Bundesliga

08.02.2017 - 14:45 Uhr


Philipp Lahm: "Ab Sommer bin ich Privatier"

München – Den Blumenstrauß für sein Jubiläum von 500 Pflichtspielen für den FC Bayern München hielt Philipp Lahm noch in der Hand, als er seine Entscheidung verkündete. "Ich habe den Verantwortlichen Bescheid gesagt, dass ich am Ende der Saison aufhören werde, Fußball zu spielen", sagte der Kapitän des Rekordmeisters nach dem 1:0-Sieg im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Wolfsburg. Anschließend erläuterte der 33-Jährige seine Gründe für seinen Entschluss.

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Frage: Philipp Lahm, können Sie uns etwas mehr Auskunft über Ihr mögliches Karriereende geben?

Philipp Lahm: Ich wollte die Aufsichtsratssitzung abwarten, sodass auch wirklich alle Bescheid wissen. Ich habe den Verantwortlichen Bescheid gesagt, dass ich am Ende der Saison aufhören werde, Fußball zu spielen. Ich habe auch häufiger schon erklärt, was die Gründe sind. Ich sehe meinen Führungsstil auch in der Art, dass ich jeden Tag das Beste gebe, jedes Training, jedes Spiel. Und ich glaube, dass ich fähig bin, das diese Saison noch bis zum Ende abzuliefern, aber nicht darüber hinaus. Deswegen ist für mich klar, dass ich am Ende der Saison aufhören werde.

Video: Lahm hat alles richtig gemacht

Frage: Wann ist diese Entscheidung bei Ihnen gereift und wann ist sie gefallen?

Lahm: Ich habe das schon vor über einem Jahr angestoßen, dass man sich immer wieder prüfen und hinterfragen muss. Man muss Tag für Tag schauen, wie man auf dem Trainingsplatz ist und wie das Gefühl ist. Ich bin mir sicher, dass ich bis zum Ende der Saison wirklich noch meine Topleistung abliefern und auch für die jungen Spieler und alle anderen ein Vorbild sein kann. Ich glaube, das bekomme ich bis zum Ende der Saison hin. Es sind nur noch ein paar Monate. Aber nicht darüber hinaus.

Frage: Werden Sie anschließend beim FC Bayern in einer anderen Form tätig sein?

Lahm: Es gab Gespräche. Am Ende der Gespräche habe ich für mich entschlossen, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, beim FC Bayern einzusteigen.

Frage: War es Ihnen zu gefährlich, drei Wochen nachdem Sie noch gekickt haben schon in anderer Funktion wieder einzusteigen?

Lahm: Ich will keine Details unserer Gespräche preisgeben. Ich hätte nicht sofort angefangen, es hätte einen kleinen Break gegeben. Den hätte ich auch gebraucht. Ich hätte mich vorbereiten müssen. Die Gespräche waren absolut in Ordnung. Ich habe einfach für mich entschieden, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist.

Frage: Aufgehoben ist nicht aufgeschoben. Sie werden sicherlich noch eine große Rolle beim FC Bayern spielen. Gibt es da schon einen Zeitplan?

Lahm: Es gibt jetzt gar keine Planung. Für mich steht fest, dass ich ab Sommer Privatier bin. Ich kann mich um andere Dinge kümmern, mich selbst umhören und umschauen und mich mit anderen Leuten treffen. Das ist es, was ich machen will. Ich bin so lange in dem Verein, wir werden sehen, was in Zukunft passiert.

Frage: Hat die fehlende Perspektive, bei Bayern statt auf der Rechtsverteidigerposition noch weiter im Mittelfeld spielen zu können, bei Ihrer Entscheidung eine Rolle gespielt?

Lahm: Das spielt überhaupt keine Rolle. Für mich geht es um das Gefühl, tagtäglich auf dem Platz zu stehen. Ich habe keine Sorge, dass ich das in den nächsten Monaten noch hinbekomme. Aber wir reden dann noch von über einem Jahr. Ich glaube nicht, dass ich das auf dem Niveau, das ich von mir gewohnt bin und meine Mitspieler von mir immer sehen, imstande bin zu leisten.

Frage: Wie schwer ist Ihnen die Entscheidung gefallen?

Lahm: So etwas reift einfach. Ich liebe den Fußball. Der Fußball hat mir sehr, sehr viel gegeben. Trotzdem bin ich jetzt noch nicht am Ende, es geht noch ein paar Monate und ich hoffe, dass sie sehr, sehr erfolgreich werden. Irgendwann ist es einfach zu Ende. Und das Ende will ich selber bestimmen.

Aus München berichtet Maximilian Lotz

Video: Philipp Lahm nach dem Start 2016/17

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