Bundesliga

25.06.2016 - 17:30 Uhr


Max Eberls Masterplan für Borussia Mönchengladbach

Sportdirektor Max Eberl lenkt Borussia Mönchengladbach

Köln - Vor fünf Jahren verhinderte Borussia Mönchengladbach haarscharf den Abstieg aus der Bundesliga. Zuletzt qualifizierte sich das Team zweimal für den europäischen Wettbewerb. Der Aufschwung ist nicht zuletzt ein Verdienst Max Eberls, der mit seiner Personalpolitik die "Fohlen" zu einem Spitzenverein geformt hat. bundesliga.de erklärt den Masterplan des Sportdirektors.

Fünf Tage. Mehr nicht. Fünf Tage Pause gönnte sich Max Eberl, nachdem er die wichtigsten Geschäftstätigkeiten mit Blick auf die kommende Bundesliga-Spielzeit erledigt hatte. Ergebnis der Bemühungen waren unter anderem die Verpflichtungen des Weltmeisters Christoph Kramer, Tobias Strobl, Jannik Vestergaard sowie Mamadou Doucouré und Laszlo Benes.

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Fünf Tage, in denen das Handy nahezu außer Reichweite lag und Max Eberl etwas entspannen konnte. Schließlich hat er gemeinsam mit Trainer André Schubert und Teammanager Steffen Korell den personellen Stamm für die kommende Saison beisammen. Und damit die Kluft, den die abwandernden Granit Xhaka, Martin Stranzl, Martin Hinteregger, Roel Brouwers und Havard Nordtveit hinterlassen haben, frühzeitig gekittet.

Frühzeitig alles fix

"Die frühzeitige Kaderplanung ist für mich ein elementarer Punkt. Ich möchte, dass der Trainer möglichst früh mit dem kompletten Stamm arbeiten kann", verdeutlicht Eberl seine Philosophie, dank derer die Gladbacher Borussia in den vergangenen Jahren (wieder) zu einer attraktiven Adresse für (potenzielle) Bundesliga-Spieler geworden ist, sowohl für die gestandenen als auch die talentierten. "Borussia Mönchengladbach hat wirtschaftlich wie sportlich einen fantastischen Weg beschritten, ohne dabei eine echte Schwächeperiode durchlaufen zu müssen", analysierte Eberl im Mai.

>>>Zum bundesliga.de-Interview mit Max Eberl

Sein alles überragender Transfer dieses Sommers ist der von Granit Xhaka zum FC Arsenal, an dem die Borussia gut verdiente. "Wir haben durch unsere Erfolge großartiges Geld eingenommen und das ist gut so. Und es ist wichtig, dass wir dieses Geld auch hundertprozentig in den Kader reinvestieren können. Das müssen wir aber auch, weil wir auf einem Level spielen, auf dem wir in den vergangenen fünf Jahren vier Mal Europa erreicht haben", sagte Eberl in einem Interview mit dem Onlineportal westline.de.

Video: Christoph Kramer erklärt seine Rückkehr

Im vergangenen Sommer gingen die Gladbacher als beste Rückrundenmannschaft in die Saison 2015/16. Die Fohlen waren Dritter geworden und rund um den Borussia-Park herrschte eitel Sonnenschein. Der war jedoch nach nur fünf Spieltagen verschwunden. Nach einem beispiellos schlechten Start mit fünf Niederlagen in Serie warf Erfolgstrainer Favre hin. Eberl installierte André Schubert als Interimstrainer - und sollte seine Entscheidung nie bereuen. Mehr noch: Schubert rechtfertigte das Vertrauen der sportlichen Führung, holte bis zum Ende der Hinrunde starke 29 von 36 möglichen Punkten und wurde folgerichtig zum Chefcoach befördert.

Als Vierter ging die Elf vom Niederrhein in die Rückrunde, als Vierter beendete sie die Saison. Im zweiten Halbjahr blieben die Extreme aus, im eigenen Stadion war Borussia bärenstark, auswärts harmlos. Unterm Strich blieb aber eine sensationelle und in der Bundesliga in dieser Art nie zuvor gesehen Aufholjagd vom letzten Platz bis auf den Qualifikationsplatz zur Champions League. Die Borussia hat sich in der Spitzengruppe der Bundesliga etabliert und spielt zum fünften Mal in den vergangenen sechs Jahren international - auch ein Verdienst des Sportdirektors.

Kreative Lösungen

Marco Reus, Dante, Marc-Andre ter Stegen, Christoph Kramer, Max Kruse oder Granit Xhaka: Borussia Mönchengladbach hat diverse große namhafte Bundesliga-Starts hervorgebracht und mithin gewinnbringend transferiert. Doch Max Eberl wäre nicht Max Eberl, hätte er im Gegenzug keine ansprechenden Lösungen im Köcher, um diese Abgänge adäquat zu ersetzen. Ein Weg, der den Vereinsverantwortlichen und den Anhängern zusagt.

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Ohne sich zu übernehmen, ohne zu überdrehen, begeistert er etablierte Kräfte oder bindet frühzeitig frische Talente an den Verein. Denn: "Wir sind die Fohlen-Elf, das ist unser Weg, mit jungen Spielern zu arbeiten und diese zu integrieren. Ein Weg, der alternativlos ist für Borussia Mönchengladbach." Und ein Weg, den vor allem Max Eberl geprägt hat.

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