Bundesliga

15.02.2016 - 17:05 Uhr


Dortmunds "Walk of Fame": Pilgerweg für FuSSballfans

Der "Walk of Fame" führt vom Borsigplatz bis zum Stadion - die Meilensteine erinnern an die Vereinsgeschichte

Der erste Stern erinnert an die Keimzelle in der Jünglingssolidarität "Dreifaltigkeit", aus der Borussia Dortmund später hervorging

Am 19. Dezember 1909 gründeten 18 junge Männer den BVB in einem Nebenraum des Lokals "Wildschütz"

Seit 1913 trägt Borussia Dortmund schwarz-gelb. Zuvor war die Spielkleidung tatsächlich blau-weiß

Extrem wichtig: Mit seinem Tor gegen Fortuna Köln verhinderte Jürgen Wegmann 1986 den Gang in die 2. Bundesliga

Der vielleicht wichtigste Stein trägt die Nummer 94: Die Rettung aus der Finanzkrise

Seit dem Beinahe-Kollaps ging es für den Club steil bergauf. Nicht ganz unbeteiligt: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke

Besonders wichtig im Stadion: Die Fans auf der Südtribüne - auch "Gelbe Wand" genannt, die ihr Team bedingungslos unterstützen

Mit dem 100-Jahre-Jubiläumsstein sollte der "Walk of Fame" eigentlich abschließen...

...doch die jüngsten Erfolge gaben Anlass, den Weg weiter auszubauen - Ende offen...

Dortmund - Am legendären Dortmunder Borsigplatz starten, von dort über die City den Weg nehmen zum Fußballtempel im Süden der Stadt - und auf dem Weg zum Signal Iduna Park auf der Straße des schwarz-gelben Ruhmes pilgern: Der "Walk of Fame" macht es möglich. Ein Highlight für jeden Fan von Borussia Dortmund und ein spannender Spaziergang für alle Fußballinteressierten.

Exakt 105 Meilensteine markieren aktuell auf der Strecke die Sternstunden in der Geschichte des BVB - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die wichtigsten Ereignisse, die größten Triumphe und Erfolge, die bedeutendsten Spieler und Persönlichkeiten sind in Bronze gegossen, in Stein gemeißelt und in der Stadt verlegt.

"Tolle Dokumentation der Vereinsgeschichte"

Zum 100-jährigen Bestehen des Clubs im Jahre 2009 wurde der Pilgerweg der etwas anderen Art mit Hilfe von Sponsoren und privaten Spendern ins Leben gerufen. Seither erzählt er in Etappen die schwarz-gelbe Fußballhistorie. Für BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball ist der "Walk of Fame" eine "tolle Dokumentation der Geschichte von Borussia Dortmund".

Rauball selbst ist ebenfalls verewigt. Als mehrfachem "Retter" des Clubs ist ihm Stern Nummer 62 auf der Hohen Straße gewidmet, die aus der Innenstadt Richtung Stadion führt. Aufgeführt ist das Jahr 1979, in dem Reinhard Rauball zum ersten Mal Präsident der Borussia wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft erinnern die Sterne an Manni Burgsmüller, den Bundesliga-Rekordtorschützen des Vereins. Und an Jürgen "Kobra" Wegmann und dessen wohl wichtigsten Treffer 1986: Sein Tor im Relegationsspiel bewahrte Dortmund damals vor dem Gang in die 2. Bundesliga.

Erster Stern erinnert an Keimzelle des Clubs

So bildet jeder Stern tatsächlich einen Meilenstein und lässt Fans bei einem Spaziergang durch die Stadt in Erinnerungen schwelgen oder auch interessante Episoden aus der Historie der Borussia erfahren. Rund um die Wiege des Vereins, den Borsigplatz, ist die Entstehungsgeschichte dokumentiert. Stern Nummer 1 liegt direkt vor der Dreifaltigkeitskirche in der Nordstadt und erinnert an die Keimzelle des BVB: Aus der Gemeinde und ihrer fußballbegeisterten Jugend ist der Ballspielverein quasi hervorgegangen. Stern Nummer 2 ist der Gaststätte Wildschütz gewidmet, dem einstigen Gründungslokal im Jahre 1909. Und Stern Nummer 9 erinnert an August Lenz, den ersten Dortmunder Nationalspieler.

Das Jahr 1937 mit dem Umzug ins Stadion Rote Erde (Stern Nummer 11), der erste Sieg über Schalke 1943 (Nummer 12) und natürlich das Jahr 1956 und die erste Deutsche Meisterschaft für Schwarz-Gelb (Nummer 19) werden im weiteren Verlauf gewürdigt. Letzteren Stern hat Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau gespendet, und das auch aus persönlichen Gründen. Das Stadtoberhaupt ist im Jahr des ersten Meistertitels geboren.

Von Libuda über Dickel bis zu Zorc

Jockel Bracht und Heini Kwiatkowski, Lothar Emmerich und Hoppy Kurrat, auch Rudi Assauer und Stan Libuda - ihnen allen ist ein Stern auf dem "Walk of Fame" gewidmet. Natürlich finden sich auch die Heroen der jüngeren Geschichte wieder wie Norbert Dickel, der den BVB als "Held von Berlin" 1989 zum Pokalsieg geschossen hat (Stern Nummer 66). Oder Michael Zorc, Kapitän der Meistermannschaften von 1995 und 1996, Champions-League-Sieger 1997 und heutiger Sportdirektor. Sein Meilenstein (Nummer 82) liegt unmittelbar an der BVB-Geschäftsstelle am Rheinlanddamm.

Unterhaltsam ist der "Walk of Fame" für Fans auch deshalb, weil die Sterne an ernste Ereignisse und harte Fakten ebenso erinnern wie an lustige Anekdoten. Der legendäre Torfall von Madrid 1998 (Nummer 90) findet sich neben dem Börsengang im Jahr 2000 (Nummer 91) und der Rettung aus der Finanzkrise 2005 (Nummer 94). Und das Jahr 1974 mit der Eröffnung des Westfalenstadions (Nummer 58) wird ebenso in Erinnerung gerufen wie das Jahr 1969 mit dem kuriosen Hundebiss im Derby, als ein Schäferhund dem Schalker Friedel Rausch in den Allerwertesten zwickte (Nummer 57).

Sammlung wird weiter ausgebaut

Eigentlich endete der Ruhmesweg der Borussia standesgemäß am Dortmunder Stadion. 100 Jahre BVB sind am Signal Iduna Park in Stern Nummer 100 in Stein gemeißelt. Weil aber die Erfolge nach 2009 wie das erste Double der Vereinsgeschichte mit Meistertitel und Pokalsieg aus dem Jahr 2012 natürlich auch gewürdigt werden sollten, ist die Sammlung schon gewachsen - und sie wird es weiter tun...

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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