Bundesliga

11.04.2016 - 16:01 Uhr


Neuer Optimismus bei Schalke: Derbymoral macht Mut

Leroy Sane kann den Dortmunder Führungstreffer postwendend ausgleichen

Gelsenkirchen - Zweimal in Rückstand geraten, zweimal geantwortet – beim FC Schalke 04 blickt man nach dem Derby gegen Borussia Dortmund mit neuem Optimismus auf den Endspurt in der Bundesliga. "Wir können gegen Widerstände angehen und zurückkommen", verteilte Trainer André Breitenreiter ein Extralob an seine Mannschaft.

Keine Frage: Auf Schalke hat man sich nach dem 2:2-Unentschieden gegen den Revierrivalen entschlossen, dass das Glas halbvoll ist und nicht halbleer. "Wir sind zwei Mal zurückgekommen, das ist super für unsere Moral", freute sich Klaas-Jan Huntelaar, der mit seinem Elfmetertreffer sein drittes Derby-Tor der Saison geschossen hat. Für den Stürmer eine seiner leichteren Aufgaben, wie er hinterher verriet: "Der Torwart war schon früh unterwegs, da konnte ich den Ball einfach in die andere Ecke schießen."

Die Fans fordern – die Spieler liefern

Auch Horst Heldt wollte nach der Punkteteilung die positiven Aspekte hervorheben. "Die Mannschaft hat alles gegeben. Das war nicht einfach nach dem enttäuschenden Auftritt in Ingolstadt, nach dem vieles in Frage gestellt wurde und nach dem die Köpfe unten waren", urteilte der Sportdirektor. Kampf bis zum Umfallen hatten vor dem Anpfiff die Schalker Anhänger auf einem großen Transparent von den Profis verlangt. "Die Fans haben berechtigter Weise etwas gefordert", betonte Heldt. "Und die Spieler haben geliefert, was man im Derby liefern muss – sich wehren und fighten."

Auch die Profis selbst hoben Kampf, Einsatz und Willen hervor, die man ihnen dieses Mal nicht absprechen konnte. "Alle Spieler haben alles gegeben, das ist das Wichtigste", wischte Huntelaar Kritik am spielerischen Auftritt schnell beiseite. Sascha Riether sah es ähnlich: "Es hat spielerisch nicht alles geklappt, aber die Mannschaft hat sich in alles reingeworfen. Das wollten die Fans von uns sehen. Es ging nicht um Schönspielerei."

Dortmunder Rotation nicht ausgenutzt

"Vom Kampf her war’s gut", unterstrich auch Max Meyer. "Es war eine umkämpfte Partie - aber sicher kein hochklassiges Spiel", fiel sein Urteil allerdings differenzierter aus. Dass die Dortmunder zunächst etliche ihrer Stammkräfte geschont und mit Aubameyang, Mkhitaryan und Reus ihr torgefährliches Offensiv-Trio auf der Bank gelassen hatten, "konnten wir leider gar nicht ausnutzen", musste Meyer eingestehen. Gerade in der ersten Halbzeit war den Schalkern wenig Produktives eingefallen gegen Borussias Rotations-Elf, torgefährliche Aktionen waren Mangelware. Im Gegenteil: Auch komplett neu formiert zeigte der BVB die reifere Spielanlage und kam zu besseren Möglichkeiten.

Was aber bleibt, ist die Tatsache, dass Schalke trotz zweimaliger Führung der Gäste nichts aufsteckte. "Wir sind zurückgekommen, das war in dieser Saison auch noch nicht oft der Fall", bemerkte Horst Heldt. Und als das Derby in den zweiten 45 Minuten so richtig Fahrt aufnahm und ein intensiver Fight wurde, "da haben wir Herz und Leidenschaft gezeigt", freute sich André Breitenreiter. "Vor dem Spiel hatte ich gefordert, dass wir uns wehren – das haben die Jungs gemacht."

Meyer: "Können noch Dritter oder Vierter werden"

Und genau diesen Derby-Geist soll und will die Mannschaft jetzt mitnehmen in den Endspurt der Bundesliga. "Genau so müssen wir in die nächsten Spiele gehen, mit Freude und Galligkeit, aber auch mit Disziplin und Konzentration", forderte Pierre-Emile Hojbjerg. Im Kampf um die internationalen Plätze hat Schalke ganz offenbar neuen Mut gefasst. "Wenn wir in den nächsten Wochen kämpferisch so ein Gesicht zeigen und dazu noch ein bisschen besser Fußball spielen, dann können wir am Ende auch noch Dritter oder Vierter werden", glaubt Max Meyer.

"Am Ende kann der Punkt aus dem Derby noch viel Wert sein", hofft auch Horst Heldt mit Blick auf das enge Rennen, das sich gleich fünf Vereine um Champions League und Europa League liefern. Gerade einmal vier Punkte trennen den Tabellendritten Hertha BSC vom FC Schalke 04 auf Rang sieben (zur Tabelle).

Noch zwei schwere Aufgaben vor der Brust

Dass die Knappen mit dem Auswärtsspiel bei Bayern München (zur Vorschau) und dem Heimauftritt gegen Leverkusen jetzt noch zwei ganz schwere Aufgaben vor der Brust haben, schreckt dank Derbymoral auch nicht mehr. "Wenn wir die Spiele so angehen wie das Derby, dann ist mir nicht bange", ließ Sascha Riether Optimismus sprechen. "Mit dieser Einstellung können wir auch in München was mitnehmen. Wir fahren nicht dahin, um den Bayern zur Meisterschaft zu gratulieren."

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte

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