Bundesliga

04.02.2017 - 17:10 Uhr


Philipp Lahm: Eine beispiellose Karriere für den FC Bayern

Philipp Lahm absolvierte am Samstag sein 500. Pflichtspiel für den FC Bayern

Den Durchbruch in der Bundesliga schafft Lahm in Stuttgart, wo er von 2003 bis 2005 spielt

Im November 2005 gibt er in Bielefeld dann auch sein Bundesliga-Debüt für den FC Bayern

Seine erste von bislang sieben Meisterschaften feiert Lahm (2.v.l.) 2006 nach einem 1:1 in Kaiserslautern

Köln – Nachdem der Samstagnachmittag für Philipp Lahm zunächst auf der Bank begonnen hatte, war der Kapitän des FC Bayern München auch nach dem 1:1 gegen Schalke nicht wirklich zufrieden. Für den 33-Jährigen war die Partie gegen die Knappen dennoch ein besonderes Spiel, denn Lahm absolvierte sein 500. Pflichtspiel für den Rekordmeister. Eine Marke, die seit der Bundesliga-Zugehörigkeit der Münchner nur von fünf Feldspielern übertroffen wird: Gerd Müller (568 Pflichtspiele), Georg "Katsche" Schwarzenbeck (549), Klaus Augenthaler (545), Franz Beckenbauer (534) und Bernd Dürnberger (501).

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Rückblick: Es ist ein trister Novemberabend, als Philipp Lahm 2002 sein erstes Pflichtspiel für die Bayern absolviert. Lediglich 22.000 Zuschauer verlieren sich im Münchner Olympiastadion, um das letzte Gruppenspiel der Champions League gegen Lens zu verfolgen. Die Münchner sind bereits ausgeschieden und stehen schon vor der Partie als Gruppenletzter fest. Zwei Tage nach seinem 19. Geburtstag wird er in der Nachspielzeit eingewechselt. Für lange Zeit bleibt es sein einziger Einsatz für die Profis des FC Bayern.

Durchbruch in Stuttgart

Erst während seiner Leihe zum VfB Stuttgart von 2003 bis 2005 reift Lahm zum Bundesliga-Profi. 53 Bundesliga-Partien bestreitet er in seinen zwei Spielzeiten für den VfB und empfiehlt sich durch starke Leistungen nicht nur für die Nationalelf, sondern auch für den FC Bayern. Seine Rückkehr nach München zur Saison 2005/06 steht dabei zunächst unter keinem guten Stern, denn vor dem letzten Bundesliga-Spiel für den VfB zieht er sich einen Kreuzbandriss zu und fällt bis zum November 2005 aus.

Es spricht für Lahms Qualität, dass er nach seiner Verletzung sofort wieder Fuß fast. Am 19. November wird er auf der Bielefelder Alm nach einer guten Stunde für Bixente Lizarazu eingewechselt. Es ist das erste von bislang 319 Bundesliga-Spielen für den FC Bayern. Und 240 davon hat er gewonnen – nur vier Spieler gingen in der Bundesliga-Geschichte noch häufiger als Sieger vom Platz.

Video: Philip Lahm nach dem Start 2016/17

Mit seiner Spielweise hat Lahm viel zu den Erfolgen beigetragen. In 372 Bundesliga-Spielen (für Bayern und Stuttgart) unterliefen ihm nur vier Ballverluste, die zu einem Gegentor führten. Zuletzt war das 2012 der Fall. Zudem muss der Weltmeister von 2014 praktisch nie zu unlauteren Mitteln greifen: In seiner Bundesliga-Karriere war er noch nie gesperrt und beging nur 199 Fouls – sieben davon in dieser Saison.

21 Titel, 24 Gelbe Karten

Mit insgesamt 20 Vereinstiteln und der WM 2014 hat er fast so viele Trophäen wie Gelbe Karten in der Bundesliga gesammelt (24). Sollte der Routinier mit dem FC Bayern im Sommer die fünfte Meisterschaft in Serie feiern, wäre es bereits seine achte. Damit würde er mit Bastian Schweinsteiger, Oliver Kahn und Mehmet Scholl gleichziehen, die derzeit die Spieler mit den meisten Bundesliga-Titeln sind. Lahms Vertrag in München läuft noch bis 2018. Er könnte also noch alleiniger Rekordhalter werden.

Lahms Leistung ist jedenfalls immer noch tadellos und sein Einfluss auf das Spiel des Rekordmeisters groß wie nie. Im Schnitt kommt er in dieser Spielzeit auf 97 Ballbesitzphasen. So viele waren es in 14 Bundesliga-Jahren noch nie.

In der 77. Minute der Partie gegen Schalke war es dann endlich so weit: Lahm betrat vor 75.000 Zuschauern den Rasen in der Allianz Arena - ein würdiger Rahmen für einen der ganz Großen der Bundesliga-Geschichte.

Florian Reinecke

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