Bundesliga

24.01.2016 - 15:52 Uhr


Neues Sturm-Duo macht bei Hannover 96 Hoffnung

Können dem Tabellenletzten weiterhelfen: Das neue Sturmduo Hugo Almeida (l.) und Adam Szalai

Hannover - Nach dem Umbruch in der Sommerpause mit sechs Neuzugängen und neun Abgängen hat man nach Platz 17 in der Vorrunde bei Hannover 96 während der Winterpause noch einmal auf den Reset-Knopf gedrückt. Für den zurückgetretenen Michael Frontzeck nahm Thomas Schaaf auf der Trainerbank Platz, und noch einmal fünf Neue wurden geholt für die Mission "Aufholjagd". Kein anderer Club war so aktiv auf dem Transfermarkt.

Zwei Angreifer mit Bundesliga-Erfahrung wurden geholt. Neben Adam Szalai, der in Hoffenheim nicht über eine Reservistenrolle hinauskam, erinnerte sich Schaaf an einen alten Weggefährten. Hugo Almeida, der unter ihm in Bremen in 117 Spielen 41 Tore erzielte. Der Portugiese wurde nach einer Odyssee über Besiktas Istanmbul, AC Cesena, Kuban Krasnodar nun von Anschi Machatschkala an die Leine geholt (zur Transferbörse).

Hoffmann nach 22 Monaten zurück

Und die Beiden bildeten gegen Darmstadt 98 gleich das Sturm-Duo. Dazu kehrte Andre Hoffmann nach 22 Monaten ins Team zurück. Sein letztes Bundesliga-Spiel bestritt der 22-Jährige am 6. April 2014 im Niedersachsen-Derby bei Eintracht Braunschweig.

Hoffmann übernahm die Sechser-Position in der von Schaaf vom 4-2-3-1- auf ein 4-4-2-System mit Raute umgestellten taktischen Grundausrichtung. Eine Umstellung, die bei den Gästen für Verwirrung sorgte. "Mit der Raute hatten wir unsere Probleme", gab Marcel Heller gegenüber bundesliga.de zu.

Almeida-Hammer mit 92 km/h

"Hannover hat uns das Leben schwergemacht", beschrieb auch Darmstadt-Trainer Dirk Schuster den starken Auftritt der Gastgeber. "Folgerichtig fiel das 0:1." Almeida war es, der nach zehn Minuten traf - nach Vorlage von Szalai drosch der 31-Jährige den Ball mit 92 km/h in die Maschen.

Als Sandro Wagner nach 31 Minuten die erste Chance der Lilien zum Ausgleich nutzte, kippte die Partie. Am Ende gewann der Aufsteiger dank eines zweiten Treffers von Wagner mit 2:1. Statt zur Aufholjagd zu blasen, stürzt Hannover auf Rang 18 ab.

"Haben ein anderes Hannover 96 erlebt"

Trotzdem war Schaaf nicht unzufrieden nach seinem ersten Punktspiel mit seinem neuen Team. "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben ein anderes Hannover 96 als zuletzt erlebt", so der 54-Jährige. Allerdings fehle "insgesamt die Überzeugung, eine Aktion auch mal zum Abschluss zu bringen. Einer schiebt dem anderen die Verantwortung zu."

Trotzdem ist Schaaf überzeugt: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Nicht mit dem Ergebnis, aber mit der Art und Weise, wie wir vor allem in der ersten Halbzeit aufgetreten sind." Die Statistiken geben dem Trainer recht. 64 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 79 Prozent angekommene Pässe - Zahlen, die sich deutlich von den Werten der Vorrunde unterscheiden.

Almeida "erst bei 60 Prozent"

Und das neue Sturm-Duo macht Hoffnung: Acht der 13 Hannoveraner Torschüsse gab das Duo Almeida/Szalai ab. "Die Beiden sind schwer zu stoppen", lobte auch Schuster. Wenn man bedenkt, dass Almeida nach eigener Aussage "erst bei 60 Prozent" ist, dürfen die Fans der Roten in der Rückrunde auf mehr als 18 Torjubel hoffen.

Neben den 40 Prozent bei Almeida fehlt den 96ern Hiroshi Kiyotake an allen Ecken und Enden. In der niedersächsischen Landeshauptstadt hoffen sie auf eine baldige Rückkehr des Spielmachers, der das neue Sturm-Duo noch besser in Szene setzen soll.

"Wir müssen die Niederlage ganz schnell abschütteln", so ein enttäuschter Kapitän Christian Schulz nach dem verpatzten Beginn der Aufholjagd, "und am besten schon in Leverkusen ein Erfolgserlebnis feiern." Punkte müssen her, wenn nicht der Abstieg Hannover das 120-jährige Vereinsjubiläum überschatten soll.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs

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