Bundesliga

11.10.2016 - 10:32 Uhr


Mark van Bommel: "Die Bundesliga ist ein Fest"

Köln - Viereinhalb Jahre spielte er beim FC Bayern München, bestritt 123 Bundesligaspiele und holte zwei deutsche Meisterschaften, ehe er Deutschland in Richtung Mailand verließ: Mark van Bommel. Inzwischen ist der Niederländer sowohl Nachwuchskoordinator bei der PSV Eindhoven, als auch Co-Trainer von Saudi Arabien, wo sein Schwiegervater Bert Van Marwijk, Ex-Trainer des Hamburger SV und von Borussia Dortmund, das Sagen hat.

Im zweiten Teil des Exklusiv-Interviews mit bundesliga.de analysiert Mark van Bommel die Entwicklung der Bundesliga seit 2011, warum sie in seiner Heimat mittlerweile auch populär geworden ist und welches Team wird seiner Meinung nach für die Sensation sorgen und direkt in die Champions League einziehen.

>>> Teil 1: Mark van Bommel über die Konstanz beim FC Bayern

bundesliga.de: Wie analysieren Sie die Entwicklung der Bundesliga in den vergangenen Jahren?

Mark Van Bommel: Seit ich 2011 den FC Bayern verlassen habe, ist sie immer besser geworden, vor allem in der Breite. Früher konnte nur der FC Bayern Top-Spieler holen, nun kann es sich auch Borussia Dortmund leisten, sowie Schalke 04 oder Bayer Leverkusen. Wenn ich mit Saudi Arabien in der Welt herumreise im Rahmen der WM-Qualifikation, dann höre ich stets nur Positives über den deutschen Fußball.

bundesliga.de: Und wie wird die Bundesliga in Ihrer Heimat gesehen?

Van Bommel: Sogar in Holland ist der Respekt immer größer geworden. Die Stadien sind immer voll, es gibt nie Fan-Krawalle. Die Bundesliga ist ein Fest. Sie wird nie langweilig. Davor kann man nur den Hut ziehen.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie das Titelrennen in dieser Saison in der Bundesliga?

Van Bommel: Ich gehe fest davon aus, dass der FC Bayern in den kommenden Jahren die Bundesliga weiterhin dominieren wird. Damit diese Vorherrschaft gestoppt wird, muss zum Beispiel bei Borussia Dortmund in einer Spielzeit wirklich alles passen. Zum Beispiel, dass es keine Verletzten gibt, dass die Mannschaft von Thomas Tuchel alle drei Tage mit der hohen Belastung klarkommt, was bei diesem jungen Team nicht unbedingt sofort zu erwarten ist, und dass es einfach gar keine Schwächephase gibt. Heute glaube ich, dass der Vorsprung noch zu groß ist und, dass der Kader des FC Bayern zu breit aufgestellt ist und erfahren genug, um auf dem Weg zum Meistertitel gefährdet zu werden.

bundesliga.de: Von welchem Bundesligisten sind Sie in den letzten Monaten am meisten überrascht worden?

Van Bommel: Hertha BSC wirkt unheimlich stabil und gereift, nicht nur seit gestern. Das hat man bereits in der vergangen Saison feststellen können, als die Berliner lange auf Platz drei standen, bevor sie dann im letzten Drittel der Saison schwächelten. Seit Anfang dieser Spielzeit ist Hertha BSC trotz Europapokal-Aus wieder sofort oben dabei. Mal sehen, ob sie es besser als 2015/2016 machen, aber dieser Elf ist es zuzutrauen.

bundesliga.de: Was halten Sie von der sportlichen Entwicklung von RB Leipzig?

Van Bommel: Auch dieser Verein macht bisher einen sehr guten Eindruck, er wirkt stabil und spielt mit viel Selbstbewusstsein. Dieser Weg erinnert mich an den FC Ingolstadt vor genau einem Jahr und vor allem an die TSG Hoffenheim 2007/2008. Nun müssen die Leipziger stabil sein um oben mitzuspielen, aber das Potenzial scheint diese Mannschaft zweifelsohne zu haben.

bundesliga.de: Welche Mannschaften werden nach dem 34. Spieltag auf dem Podium stehen?

Van Bommel: Bayern München wird Deutscher Meister, das ist für mich klar. Dann sehe ich Borussia Dortmund auf Platz zwei und Dritter wird RB Leipzig. Überraschend, oder? Aber das ist mein Tipp.

bundesliga.de: Wie fällt Ihre Meinung über Borussia Dortmund aus?

Van Bommel: Dieses Borussia Dortmund gefällt mir gut. Es macht Spaß ihn zuzuschauen. Die offensive Qualität ist richtig stark, aber Titel gewinnt man meistens mit den wenigsten Gegentoren, und ich habe Zweifel, ob der BVB in der Abwehr stabil genug ist. Mir gefällt vor allem Pierre-Emerick Aubameyang.

bundesliga.de: Warum?

Van Bommel: Er hat sich zu einem kompletten Stürmer entwickelt. Er ist ein Typ. Er ist von sich selbst überzeugt. Er macht einen guten Eindruck. Auch Ousmane Dembélé hat Riesen-Potenzial. Beide harmonieren auch prächtig.

Das Gespräch führte Alexis Menuge

Video: Dortmunder Rasselbande

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