Champions League

17.04.2017 - 17:15 Uhr


Müller: "Wir brauchen in Madrid kein Wunder"

Leverkusen - Die Leistung des FC Bayern München beim Gastspiel bei Bayer 04 Leverkusen war stark, mit dem Ergebnis waren die Stars des Rekordmeisters aber nicht zufrieden. Zu drückend war die Überlegenheit des Tabellenführers, dem aber trotz bester Einschussmöglichkeiten ein Tor nicht gelingen wollte. Das muss im Viertelfinal-Rückspiel bei Real Madrid deutlich besser werden. Thomas Müller geht die Aufgabe trotzdem optimistisch an, wie er im Interview verrät.

Frage: Mit welchem Gefühl fahren Sie nach Madrid? Mit Trotz?

Thomas Müller: Nein, kein Trotz. Wir fahren mit dem Bewusstsein nach Madrid, dass vieles möglich ist. Egal, mit welchen Problemen und Verletzungssorgen wir auch zu kämpfen haben, werden wir immer eine schlagkräftige Truppe auf den Platz bekommen.

"Im Hinspiel waren wir vielleicht etwas gehemmt"

Frage: Sie haben schon nach dem Hinspiel gegen Real Madrid gesagt, dass Sie kein Wunder im Rückspiel brauchen. Was macht Ihnen nun Mut?

Müller: Wir haben ein Spiel vor Augen, von dem wir wissen, wie schwer es wird. Wir wissen aber auch um die Chancen. Theoretisch gesehen, müssen wir nur das gleiche Spiel gegen Real wie bis zur Halbzeit abliefern. Dann würde es, wenn es genauso läuft, inklusive Elfmeter eineinhalb zu null für uns stehen. Dann wären wir in der Theorie schon fast weiter. So schnell kann es im Fußball gehen. Wir brauchen jedenfalls kein Fußballwunder wie Barcelona im Rückspiel gegen Paris (nach einer 0:4-Hinspielniederlage, die Red.). Dementsprechend fahren wir mit weniger Respekt nach Madrid, als wir ihn vielleicht noch vor dem Hinspiel hatten, als wir in der einen oder anderen Situation vielleicht etwas gehemmt waren.

Frage: Unter welchen Vorzeichen steht die Reise nach Madrid?

Müller: Wir wissen, dass wir im Hintertreffen sind. Aber es ist kein Ding der Unmöglichkeit. Wir brauchen zwei Tore und haben 90 Minuten dafür Zeit. Wenn wir die schaffen und eins bekommen sollten, geht es schon mal in die Verlängerung.

Frage: Hilft es, dass schon ein Großteil der Mannschaft im Spiel im Jahr 2012 dabei war, als die Bayern nach dem frühen 0:2-Rückstand fast schon draußen waren und am Ende nach Verlängerung und Elfmeterschießen doch noch ins Finale einzogen?

Müller: Nein, das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir viel Erfahrung in der Mannschaft haben, aber auch den Willen und frische Köpfe, die viel erreichen wollen. Wir werden am Dienstag mutig sein müssen und werden dann sehen, was dabei herauskommt.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski

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