Bundesliga

17.05.2016 - 11:22 Uhr


Eintracht-Trainer Niko Kovac: "Negative Gedanken rauben nur die Energie"

Frankfurt - Eintracht Frankfurt hat nach hartem Kampf den Relegationsplatz erreicht. Das Verdienst nicht zuletzt von Trainer Niko Kovac, der dem Team seit seinem Amtsantritt im März neues Selbstvertrauen gegeben hat. Vor dem ersten Relegationsspiel gegen den 1. FC Nürnberg spricht Kovac über die Psyche seiner Spieler, über den Gegner aus dem Frankenland und über die Rolle von Alex Meier

bundesliga.de: Herr Kovac, die Eintracht hat sich in den vergangenen Wochen einerseits aus einer beinahe hoffnungslosen Position zurück-gekämpft, den direkten Klassenerhalt dann aber andererseits um zwei Minuten verpasst. Was macht das mit der Psyche Ihrer Spieler?

Niko Kovac: Natürlich waren sie im ersten Moment sehr enttäuscht, wir hatten ja unser Ziel Klassenerhalt zum greifen nahe. Ich habe der Mannschaft  schon unmittelbar nach Schlusspfiff auf dem Platz gesagt, dass wir jetzt zwar hingefallen sind, aber dass echte Kerle auch wieder aufstehen. Wir hatten in den letzten vier Wochen nur Entscheidungsspiele, von denen wir drei gewonnen haben. Meine Mannschaft kann deshalb schon mit dieser Drucksituation umgehen.

bundesliga.de: Wie gehen Sie selbst mit dieser Achterbahnfahrt der Gefühle um?

Kovac: Das gehört zum Fußball. Vor drei Wochen, als wir fast schon abgeschlagen Vorletzter waren, hätte hier in Frankfurt fast jeder das Erreichen der Relegationsspiele als Erfolg gewertet, jetzt haben wir halt zwei weitere Entscheidungsspiele. Ich beschäftige mich nicht mit negativen Gedanken, denn sie rauben einem nur die Energie für die Positiven. Ich schaue deshalb jetzt nach vorne, um die Relegationsspiele erfolgreich bestreiten zu können.

bundesliga.de: Hat das in einer Relegation unterklassige Team einen psychologischen Vorteil, weil man im Gegensatz zum oberklassigen Gegner auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken kann, oder spielen solche Überlegungen keine Rolle, sobald angepfiffen wird?

Kovac: Beide Teams haben genauso viel zu gewinnen wie zu verlieren. Nürnberg hat eine tolle Saison gespielt und steht nun ganz dicht vor dem Aufstieg, wir haben uns aus einer fast aussichtslosen Lage wieder die reelle Chance auf den Klassenerhalt erarbeitet. Sicherlich spielt die Psyche bei solchen Spiele eine große Rolle. Die letzten Spiele haben gezeigt, dass meine Mannschaft einen stabilen Eindruck macht.

bundesliga.de: Der 1. FC Nürnberg ist eine Mannschaft, die, wie Trainer René Weiler sagt, über die Athletik kommt. Ist die größere spielerische Klasse der Eintracht ein Vorteil, oder definieren sich solche Endspiele grundsätzlich über den Kampfgeist?

Kovac: In solchen Partien spielen der Wille, der Einsatz und der Kampf eine große Rolle. Man darf aber auch die spielerische Komponente nicht vergessen. Man muss eine gesunde Balance zwischen kompakter Defensive und kreativen Offensive finden, und die hatten wir in den Partien gegen Mainz, Darmstadt und Dortmund. An diesen Spielen werden wir uns orientieren.

bundesliga.de: Wie weit können Sie auf Alex Meier bauen, und wie geht Meier mit der Rolle als Hoffnungsträger um?

Kovac: Allein die Anzahl der geschossenen Tore zeigt, wie wichtig Alex für die Eintracht ist. Er wird definitiv eine Option für die Relegationsspiele sein. Aber er war lange verletzt, und wir sollten keine Wunderdinge von ihm erwarten. Er hat natürlich diese Qualität, aus ganz wenigen Chancen ein Tor zu erzielen. Das könnte für uns noch ganz wichtig sein. Aber wir haben in den vergangenen Wochen auch ohne Alex erfolgreich, sodass wir jetzt nicht unsere ganze Hoffnung auf Alex Meier setzen werden.

Die Fragen stellte Andreas Kötter

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