Bundesliga

07.10.2016 - 18:01 Uhr


Anthony Modeste: "Unsere Stärken: Wir haben keine Stars und gemeinsam grossen Spass!"

Köln - Anthony Modeste ist in der Form seines Lebens. Nach seinem Traumtor in München zum 1:1 steht der Franzose in der Torschützenliste mit fünf Treffern neben Hochkarätern wie Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang, Vedad Ibisevic und Chicharito ganz vorne (>>> Fünf mal fünf: Der Strafraumstürmer lebt). Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de spricht der Stürmer über den erfolgreichen Saisonstart des 1. FC Köln, seine sportlichen Ziele und seine Rolle in der Mannschaft.

>>> Alle Infos, Spielbericht und vieles mehr zur Partie #FCBKOE im Matchcenter

bundesliga.de: Monsieur Modeste, Sie haben früher schon einmal in der Allianz Arena getroffen, damals noch für die TSG 1899 Hoffenheim. Nun Ihr Treffer für den 1. FC Köln. Wie haben Sie sich nach Ihrem sehenswerten Tor gefühlt?

Anthony Modeste: In München zu treffen, ist immer etwas besonderes, weil man beim deutschen Rekordmeister auftritt und weil dort nicht viele Spieler Manuel Neuer bezwingen können. Aber wichtiger war, dass wir einen Punkt mit nach Hause genommen haben. Wir hatten zwar auch manchmal das Glück auf unserer Seite, wenn man sieht, dass die Bayern Pfosten und Latte getroffen haben. Aber wir sind nach der Pause selbstbewusster und mit einer Portion Unbekümmertheit aufgetreten, nachdem die erste Hälfte durchwachsen verlief. In der Halbzeit hat der Coach gemeint, dass wir bloß keine Angst haben sollen und alles geben sollen. 'Wir haben in München nichts zu verlieren. Habt Spaß.' Und den hatten wir.

bundesliga.de: Wie erklären Sie, dass Sie mittlerweile regelmäßig treffen?

Modeste: Ich fühle mich wohl und konnte mich auf die Saison sehr gut vorbereiten. Außerdem bin ich hier in Köln nicht mehr neu. Mit 28 Jahren gehöre ich zu den Ältesten und ich mag es Verantwortung zu haben. Das gibt mir ein tolles Gefühl.

bundesliga.de: Die Fans und die Stadt träumen bereits von der Champions League. Sie auch?

Modeste: Ich bleibe realistisch: Wir haben erst sechs Spieltage bestritten. Dementsprechend dauert die Saison noch lang und es kann noch sehr viel passieren. Wir werden alles tun, um weiterhin erfolgreich zu spielen. Wenn wir im April immer noch so weit oben in der Tabelle stehen, können wir von Europa reden. Aber nicht früher.

bundesliga.de: In der vergangenen Saison wurde Köln Bundesliga-Neunter. Welches Ziel haben Sie sich für diese Spielzeit gesteckt?

Modeste: Diesen neunten Platz zu verteidigen. Die Basis haben wir bereits hingelegt. Wir wollen diesen Rhythmus so lang wie möglich beibehalten. Wenn mehr als Platz neun am Ende der Saison rausspringen sollte, umso schöner.

>>> Bescheidener Modeste: Symbol des Kölner Erfolgs

bundesliga.de: Warum läuft es beim FC momentan so gut?

Modeste: In der vergangenen Saison hatten wir ein relativ junges Team, das nun reifer geworden ist. Fast alle unsere Spieler haben eine komplette Bundesliga-Saison hinter sich. Nun treten wir alle viel selbstbewusster auf. Wir haben keine Stars und Spaß zusammen. Das ist unsere große Stärke.

Video: Der 1. FC Köln ist emotional und besonders

bundesliga.de: Wie entscheidend war die Einkaufspolitik des Clubs im Sommer?

Modeste: Sie hat mit Sicherheit eine wichtige Rolle gespielt. Die Verantwortlichen haben die Mannschaft klug verstärkt. Alle Leistungsträger konnten gehalten werden und wir haben nur ein paar Änderungen vorgenommen, um qualitativ noch besser zu sein. Wir haben einen starken Kader, mit dem wir noch viel Spaß haben werden.

>>> Kölns Modeste erzielt das Tor des 6. Spieltags

bundesliga.de: Nun kommt der Tabellenvorletzte FC Ingolstadt ins Rhein-Energie-Stadion. Sind in diesem Spiel für den FC drei Punkte Pflicht?

Modeste: Absolut. Vor heimischem Publikum werden wir das Spiel machen. Wir wollen unsere starke Leistung aus dem Spiel in München bestätigen. Ingolstadt wird eine komplizierte Aufgabe, weil sie erst einen Punkt auf dem Konto haben und ihre Lage natürlich verbessern wollen. Ich bin guter Dinge, dass uns der Heimsieg gelingt. Vor allem, wenn wir bescheiden in unserem Auftreten und fleißig im Training bleiben. Es gehört zu meinem Job, die jungen Spieler zu bremsen, wenn sie zu euphorisch sind.

bundesliga.de: Gibt es die Gefahr, die Gäste aus Oberbayern zu unterschätzen?

Modeste: Nein, weil bei uns keiner überheblich ist. Wir haben Respekt vor jedem Gegner, wollen aber natürlich jeden schlagen. Insofern werden wir den FCI nicht unterschätzen und diese Hürde mit viel Leidenschaft und Seriösität angehen. Mit einem Dreier würden wir die Ingolstädter deutlich hinter uns lassen.

Das Gespräch führte Alexis Menuge

Weitere Artikel

© 2016 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH