Spiel gegen den HSV muss ich mich erstmal sammeln", gestand Rudi Völler. "Es hat alles gepasst. Erst die Ehrungen für unsere Olympia-Teilnehmer Julian Brandt und Lars Bender sowie Copa-Gewinner Charles Aranguiz, dann die Vertragsverlängerung von Bernd Leno bis 2020. Für die Zuschauer war es ein Traum. Aber wir müssen noch einige Dinge besser machen.

Auch das Verletzungspech der vergangenen Saison verfolgt Bayer 04 weiter. Schon in der 1. Minute im Spiel gegen den HSV verletzte sich Karim Bellarabi. Er zog sich einen Muskelbündelriss mit Sehnenbeteiligung im Bereich der rechten Adduktoren zu und fällt länger aus. Gegen Moskau fehlen Roger Schmidt somit in der Offensive die Hochkaräter Bellarabi und vermutlich auch weiterhin Kießling und Volland. Zum Glück konnte der Bayer-Trainer mit Pohjanpalo eine echte Alternative aus dem Hut zaubern. Die Scouts aus Moskau werden wohl in aller Hektik noch ein neues Dossier anlegen müssen

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski

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