Bundesliga

14.02.2016 - 22:30 Uhr


Papy Djilobodji – Werders stürmender Verteidiger

Papy Djilobodji mit seinem Lieblingsspielgerät

Papy Djilobodji (M.) taucht häufig vor dem gegnerischen Tor auf - gegen Hoffenheim trifft er zum ersten Mal

Aber auch defensiv ist er eine Bank. Hier grätscht Djiobodji gegen Hoffenheims Kevin Volland

Köln - Werder Bremen hat Papy Djilobodji ist in der Rückrunde vom FC Chelsea ausgeliehen, um den abgewanderten Innenverteidiger Assani Lukimya zu ersetzen. Doch bereits in den ersten vier Spielen des 27-Jährigen zeigt sich, dass Djilobodji noch mehr kann als verteidigen.

"Es kam eine Ecke, ich konnte den Ball annehmen und obwohl noch ein Hoffenheimer rankam, habe ich ihn reingemacht." So einfach kann es sein, das Toreschießen, wenn man Papy Djilobodji glaubt. Er war eben da, bei der Ecke. Das wäre an sich für einen Innenverteidiger nichts besonderes, bei Standards rücken die großgewachsenen Abwehrspieler normalerweise immer mit auf. Aber Djilobodji zeigt sich auch ohne ruhenden Ball vor dem Tor.

Ausgeprägter Offensivdrang

Der 1,92-Meter-Hüne gibt sich nicht damit zufrieden nur für das verhindern von Toren zuständig zu sein. Er will mehr. "Ich hatte noch zwei Möglichkeiten, das entscheidende Tor zu schießen", sagte Djilobodji nach dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim (zum Spielbericht). Zwei Möglichkeiten, aber insgesamt sechs Torschüsse. Damit war er der Spieler mit dem größten Offensivdrang in dieser Partie. Kein anderer Spieler schoss häufiger auf’s Tor, als der Senegalese. In der Rückrunde gab nur Angreifer Claudio Pizarro mehr Torschüsse im Bremer Dress ab, sein Kollege, der sich normalerweise eher am anderen Ende des Spielfelds aufhält.

Dort ist Papy Djilobodji bereits eine feste Größe bei Werder. Der großgewachsene Abwehrspieler stand in allen vier Rückrundenspielen in der Startelf und verpasste keine Minute. Auch beim Sieg im Pokal in Leverkusen spielte er durch. In seinen ersten drei Bundesliga-Spielen gewann er hervorragende 71 Prozent seiner Duelle. Gegen Hoffenheim am 21. Spieltag musste er nur drei Zweikämpfe bestreiten - auch aufgrund seines guten Stellungsspiels (die Topdaten des Spiels). Das sorgt auch dafür, dass er kaum zu unfairen Mitteln greifen muss. In seinen vier Bundesliga-Einsätze foulte er nur drei Mal.

Bleibt er über den Sommer hinaus?

Ein weiteres Plus von Djilobodji ist seine Sicherheit im Spielaufbau. 71,3 Prozent seiner Pässe finden den Mann – ein sehr guter Wert. Das weckt bei Werder natürlich den Wunsch, Djilobodji auch über die bisher vereinbarte Vertragslaufzeit zu halten. Auch wenn das ein schweres Unterfangen sein könnte. "Will Chelsea ihn verkaufen, haben wir keine Chance", sagte Sportdirektor Eichin gegenüber der Bild. "Wenn er erst mal weiter Spielpraxis sammeln soll, sind wir weiter im Spiel", rechnet er sich aber Möglichkeiten aus, sollten die "Blues" ihn weiterhin verleihen wollen. "Im Leben weiß man doch nie, was kommt. Alles ist möglich", sagte Djilobodji auf dieses Thema angesprochen.

Für ihn zählt nun erstmal Werder. Mit harter Arbeit will er dazu beitragen, dass das Team von der Weser weiterhin Punket sammelt. "Ich hoffe, dass wir am Ende der Saison weiter oben stehen", sagte er bereits kurz nach seiner Verpflichtung zum Weser Kurier. Beim Blick auf die unmittelbar anstehenden Aufgaben, ist für ihn vor allem eins wichtig: Punkte. "Wir spielen nun gegen Ingolstadt und damit einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf", sagte er (zur Tabelle). "Wir brauchen die drei Punkte und werden alles dafür tun, um sie zu holen." Dabei wird Djilobidji ganz bestimmt auch wieder mit nach vorne gehen. "Das Toreschießen hat Spaß gemacht", sagte er grinsend. "Ich hoffe, dass ich noch weitere Treffer folgen lassen kann."

Sebastian Stenzel

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