Bundesliga

06.06.2017 - 13:03 Uhr


Peter Bosz: Zehn Dinge über den neuen BVB-Trainer

Ab jetzt in schwarz-gelb: Der neue BVB-Coach Peter Bosz

Köln - Nun ist es fix: Der Niederländer Peter Bosz beerbt seinen Kollegen Thomas Tuchel auf dem Posten des Cheftrainers bei Borussia Dortmund. In Deutschland ist der 53-Jährige, trotz seiner jüngsten Erfolge mit Ajax Amsterdam, noch weitgehend unbekannt. bundesliga.de verrät 10 Dinge, die Sie über Peter Bosz wahrscheinlich noch nicht wussten.

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1. Weltenbummler

Neben Stationen in den Niederlanden bei seinem Heimatverein AGOVV Apeldoorn, Vitesse Arnheim, RKC Waalwijk, Feyenoord Rotterdam und NAC Breda war Bosz als Spieler auch in Frankreich bei Sporting Toulon im Einsatz, heuerte gleich zweimal in Japan bei JEF United Ichihara Chiba an und spielte sogar in Deutschland bei Hansa Rostock. Als Trainer war er neben den Niederlanden auch in Israel bei Maccabi Tel Aviv unterwegs.

2. Bundesliga-Erfahrung

Eben bei den Rostockern sammelte Bosz Ende der 90er-Jahre auch Erfahrung in Deutschlands höchster Spielklasse. In der Rückrunde 1997/98 heuerte er an der Ostsee an, kam dort 14 Mal zumeist im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Auch wenn ihm kein Bundesliga-Tor gelang, so legte er immerhin beim 2:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern das zwischenzeitliche 2:1 durch Peter Dowe auf. Am Ende der Saison erreichte Bosz mit Hansa einen sensationellen sechsten Platz in der Bundesliga - auch dank eines völlig überraschenden 3:1-Erfolges gegen seinen jetzigen Club Borussia Dortmund, dem damals amtierenden Champions-League-Sieger.

3. Größte Erfolge mit Feyenoord

In Dortmund hoffen Sie, den erfolgreichen Weg unter Thomas Tuchel mit Peter Bosz fortsetzen zu können. Der Ex-Coach holte zuletzt nach fünf Jahren mit dem DFB-Pokal endlich wieder einen Titel an den Borsigplatz. Daran muss sich nun der Niederländer messen. Immerhin: Als Spieler hat er mit Feyenoord Rotterdam gleich dreimal den niederländischen Pokal gewonnen (1992, 1994, 1995) und zudem 1993 die niederländische Meisterschaft. Wie man Trophäen in die Höhe reckt, weiß Bosz also.

4. Auch Vize kann er

Wir erinnern uns: Bevor in diesem Mai der DFB-Pokal wieder nach Dortmund ging, holten die Borussen in den vier Spielzeiten zwischen 2012/13 und 2015/16 in Meisterschaft, Pokal und Champions League insgesamt sieben Mal den "Titel" als Vize. Auch wenn man das in Zukunft sicherlich öfter vermeiden möchte, auch mit zweiten Plätzen hat Peter Bosz Erfahrung. Als Spieler wurde er 1994 mit Rotterdam Vizemeister. Und auch als Trainer holte er in der abgelaufenen Saison mit Ajax Amsterdam sowohl in der Meisterschaft als auch in der Europa League den zweiten Platz.

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5. Später Durchbruch als Coach

Obwohl Bosz gleich in seiner ersten Trainerstation bei seinem Heimatverein AGOVV Apeldoorn mit der nationalen, niederländischen Amateurmeisterschaft 2002 ein Erfolg gelang, dauerte es fast 14 Jahre, bis er endlich als Spitzencoach wahrgenommen wurde. Nach Apeldoorn folgten Stationen in der Ehrendivise bei De Graafschap und Heracles Almelo, sowie bei Vitesse Arnheim und in Israel bei Maccabi Tel Aviv. Im Mai 2016 wurde er schließlich von Ajax Amsterdam verpflichtet, wo er in 56 Spielen einen Spitzenwert von im Schnitt 2,13 Punkten pro Partie verzeichnen konnte.

6. Erfahrung als technischer Direktor

Er kann auch den Job Abseits des Platzes. Nach seinen ersten Trainerstationen zog es ihn zwischen 2006 und 2010 für vier Jahre zurück nach Rotterdam, wo er als technischer Direktor zwar keine Titel sammelte, sich aber unter anderem für die Verpflichtung von Coach Bert van Marwijk verantwortlich zeichnete. Und dieser kam zu Beginn der Saison 2007/08 - richtig (!) - von Borussia Dortmund in die niederländische Hafenstadt.

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7. Mixtur aus Klopp und Pep

Bosz Stil Fußball spielen zu lassen, gleicht einer Mischung aus zwei mehr als bekannten Bundesliga-Trainern der jüngeren Vergangenheit. Auf der einen Seite steht Bosz für die Art Fußball, die in Dortmund seit der Ära Klopp großen Anklang findet: Extrem schneller Offensivfußball, mit hohem Pressing, schneller Balleroberung und blitzartigem Umschaltspiel. Trotzdem ähnelt sein Stil auch ein bisschen dem von Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola. Ballbesitzorientiert, mit schnellen Pass-Stafetten. Als Guardiola noch beim FC Barcelona angestellt war, gab es mal die Regel, dass kein Spieler länger als drei Sekunden am Ball sein dürfe. In Amsterdam sagte Bosz dazu: "Barcelona hat eine Drei-Sekunden-Regel. Wir sind nicht Barcelona, also habe ich eine zwei-Sekunden Regel eingeführt."

8. Talententwickler

Peter Bosz verfolgt eine klare Jugend-Philosophie. Das hört man beim BVB natürlich gerne. Der Niederländer hat schon bei Ajax Amsterdam gezeigt, dass er nicht davor zurückschreckt, junge, hochtalentierte Spieler spielen zu lassen und sie zu absoluten Spitzenspielern zu entwickeln. In der niederländischen Hauptstadt setzte er zum Beispiel auf Davison Sanchez (20), Bertrand Traore (21), Kasper Dolberg (19), Matthijs de Ligt (17) oder Hakim Ziyech (24). Alles absolute Youngster, aber schon in jungen Jahren tragende Säulen im Team. Beim BVB könnten Ousmane Dembélé, Christian Pulisic, Alexander Isak oder Felix Passlack von Bosz profitieren.

9. Idol Johan Cruyff

Dem britischen "Guardian" verriet Bosz: "Ich wusste schon mit 16 Jahren, dass ich einmal Trainer werden würde. Also schrieb ich mir zur Vorbereitung alles auf, was meine Trainer richtig gemacht hatten. Ebenso las ich aber auch eine Menge von und über Johan Cruyff." Gemeinsam mit ein paar Freunden erstellte er eine Art Buch mit Artikeln und Interviews von Cruyff - sortiert nach Abwehr, Angriff und Taktik. Das einschneidenste Erlebnis hatte Bosz allerdings als Trainer bei Maccabi Tel Aviv, wo Cruyffs Sohn Jordi zur selben Zeit technischer Direktor war. "Kurz bevor Johan Cruyff starb, kam er nach Israel", erzählte Bosz dem Guardian. "Wir haben eine komplette Woche miteinander verbracht. Es war fantastisch. Anstelle des Buches, das ich gemacht habe, sprach er nun wirklich mit mir. In einer Woche habe ich genug für zehn Jahre gelernt", so Bosz.

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10. Bosz, der Familienmensch

Bosz ist aus seiner ersten Ehe mit Anette Vater der zwei Söhne Gino und Sonny, sowie einer Tochter: Bo. Zudem ist er auch schon Großvater. Seine Söhne sind wie der Vater Profi-Fußballer geworden: Gino beim niederländischen Zweitligisten SC Cambuur, Sonny beim Heimatverein seines Vaters, AGOVV Apeldoorn. In zweiter Ehe ist Bosz bereits seit sechs Jahren mit Jolyn verheiratet. Kurios: Sein erstes Interview als Ajax-Coach gab Bosz dem Vlog seiner Nichte Joy.

Dennis-Julian Gottschlich

Video: Kathedrale Signal Iduna Park - Die neue Heimat von Peter Bosz

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