Bundesliga

15.02.2016 - 15:12 Uhr


Ömer Toprak: Albtraum der Torjäger

Steht sinnbildlich für die Defensiv-Stärke von Bayer Leverkusen: Ömer Toprak

Darmstadt - Ömer Toprak lacht. Es stehen zwar schwere Wochen für den Abwehrspieler von Bayer 04 Leverkusen an mit Spielen in der Europa-League und der Bundesliga, aber davor hat Toprak keine Angst. "Es macht derzeit einfach Spaß“, sagt der 26-Jährige. Nach dem 2:1 am vergangenen Wochenende beim SV Darmstadt 98 rangiert Bayer auf dem dritten Tabellenplatz, der am Ende der Runde zur direkten Teilnahme an der Champions-League berechtigen würde. Ein Garant, warum Bayer auf diesem Weg gute Aussichten hat, ist die Topform des Innenverteidiger-Duos Ömer Toprak und Jonathan Tah.

Als Bayer im letzten Heimspiel Titelverteidiger und Tabellenführer Bayern München ein 0:0 abtrotzte, brachten Toprak und Tah die Bayern-Offensivstars Robert Lewandowski, Thomas Müller und Arjen Robben mit ihrer energischen Zweikampfführung und ihrem starken Stellungsspiel zur Verzweiflung. Trainer Roger Schmidt lobte: "Was die letzte Reihe heute abgeliefert hat, war erste Sahne." Toprak genießt derzeit seine starke Form und sagt: "Ich fühle mich topfit und dann sieht man, was ich zu leisten in der Lage bin."

Beste Zweikampfqoute bei Bayer

Fit war Bayers Abwehrchef über lange Zeit der Vorrunde nicht. Ein Sehnenriss im Oberschenkel zwang ihn zu einer fast drei Monate langen Pause, er verpasste die ersten acht Saisonspiele. Nun aber hat er nach einer sehr guten Vorbereitung sein Top-Level erreicht. Es gibt keinen Spieler im Bayer-Dress mit einer besseren Zweikampfquote als Toprak, der 61,7 Prozent seiner Defensiv-Zweikämpfe gewinnt. Eine so gute Quote hatte der Ravensburger noch nie in seinen sieben Erstligajahren.

Toprak ist trotz seiner erst 26 Jahre der Routinier im Bayer-Innenverteidiger-Verbund, an seiner Seite spielte sich zuletzt Jonathan Tah, 20, in das Blickfeld von Deutschlands Nationaltrainer Joachim Löw. Dabei ist besonders auffällig: Von den insgesamt erst 22 Gegentreffern der Leverkusener gehen nur fünf auf das Konto von gegnerischen Stürmern. Nur die Bayern (zwei-Stürmer-Gegentore) weisen einen besseren Wert auf. Der Ligaschnitt liegt bei 43 Prozent Gegentreffern von Stürmern, Bayer führt diese Statistik mit 23 Prozent sogar an.

Mit Toprak steht Leverkusen stabil

Die Stabilität in der Defensive, die sehr viel mit Topraks Form und dessen Anführerqualitäten zu tun hat, zeigt sich auch in den Ergebnissen: Seit dem 16. Spieltag gewann Leverkusen 14 von 18 möglichen Punkten. Auf ihre starke Defensive können sich die Leverkusener derzeit verlassen. Das ist auch deshalb wichtig, weil im Angriff Torjäger Chicharito verletzt fehlt und Leistungsträger wie Hakan Calhanoglu und Karim Bellarabi nicht unbedingt in Bestform sind.

Doch auf die derzeitigen Erfolge will sich Toprak nicht ausruhen. An diesem Donnerstag treten die Rheinländer im Hinspiel des Europa-League-Sechzehntelfinales bei Sporting Lissabon an. "Darauf freuen wir uns alle und darauf liegt auch derzeit unsere volle Konzentration", sagt Toprak. Deshalb will der türkische Nationalspieler, der wegen interner Differenzen seit einem Jahr nicht mehr für die Auswahl von Trainer Fatih Terim antritt, erstmal nichts von dem Duell gegen den aktuellen Top-Scorer der Bundesliga am nächsten Sonntag wissen.

Aubameyang und Slimane: Schwere Aufgaben

Da trifft Bayer im Spitzenspiel der Bundesliga zuhause auf Borussia Dortmund und BVB-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang, der schon 20 Tore erzielt und vier vorbereitet hat. In Lissabon, sagt er, warten ja auch Hochkaräter. Ismail Slimane zum Beispiel, der algerische Nationalspieler hat schon 18 Mal für Sporting in dieser Runde getroffen. Es stimmt schon, die kommenden Aufgaben sind nicht leicht für Bayer und Toprak. Aber andersrum gesagt: Wer will gerade schon freiwillig gegen diese Bayer-Innenverteidigung spielen?

Aus Darmstadt berichtet Tobias Schächter

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