Bundesliga

27.10.2016 - 05:14 Uhr


Augsburgs Marwin Hitz vor dem Bayern-Spiel: "In der Liga wollen wir es besser machen"

Augsburg - Nach den Bayern ist vor den Bayern: Nur 72 Stunden nach dem Pokalspiel gegen den FC Bayern München trifft der FC Augsburg in der Bundesliga wieder auf den deutschen Rekordmeister. Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de spricht Augsburgs Torwart Marwin Hitz über die besondere Konstellation, über seine herausragenden Leistungen in den vergangenen zwei Spielzeiten und über Schweizer in der Bundesliga.

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bundesliga.de: Herr Hitz, nur drei Tage nach dem DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern muss der FCA ein zweites Mal gegen den Rekordmeister antreten. Was können Sie aus dem Pokal- fürs Liga-Spiel mitnehmen?

Marwin Hitz: Wir werden auf jeden Fall die Fehler aufarbeiten und wollen es nun in der Liga besser machen, damit wir in dem Spiel etwas Zählbares mitnehmen. Dass das enorm schwer wird, steht außer Frage.  

bundesliga.de: Lassen sich etwaige Erkenntnisse gegen eine Mannschaft wie den FC Bayern überhaupt innerhalb von 72 Stunden umsetzen?

Hitz: Warum nicht. Wir haben ja zum Teil individuelle Fehler gemacht, die zu den Gegentoren geführt haben. Und dann findet man immer auch Dinge, die wir als Mannschaft noch besser machen können.

bundesliga.de: Einige Kritiker wollten den Bayern bereits eine Krise einreden, weil Sie in der Bundesliga zweimal in Folge nicht gewonnen hatten. Lassen Sie sich davon blenden?

Hitz: Nein, auch wir haben die Bayern zuletzt gegen Mönchengladbach gesehen. Dort haben sie gezeigt, dass die beiden Unentschieden eher Ausrutscher waren und sie bärenstark sind. Deshalb hilft es uns mehr, auf uns selbst zu schauen, damit wir als Team gut dagegenhalten können.  

bundesliga.de: Wenn man auf die Bayern trifft, weiß man als Torwart, dass man wahrscheinlich mehr zu tun bekommt als in vielen anderen Spielen. Machen Sie persönlich deshalb vor diesem Spiel etwas anders als sonst?

Hitz: Nein, die Abläufe sind immer gleich. Jedes Spiel, egal gegen wen, verdient dieselbe detaillierte Vorbereitung. 

bundesliga.de: Sie sind wie in der vergangenen Spielzeit nicht nur notenbester Spieler Ihrer Elf, sondern erneut auch einer der drei, vier besten Torhüter der Liga. Was sagt das aus über eine Mannschaft, wenn der Torwart über einen längeren Zeitraum der beste Spieler ist?

Hitz: Der Torwart ist genauso ein Teil der Mannschaft wie jeder Feldspieler auch. Ich würde daraus keine speziellen Schlüsse ziehen. Generell schaue ich auch nicht wirklich auf die Noten in den Medien. Mir sind die Meinungen der Trainer viel wichtiger. Aber natürlich freut es einen, wenn die eigenen Leistungen anerkannt werden.  

bundesliga.de: Gibt es eine Schlussfolgerung, die diesbezüglich fahrlässig wäre?

Hitz: Ja, man kann daraus jedenfalls nicht auf die Qualität der Abwehr oder der Mannschaft schließen.  

bundesliga.de: Nach dem achten Spieltag der vergangenen Saison war der FCA 16., jetzt steht er mit drei Punkten mehr auf Platz 12. Damals folgte eine schwierige Saison. Was erwarten Sie diesmal?

Hitz: Jede Saison ist eine neue Herausforderung, der wir uns gerne stellen und Woche für Woche hart arbeiten, um am Ende unsere Ziele zu erreichen. Wir alle wissen, dass es auch dieses Jahr nicht leicht wird. Aber wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir auch am Ende einer schwierigen Saison erfolgreich sein können.

bundesliga.de: Was macht es mit den Spielern, wenn sie über einen längeren Zeitraum dem enormen Druck ausgesetzt sind, den Abstiegskampf wohl bedeutet?

Hitz: Das ist für uns eine normale Situation. Jeder kann sich, die Mannschaft und die Möglichkeiten des Vereins realistisch einschätzen. Für uns gilt es vor jeder Saison erst einmal drei Mannschaften zu finden, die wir hinter uns lassen. Der Druck wird eigentlich nur dann größer, wenn man hinter den Erwartungen bleibt, die man selbst oder das Umfeld hat. 

bundesliga.de: Welche Schwerpunkte setzt der neue Trainer, Dirk Schuster, im Vergleich zu Markus Weinzierl?

Hitz: Jeder Trainertyp ist anders und hat seine eigenen Vorstellungen. Dirk Schuster bringt immer wieder neue Impulse und Ideen. Speziell für uns Torhüter hat sich aber gar nicht viel verändert, da weiterhin Zdenko Miletic unser Torwarttrainer ist.  

bundesliga.de: Apropos Weinzierl: Waren Sie überrascht von den Startschwierigkeiten von Schalke 04?

Hitz: Dass Schalke 04 zum Auftakt einer Saison fünf Spiele in Folge verliert, war natürlich überraschend. Aber dort hat sich viel verändert und das braucht immer etwas Zeit. Ich bin mir sicher, dass sie schnell wieder oben Anschluss finden werden.

bundesliga.de: Sie sind nun bereits im neunten Jahr in der Bundesliga. Wie hat sich die Liga in dieser Zeit Ihrer Meinung nach weiterentwickelt, gerade im europäischen Vergleich?

Hitz: Die Bundesliga ist in den letzten Jahren immer stärker geworden und hat seine Spitzenposition in der Fünf-Jahres-Wertung hinter Spanien eingenommen. Von der Attraktivität und der Stimmung in den Stadien ist die Bundesliga top.  

bundesliga.de: Enorm weiterentwickelt hat sich auch der Schweizer Fußball. Das zeigen die Ergebnisse der Nationalmannschaft, aber auch die immer weiter steigende Zahl Schweizer Fußballer in der Bundesliga. Wo sehen Sie dafür die Gründe?

Hitz: In der Schweiz wurde und wird immer mehr für den Nachwuchs getan. Dies zahlt sich aus, weil es die Qualität der Spieler steigert. Durch die Erfahrungen der Spieler in den Topligen Europas profitiert auch die Nationalmannschaft. Ich hoffe, dass wir diesen erfolgreichen Weg fortsetzen können. 

Video: Das ist das Stadion des FC Augsburg

bundesliga.de: Gibt es in der Schweiz zudem eine besondere Torwartausbildung oder ist es Zufall, dass ein kleines Land wie die Schweiz in der Bundesliga, die gemeinhin bekannt ist für ihre Top-Keeper, drei Stammtorhüter stellt?

Hitz: Die angesprochene Entwicklung bei den Spielern gilt auch für die Torhüter. Es ist sicherlich nicht alltäglich, aber es zeigt eine gewisse Qualität. Ich denke auch, dass die Bundesliga für viele Schweizer ein großes Ziel ist, weil hier die Umstellung - allein schon sprachlich - nicht so groß ist wie in anderen Ländern.

Das Gespräch führte Andreas Kötter.

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