Bundesliga

29.05.2017 - 12:47 Uhr


Gladbach: Mehr Flexibilität dank Vincenzo Grifo

Vincenzo Grifo wechselt von Freiburg nach Mönchengladbach

Köln – Mit Vincenzo Grifo vom Sport-Club Freiburg hat Borussia Mönchengladbach seinen ersten großen Transfer für die Spielzeit 2017/18 vorgestellt. Trotz der großen Konkurrenzsituation bringt der 24-Jährige neue Qualitäten in die Fohlen-Offensive.

Ob Thorgan Hazard, Ibrahima Traore, Patrick Herrmann, Jonas Hofmann, Fabian Johnson, Lars Stindl, Raffael oder Andre Hahn: Für das offensive Mittelfeld hat Gladbachs Trainer Dieter Hecking gleich acht hochwertige Optionen in seinem Kader. Wo also soll Neuverpflichtung Vincenzo Grifo, der sowohl als Zehner wie auch auf den Außenpositionen agieren kann, seinen Platz noch finden?

Karriere über Umwege

Schließlich ist Grifo kein Senkrechtstarter. Der gebürtige Pforzheimer mit italienischem Pass hat nicht die Bilderbuch-Karriere eines Top-Talents hinter sich. Statt Jugend-Internat bei einem Spitzenclub spielte er mit 18 Jahren noch für die A-Junioren des VfR Pforzheim in der U19-Verbandsliga. Dort machte er dann mit 53 Saisontoren als Mittelfeldspieler für höhere Aufgaben auf sich aufmerksam.

Über den Karlsruher SC zog es Grifo zur TSG 1899 Hoffenheim. Trotz Bundesliga-Debüt unter Markus Babbel im Jahr 2012 schien der Schritt noch ein wenig zu früh, zwei Leihen zu Dynamo Dresden und dem FSV Frankfurt folgten.

Stark im Abschluss, genial bei Standards

Bei den Hessen gelang Grifo dann auch der erste große Durchbruch. Mit seiner Torgefährlichkeit, seinen Vorlagen und vor allem seinen gefährlichen Standards war er Garant für den Klassenerhalt des FSV in der 2. Bundesliga 2014/15.  Der Wechsel zum Ligarivalen SC Freiburg war der logische nächste Schritt. Zunächst mit 14 Toren einer der Aufstiegshelden im Breisgau, unterstrich Grifo in der vergangenen Saison dann mit acht Vorlagen und sechs Toren auch eindrucksvoll seine Bundesliga-Tauglichkeit.

Video: Strassenkicker Grifo

Keiner feuert mehr Distanzschüsse ab

Die Elf von Dieter Hecking bekommt mit Grifo einen neuen Spielertyp für die Offensive, einer der weniger durch Sprints und Dribblings auffällt, dafür aber nicht lange fackelt: Mit 83 Torschüssen und 93 Torschussvorlagen waren 2016/17 nur Bayerns Robert Lewandowski und Ingolstadts Pascal Groß an mehr Abschlussaktionen beteiligt. Kein Spieler zog außerdem öfter von außerhalb des Strafraums in Richtung Tor ab.

Zur vielleicht größten Qualität Grifos dürfte jedoch zweifelsohne die Standardsituation gehören. Fünf seiner ruhenden Bälle führten letzte Saison zu Toren, 2015/16 verwandelte er gar sechs Freistöße direkt. Und in dieser Hinsicht könnte Gladbach durchaus noch ein wenig gefährlicher werden, schließlich datiert das letzte Freistoßtor aus dem Jahr 2015.

Karol Herrmann

Weitere Artikel
Die Bundesliga APP
Service

© 2017 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH