Bundesliga

08.05.2016 - 11:30 Uhr


"Jupp, das ist für dich": Guardiola würdigt Heynckes

"Es gibt viele Legenden von Bayern München, aber Heynckes ist für mich eine richtige Legende", so Guardiola

Nach dem 2:1-Sieg des FC Bayern in Ingolstadt feiern die Münchner den vierten Meistertitel in Folge

Ingolstadt - Es dauerte bis Pep Guardiola auch wirklich jeden Spieler umarmt hatte. Rein äußerlich hatte der Trainer des FC Bayern München beim Abpfiff den Gewinn seiner dritten Deutschen Meisterschaft noch ohne größere Gefühlsregung hingenommen. "Bei der Umarmung war er sehr emotional", versicherte Manuel Neuer. Mit dem insgesamt vierten Meistertitel in Folge hat Guardiola mit den Bayern Geschichte geschrieben, zu verdanken hat er das auch seinem Vorgänger.

2013 verabschiedete sich Jupp Heynckes mit dem Gewinn des Triples in den Ruhestand. Dies war zugleich der Beginn der Münchner Meisterserie, die Guardiola mit seinen drei Erfolgen in der Bundesliga in eine historische Dimension ausbaute. "Jupp, das ist für dich", würdigte Guardiola nach dem 2:1-Sieg beim FC Ingolstadt seinen Vorgänger. "Ich möchte diesen Titel mit Jupp Heynckes teilen."

"Habe viel von ihm gelernt"

Dessen Arbeit lobte Guardiola in den höchsten Tönen: "Ich habe viel gelernt von ihm. Es gibt viele Legenden von Bayern München, aber er ist für mich eine richtige Legende von Bayern München." Heynckes führte die Bayern drei Mal zum Titelgewinn in der Bundesliga - allerdings nicht am Stück, so wie jetzt Guardiola. "Wir haben gemeinsam etwas Besonderes geschafft." Er wolle sich daher vor seinem Wechsel nach England noch mit Heynckes treffen, um auf den Triumph anzustoßen.

Die Bayern selbst hielten sich mit ihren Feierlichkeiten in Ingolstadt zunächst zurück. Die traditionellen Weißbierduschen wird es erst nach der Übergabe der Meisterschale am letzten Spieltag in der heimischen Allianz Arena geben (Infografik: Der Weg zum Titel). Auf dem Rasen des Audi-Sportparks blieb es daher bei Wasser. In der Kabine stand jedoch das eine oder andere passende Getränk bereit, wie Torhüter Neuer versicherte. Und Thomas Müller meinte mit Blick auf den weiteren Verlauf des Abends: "Wir arbeiten daran, dass es annähernd die beste Busfahrt dieses Jahres wird."

Besondere Bedeutung durch späte Entscheidung

Zumindest schafften es die Bayern wieder sicher zurück nach München. Dort ließen die frischgebackenen Meister zusammen mit ihren Familien den Abend mit einer internen Feier in einem Restaurant in der Innenstadt ausklingen. Und die Feierlichkeiten gehen noch weiter, schließlich wollen die Bayern die Meisterschale auch noch ihren Fans auf dem Marienplatz präsentieren (Statistiken und Fakten zur Meisterschaft des FCB).

Der insgesamt 26. Meistertitel, der 25. seit Bestehen der Bundesliga, hat für den Rekordmeister auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil die Entscheidung im Vergleich zu den Vorjahren erst sehr spät gefallen ist. "Dortmund hat wirklich eine sehr gute Saison gespielt und das hat uns auch angetrieben immer konzentriert und nicht nachlässig zu spielen", sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. "Ich finde es für die ganze Bundesliga gut, dass wir neben Bayern München eine Mannschaft haben, die uns sehr fordert."

Guardiola verteilt Komplimente an Dortmund

Auch Guardiola erwähnte in seiner Dankesrede auf der Pressekonferenz den Konkurrenten aus dem Ruhrgebiet. "Natürlich ein großes Kompliment an Dortmund für diese Wahnsinnssaison", sagte der Katalane. Nicht nur die Bayern haben mit dem vierten Titel in Serie Geschichte geschrieben, auch Guardiola selbst schaffte Historisches: Als erstem ausländischen Trainer gelangen ihm drei Meistertitel in der Bundesliga und das in seinen ersten drei Spielzeiten - das schaffte noch nie ein Trainer zuvor.

Seine Mannschaft darf diesen Erfolg zunächst einmal auskosten. Erst für Mittwoch hat ihr Coach die nächste Trainingseinheit angesetzt. Dann gilt die Konzentration dem letzten Spieltag, an dem die Bayern vor heimischem Publikum gegen Hannover 96 die Saison gebührend abschließen wollen. Zugleich liegt bereits der Fokus auf dem DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund eine Woche später. In Berlin können die Bayern zum zweiten Mal unter Guardiola das Double perfekt machen. Dann hätte er seinem Vorgänger sogar etwas voraus, denn den DFB-Pokal hat Heynckes mit den Bayern nur ein Mal gewonnen. Gemeinsam mit ihm auch auf diesen Erfolg anstoßen, würde Guardiola wohl trotzdem gerne.

Aus Ingolstadt berichtet Maximilian Lotz

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