Bundesliga

11.06.2017 - 11:48 Uhr


Neu-Nationalstürmer Sandro Wagner: Mehr als nur Tore

Bringt sich auch im Nationalteam in Position: Sandro Wagner

Nürnberg - Sandro Wagner von der TSG Hoffenheim tippte sich auf die Brust und wimmelte den Bittsteller aus San Marino mit einem energischen Kopfschütteln ab. Nein, dieses verschwitzte, rasenfleckige Trikot mit der Nummer 9 würde er an seinem größten Abend ganz gewiss nicht hergeben.

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"Es gibt eine lange Warteliste", sagte Wagner nach seinen drei Toren im zweiten Länderspiel für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft lachend, "ich weiß noch nicht, wer es bekommt." Der Spätberufene sah seine Trophäe aber auch als Ansporn: "Wenn ich in Hoffenheim nächste Saison gar kein Tor mehr mache, nominiert man mich nicht mal mehr San Marino."

"Er hat eine Meinung, zu der er auch steht"

Der 29-Jährige hat bei den Weltmeistern Eindruck hinterlassen - und das beileibe nicht nur wegen seiner Tore. Wie er sich inmitten vieler Jungprofis als Lautsprecher positioniert, wie sanft er in der deutsch-dänischen Schule von Kopenhagen mit den Kindern umging, wie er sich für seinen Kollegen und Konkurrenten Timo Werner einsetzte, hatte Klasse.

Video: Sandro Wagner, der unbequeme Kämpfer

Bundestrainer Joachim Löw schätzt Wagners direkte Art: "Er ist ein Spieler mit einer gewissen Reife. Eine Persönlichkeit, die eine Meinung hat und auch zu dieser steht", sagte Joachim Löw, "zudem hat er auf dem Platz Wucht und Dynamik. Er ist nicht einfach zu verteidigen."

Lob an Vorbereiter Kimmich

Von San Marino verständlicherweise schon gar nicht. Sandro Wagner war am Samstagabend einen Kopf größer als jeder Gegenspieler, sein Trikot hätte den Abwehrspielern des Zwergstaates ohnehin nicht gepasst. Das kam Wagner besonders beim ersten Tor (16.) zugute, einer "Riesenerleichterung", einem "Traum", für den er dem Vorbereiter Joshua Kimmich stürmisch dankte: "Robert Lewandowski kann sich freuen, wenn Jo bei den Bayern spielt. Bei den Flanken macht er gleich noch mal zehn Tore mehr. Hundertprozentig." 

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Zwei weitere Tore (29./85.) ließ Wagner an diesem Abend noch folgen. Bescheiden ordnete er sich anschließend in der DFB-Hierarchie hinter Mario Gomez vom VfL Wolfsburg ein, "der hat 'ne tolle Vita in der Nationalmannschaft". Er selbst sei stets sein größter Konkurrent. Löw allerdings ließ Wagner hoffen: "Stürmer Nummer eins - da will ich mich nicht festlegen. Sandro hat in dieser Woche einen großen Schritt nach vorn gemacht."

Nächster Schritt beim Confed Cup

Der nächste soll beim Confed Cup getan werden. Von Russland weiß Sandro Wagner allerdings noch nicht viel. "Vom DFB gab es so einen Infozettel", sagte er, "den werde ich mir dann wohl mal durchlesen."

SID

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