Bundesliga

20.03.2016 - 11:40 Uhr


Hertha will mit Wikingern in die Königsklasse

Per Skjelbred übernimmt Verantwortung bei Hertha BSC und hat mit seinem Einsatz großen Anteil am Lauf der Berliner

Starke Teamleistung: Hier jubelt Salomon Kalou mit Skjelbred

Berlin - Neben den Offensivstars wie Salomon Kalou und Genki Haraguchi spielen sich bei Hertha BSC auch die Norweger Rune Jarstein und Per Skjelbred immer mehr in den Fokus.

"Rune und die beiden Innenverteidiger standen gut", schilderte Hertha-Coach Pal Dardai seine Eindrücke von der Schlussphase der Partie (zum Spielbericht), als Ingolstadt noch mit aller Macht auf den Ausgleich drängte. "Große Angst" vor einem möglichen Treffer zum 2:2 habe er deswegen "nicht gespürt", so Dardai. "Rune" - der von Dardai so gelobte ist Herthas norwegischer Keeper Rune Jarstein. Der Ein-Meter-90-Mann war Anfang 2014 von Viking Stavanger an die Spree gewechselt und sollte dem Platzhirschen Thomas Kraft Dampf machen.

"Spiel by Spiel"

Das klappte zunächst nur in dem Sinne, dass Kraft sich durch die neue Konkurrenz in der Tat zu besseren Leistungen treiben ließ. Doch seit Jarstein Mitte September in Wolfsburg für den verletzten Kraft eingewechselt wurde, konnte der Norweger seine Chance nutzen. Der inzwischen wiedergenesene Kraft sitzt als Nummer 2 auf der Bank, während Jarstein sowohl mit seinen fuballerischen Fähigkeiten als auch im klasssichen Torwartspiel auf der Linie Woche für Woche zu überzeugen weiß.

Nur verbal holpert es noch ein wenig. Als Jarstein nach dem Arbeitssieg gegen Ingolstadt mit einer klassischen Phrase der Reporterfrage nach europäischen Zielen ausweichen wollte, antwortete der  Norweger erst in einer Mischung aus Deutsch und Englisch "Spiel by Spiel", ehe er doch noch auf das berühmte "von Spiel zu Spiel" kam. Doch das ist aktuell gar nicht so leicht – in der Liga heißt das nächste Spiel "auswärts bei Bourssia Mönchengladbach". Die rangieren derzeit zwei Plätze hinter Hertha und haben sechs Punkte weniger auf dem Konto. Ein Sieg am Niederrhein könnte für die Dardai-Elf also durchaus vorentscheidend sein, um zumindest Platz 4 schon mal zu sichern.

Per, der Kilometerfresser

Doch davor steht noch die Länderspielpause auf dem Programm. Für Jarstein heißen die nächsten Gegner Estland und Finnland. "Keine Pause" also, wie der Keeper lächelnd erklärt. Genausowenig wie für seinen Landsmann Per Ciljan Skjelbred. Der hat inzwischen mehrfach die Hauptstädter als Kapitän aufs Feld geführt, weil der 28-Jährige im Verbund mit dem wiedererstarkten Tolga Cigerci und dem ohnehin offensiver ausgerichteten Vladimir Darida ein derart starkes Mittelfeldzentrum bildet, dass für den nominellen Kapitän Fabian Lustenberger momentan nur die Bank bleibt.

Dabei hatte "Schelle", wie er in Berlin genannt wird, vor dem Wochenende wegen einer leichten Erkrankung noch kürzer treten müssen. Das hielt "unseren Wikinger", wie sein Trainer Dardai ihn kürzlich genannt hatte, nicht davon ab, erneut über zwölf Kilometer abzureißen. Übertroffen wurde er in dieser Hinsicht nur von seinen Mittelfeldkolllegen Tolga Cigerci und Vladimir Darida.

Skjelbred an beiden Toren beteiligt

Noch wichtiger als Skjelbreds Laufbereitschaft ist jeodch seine Zweikampfstärke. So eroberte er vor dem 1:0 gegen Ingolstadt den Ball. Dazu kommt Skjelbreds Einsatz vor dem 2:0, als er einen Pass von Roger abfing und so erneut einen erfolgreichen Angriff einleitete.

Seit neun Heimspielen ungeschlagen, vier dier letzten fünf Partien gewonnen, den Vorsprung auf Platz 4 um einen Punkt vergrößert – kommt die Pause für Hertha nun zur Unzeit? Nein, meint Skjelbred: "Das ist alles kein Problem", sagt der Mittelfeldmann, der seit bald fünf Jahren in Deutschland kickt. "Urlaub mit der Nationalmannschaft, gut essen, Freunde treffen – das macht immer Spaß."

Dabei hatte Skjelbred, der auch Kapitän Norwegens ist, nach dem Aus in den EM-Playoffs schon einen Rücktritt aus der Auswahlmannschaft erwogen. Doch offenbar hat er sich auch an die schönen Seiten der Länderspielphasen erinnert. Vielleicht einigen sich Skjelbred und Jarstein unterwegs noch, ob es denn nun eine Pause ist oder nicht. Einig sind sie sich zumindest schon mal in der Bewertung des nächsten Ligaspiels: Bei Borussia Mönchengladbach wird es nicht einfach werden.

Aus Berlin berichtet Andre Anchuelo

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