Bundesliga

06.10.2016 - 13:49 Uhr


Natürlicher Leader: Wölfe hoffen auf Kuba

Köln – Nach seinem Wechsel zum VfL Wolfsburg ist Jakub Blaszczykowski schon der unangefochtene Leader der Niedersachsen. Der Pole trug bereits nach drei Spielen die Kapitänsbinde. Jetzt soll er den VfL in höhere Tabellenregionen führen.

Beim VfL Wolfsburg gibt es so manchen Spieler, der in der Bundesliga öfter auf dem Platz gestanden hat als Jakub Blasczykowski: Mario Gomez, Marcel Schäfer oder etwa Diego Benaglio. Trotzdem trägt der Pole nach nur zwei Bundesliga-Spielen die Kapitänsbinde beim VfL Wolfsburg. Er mag vielleicht kein Lautsprecher sein, ist aber ein "natürlicher Leader". Zum einen, weil der eigentliche Kapitän Diego Benaglio inzwischen nur noch die Nummer zwei hinter Koen Casteels ist und der Stellvertreter Luiz Gustavo an einer Verletzung laboriert, zum anderen aber auch wegen der Aura von "Kuba", wie er zumeist genannt wird.

Kuba: "Es war extrem emotional"

Seit seinem Wechsel von Wisla Krakau zu Borussia Dortmund im Jahr 2007 hat Kuba einiges gesehen. Er war dabei einer der wenigen, der den sensationellen Aufstieg des BVB vom Mittelklasse-Club zum zweifachen Meister, Double-Gewinner und Champions-League-Finalist komplett miterlebt hat. Mit 27 Toren in 203 Bundesliga-Spielen für Schwarz-Gelb hat er entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung und hat in Dortmund einen großen Fußabdruck hinterlassen.

Auch heute noch wird Kuba beim BVB verehrt, zuletzt gesehen beim Heimspiel des VfL Wolfsburg gegen Borussia Dortmund, als der 30-Jährige nach Spielschluss von den Fans des BVB im Auswärtsblock frenetisch gefeiert wurde. Der VfL hatte gerade 1:5 verloren. "Es war extrem emotional und das hat man, glaube ich, auch gesehen. Dieser Moment ging mir persönlich sehr nah. Jeder hat verstanden, warum ich in der Sekunde zum Ex-Verein gelaufen bin", so der Pole im Anschluss.

Neue Rolle als Rechtsverteidiger

Nachdem es bei seiner einjährigen Leihe beim AC Florenz auch verletzungsbedingt nur mäßig lief, konnte Kuba vor allem bei der Europameisterschaft in Frankreich wieder ordentlich Werbung in eigener Sache machen und bewies seine Konkurrenzfähigkeit auf internationalem Top-Niveau.

In Dortmund setzt man auf den offensiven Außenpositionen inzwischen aber neben den gestandenen Nationalspielern Andre Schürrle und Marco Reus auf junge wilde Dribbler vom Typ Ousmane Dembele und Emre Mor. Thomas Tuchel plante Kuba deshalb als Rechtsverteidiger ein, wo er mit seinem Freund Lukasz Piszczek um einen Stammplatz hätte kämpfen müssen.

Internationale Ziele

So entschied sich der noch immer sehr dynamische Außenspieler also zum Wechsel nach Wolfsburg. Auch hier begann er zunächst als Rechtsverteidiger, stand bisher in allen Bundesliga-Spielen 2016/17 in der Startelf. Das Ziel ist klar: "Jeder im Team will sich wieder für den internationalen Wettbewerb qualifizieren", sagt Kuba, der 24 Mal in der Champions League und elf Mal in der Europa League gespielt hat. Doch der Saisonstart des VfL verlief holprig: Seit fünf Spielen hat man nicht mehr gewonnen, steht auf Platz 13 (zur Tabelle). Es wartet viel Arbeit auf den natürlichen Leader.

Karol Herrmann

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