Champions League

27.09.2016 - 09:02 Uhr


Bayer 04 selbstbewusst - Monaco mit Respekt vor Chicharito

Monaco/Nizza - Bayer Leverkusen ist an die Côte d’Azur gereist und will im Fürstentum Monaco einen weiteren Schritt Richtung Achtelfinale machen. Beim AS Monaco will das Team von Trainer Roger Schmidt den Schwung aus dem Last-Minute-Sieg am Wochenende in Mainz mitnehmen.

Das schwarz-weiße Hochzeitsbild von Fürst Rainier III und Grace Kelly (alias Grazia Patricia) hängt noch an der Wand im schmucklosen Presseraum des Stade Louis II, das sonst als Trainingsraum der Fechter benutzt wird. Das Stadion (eröffnet 1985) inmitten des Fürstentums dient neben den Fußballern auch als Heimat fast aller anderen Sportarten und beherbergt im Innern unter anderem auch das Trainingszentrum der Fechter, Boxer und Kraftsportler. In das Stadion integriert ist eine Schwimmhalle und unter dem Spielfeld, das 8,50 Meter über Straßenhöhe liegt, ist ein viergeschossiges Parkhaus mit einer Kapazität von 1700 Autos gebaut worden.

Wiedersehen mit einem alten Bekannten

Vor zwei Jahren hatte die Werkself schon einmal zwei Duelle mit den Monegassen bestritten. Zweimal stand am Ende eine 0:1-Niederlage. Dieses Mal wollen es die Leverkusener besser machen. Sie sollten auch etwas mitnehmen aus dem Fürstentum, um den Anschluss in der Gruppe nach dem 2:2 gegen ZSKA Moskau nicht zu verlieren. "Ich kann mich an die beiden Duelle noch sehr gut erinnern. Wir haben da sehr, sehr viel investiert und am Ende nichts bekommen", so Bayer-Trainer Roger Schmidt.

Leno: Nach Sieg in Mainz wieder selbstbewusst

Der AS Monaco gewann am ersten Spieltag auswärts im Wembley-Stadion gegen Tottenham Hotspurs und führt die Gruppe E an. Am Wochenende siegte das Team von Trainer Leonardo Jardim mit 2:1 gegen Aufsteiger Angers. Die Monegassen liegen derzeit in der Ligue 1 auf Platz zwei hinter dem Nachbarn OGC Nizza. "Monaco hat eine interessante Mannschaft", erklärte Bayer-Keeper Bernd Leno, „das wird nicht einfach“. Dennoch zeigte sich der Nationalspieler selbstbewusst, vor allem nach dem hart erkämpften Auswärtssieg beim FSV Mainz am Wochenende. "Die Stimmung am Sonntag beim Auslaufen war natürlich gut, nicht auszudenken, wie es bei einer Niederlage gewesen wäre. Die Köpfe sind wieder oben, wir gehen selbstbewusst in das Duell."

Großer Respekt vor Chicarito

"Sie riskieren immer noch sehr wenig und lassen viele Spieler hinter dem Ball. Gegen solche Teams spielt Geduld eine große Rolle," erklärte Roger Schmidt, der über die Stärken der Monegassen nur allzu gut Bescheid weiß.  Der Spielstil, so der Trainer, habe sich seit dem Aufeinandertreffen vor zwei Jahren nicht großartig geändert. Die Werkself wird vermutlich mehr Ballbesitz haben und auf einen diszipliniert in der Abwehr tief stehenden Gegner treffen, der blitzschnell die Fehler der Leverkusener ausnutzen möchte.

Besonders in den Fokus bei den französischen Journalisten war Bayer-Torjäger Chicarito. Der Mexikaner, der gegen Mainz gleich dreimal traf, genießt auch im Fürstentum eine hohe Wertschätzung. Auf die Frage eines französischen Journalisten wie wichtig „Chica“ für die Mannschaft ist, antwortete Schmidt trocken: "Sehr, weil er die Tore macht." Schmidt freut sich über die Entwicklung des Mexikaners, der zu Beginn der Saison und in der Vorbereitung aufgrund seines Handbruchs Schwierigkeiten hatte seine Form zu finden.

Bender und Calhanoglu wohl fit

Nach der PK ging es dann zum Abschlusstraining ins weitläufige nur knapp 19.000 Zuschauer fassende Stadion. Einen Hexenkessel müssen die Leverkusener nicht fürchten, denn das Stadion wird wahrscheinlich bei weitem nicht ausverkauft sein. Trotz des tollen Spätsommertages und angenehmen Temperaturen in Monaco ist der Rasen im Stade Louis II alles andere als fürstlich, das bemerkte auch Bayer-Manager Jonas Boldt, der sich mit einem Augenzwinkern schon bei der UEFA beschweren wollte. Beim Abschlusstraining waren auch die angeschlagenen Lars Bender und Hakan Calhanoglu dabei. Bender hatte die Partie in Mainz aufgrund von Sprunggelenksproblemen verpasst, der Türke Calhanoglu fiel mit einer Schienbeinprellung aus. Beide stehen dem Trainer aber wohl zur Verfügung.  "Hakan ist sehr wahrscheinlich wieder im Kader und auch bei Lars geht die Tendenz nach oben", sagte Schmidt.

ASM ohne Falcao

Beim Tabellenzweiten der französischen Liga glänzt momentan Thomas Lemar. Der junge Franzose spielt sich derzeit in den Fokus und glänzt auf dem linken Flügel der Monegassen. "Wir haben uns gut auf Bayer 04 vorbereitet", erklärte er auf der Abschluss-Pressekonferenz am Montagabend. Der Star des Teams, Radamel Falcao, wird beim Duell im Stade Louis II jedoch nicht dabei sein können. Der Kolumbianer laboriert immer noch an den Folgen einer Gehirnerschütterung.

Aus Monaco berichtet Alex Barklage

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