Bundesliga

23.04.2016 - 10:34 Uhr


Pierre-Michel Lasogga: "Ich wusste immer, was ich kann"

Pierre-Michel Lasogga ist mit einem Doppelpack der Matchwinner beim Nordderby gegen Bremen

Hamburg - Er ist wieder da und wurde zum Matchwinner. Pierre-Michel Lasogga beendete seine Torflaute mit einem Doppelpack beim 2:1-Heimsieg seines HSV im Nordderby gegen den SV Werder Bremen. Damit hat der Hamburger SV einen sehr großen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Der Stürmer spricht im Interview über den Derbysieg und wie viele Tore er sich in den verbleibenden Spielen noch vorgenommen hat.

Frage: Herr Lasogga, mit dem 2:1-Heimsieg im Nordderby gegen Werder Bremen geht ein emotionaler Abend für Sie zu Ende. Wie haben Sie die Partie erlebt?

Pierre-Michel Lasogga: Man kann sagen, ich bin wieder zurück und habe getroffen. Unser Rezept ist aufgegangen, vor allem in der ersten Halbzeit, als wir endlich mal wieder gefährliche Bälle in den Sechszehnmeter-Raum geschlagen haben und das ist genau mein Spiel. Ich stand zweimal richtig. Es freut mich natürlich umso mehr, dass ich der Mannschaft so gut helfen konnte.

"Man erlebt immer mal eine schwierige Phase als Stürmer"

Frage: Nach 666 torlosen Minuten haben Sie ihre Torflaute gleich mit einem Doppelpack beendet. Welcher Ballast ist Ihnen danach von den Schultern gefallen?

Lasogga: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich in den vergangenen Wochen gar keinen Ballast mit mir herum geschleppt habe. Ich wusste immer, was ich kann. Man durchlebt sicherlich immer mal eine schwierige Phase und als Stürmer gehört immer dieses gewisse Quäntchen Glück dazu. Das Wichtigste ist, dass man sich selbst nicht verrückt macht, denn ich weiß, dass ich Tore schießen kann. Leider hatte das in den letzten Wochen nicht so geklappt. Ich bin froh, dass ich zwei so super Anspiele bekommen und sie verwertet habe. Es war kein einfaches Spiel. Wir haben den Grundstein für den Sieg in der ersten Halbzeit gelegt und uns das Quäntchen Glück, was wir vielleicht in der zweiten Halbzeit hatten, erarbeitet.

Frage: Hat Sie ihr Trainer Bruno Labbadia vor diesem Derby besonders heiß gemacht?

Lasogga: Nein, eigentlich nicht. Er hat zu mir gesagt, es liegt an mir und ich bin ein Spieler, der die Emotionen braucht und damit hat er auch Recht. Ich lebe den Fußball und heute war einfach mit dem Derby so ein Tag, da muss man nicht viele Worte verlieren. Ich bin einfach nur froh, dass die drei Punkte hiergeblieben sind.

Frage: Wie war es nach längerer Zeit mal wieder zuhause so mit den eigenen Fans zu feiern?

Lasogga: Natürlich überragend. Ich weiß gerade gar nicht mehr, wann wir das letzte Mal zuhause gewonnen haben. Gegen Hertha, oder?  Ist ja auch schon ein paar Wochen her. Deswegen hat es mal wieder gut getan, zuhause zu gewinnen. Man sollte sich eigentlich daran gewöhnen, dass wir die Heimspiele gewinnen. Jetzt haben wir vielleicht mal einen Grundstein gelegt, dass wir in zwei Wochen gegen Wolfsburg wieder einen Heimsieg feiern können. Es ist immer schön mit 50000 Fans zu feiern.

Frage: Im Hinspiel in Bremen haben Sie sich schwer an der Schulter verletzt. Ihre Schulter war auch dieses Spiel wieder getapt. Können Sie die letzten Wochen aus ihrer Sicht einmal beschreiben? Wie schwer war es, sich immer wieder heran zu kämpfen?

Lasogga: Durch die Verletzung habe ich die Wintervorbereitung verpasst, das war sicherlich sehr ärgerlich. Jetzt bin ich wieder topfit und kann Gas geben. In Dortmund war es letzte Woche schon ganz ansehnlich. Bis zu meiner Verletzung war ich gut im Spiel. Diese Woche hat es dann auch wieder mit einem Tor geklappt und das ist der Lohn für die harte Arbeit. Aber ohne meine Mannschaft bin ich als Stürmer natürlich aufgeschmissen.

"Sven Schipplock und ich haben uns gegenseitig gepusht"

Frage: Nach Ihrem Doppelpack haben Sie ihr Trefferkonto auf acht erhöht und haben in der internen Torschützenliste mit Nicolai Müller gleichgezogen. Wer macht am Ende das Rennen, um die Torjägerkrone beim HSV?

Lasogga: Das ist eine gute Frage. Als Stürmer ist man immer sehr ehrgeizig. Ich konnte mir das einfach nicht mehr mit ansehen, dass Nicolai zwei Tore mehr auf dem Konto hatte als ich (lacht). Nein, Spaß beiseite. Das Wichtigste ist das wir die Spiele gewinnen, wer die Tore macht, ist egal. Wenn Nicolai und ich beide noch auf einen zweistelligen Wert kommen würden, wäre das top.

Frage: Kleiner Schönheitsfehler, Sie haben die fünfte Gelbe Karte kassiert und sind in Mainz gesperrt.

Lasogga: Ja, so etwas bleibt natürlich in so einem Spiel nicht aus. Es ist ärgerlich, aber ich hoffe das Sven (Schipplock, d. Red) dann seine Chance bekommt und sein erstes Saisontor für den HSV schießt.

Frage: Sie sind nach Ihrem ersten Tor auch gleich zu Sven Schipplock gelaufen. Was hatte das zu bedeuten?

Lasogga: Ich verstehe mich mit Sven einfach richtig super. Wir beide haben in den letzten Wochen nicht so erfolgreich gespielt, aber wir haben uns gegenseitig immer wieder gepusht und Gas gegeben im Training. Er hat sicherlich auch einen Anteil daran, dass es gegen Werder so gut für mich geklappt hat.

Aufgezeichnet aus Hamburg von Alexander Barklage

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