Bundesliga

25.02.2016 - 16:10 Uhr


Uth: "Nagelsmann vermittelt die Freude am FuSSball"

Mark Uth (re.) feiert einen seiner Treffer gegen Mainz mit Kevin Volland (li.) und Pavel Kaderabek

Köln - Die TSG 1899 Hoffenheim hat sich im Abstiegskampf zurückgemeldet. Mit vier Punkten aus den beiden letzten Spielen – den ersten beiden unter Trainer Julian Nagelsmann – haben die Kraichgauer mindestens den Relegationsplatz wieder fest im Visier. Vor dem schweren Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund am kommenden Sonntag blickt TSG-Stürmer Mark Uth im Interview mit bundesliga.de auf seinen schwierigen Start in Hoffenheim und die positive Entwicklung der letzten Wochen zurück.

bundesliga.de: Mark Uth, am vergangenen Wochenende haben Sie Ihr 13. Bundesliga-Spiel bestritten und endlich auch den ersten Sieg feiern können, zu dem Sie auch noch zwei Tore beigesteuert haben. Wie hat sich das angefühlt?

Mark Uth: Es war auf jeden Fall ein tolles Gefühl, für die Mannschaft wichtig zu sein. Es hat Spaß gemacht. Das erste Tor wurde von Kevin Volland super vorbereitet, das zweite von Pavel Kaderabek. Es war unheimlich wichtig, dass wir zuhause die drei Punkte eingefahren haben.

bundesliga.de: Sie spielen Ihre erste Saison als Bundesliga-Profi und haben ein turbulentes erstes Dreivierteljahr hinter sich. Wie schwer ist Ihnen die Eingewöhnung in der sportlich schwierigen Situation gefallen?

Uth: Es war insgesamt herausfordernd, weil die Erfolge ausblieben. Es war schon eine Umstellung, das Training war intensiver als ich es vorher kannte. Ich hoffe, dass nun alles besser wird.

"Wir haben einen Plan"

bundesliga.de: Sie kamen mit der Empfehlung von 40 Toren in den letzten drei Jahren in Holland nach Hoffenheim. Wie waren Ihre Erwartungen?

Uth: Man kommt zu einem neuen Verein, möchte direkt wichtig und am besten Stammspieler sein. Ich habe mich dann leider im letzten Vorbereitungsspiel verletzt. Es dauerte einige Zeit, bis ich wieder zu 100 Prozent fit war. Und dann kamen einige Faktoren zusammen, warum es schlechter lief. Aber das ist auch normal. Man fällt in ein Loch und das Selbstvertrauen leidet.

bundesliga.de: Sind Sie jetzt gefühlsmäßig richtig in der Bundesliga angekommen?

Uth: Das hoffe ich doch. Das Spiel gegen Mainz war für mich und uns alle sehr wichtig.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie insgesamt die Situation, die trotz der vier Punkte aus den letzten beiden Spielen unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann angespannt ist?

Uth: Wir haben jetzt zwei ordentliche Spiele absolviert. Der Punkt in Bremen und der Heimsieg waren sehr wichtig. Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen sehen, ob es schon die Kehrtwende war. Wir trainieren gut, arbeiten am Offensivspiel. Die Zusammenarbeit macht Spaß. Wir haben ein Plan, sind optimistisch, wenngleich es sicher auch mal einen Rückschlag geben kann.

"Wir können den Klassenerhalt schaffen"

bundesliga.de: Der Abstand zum Relegationsplatz wurde auf zwei, der auf den rettenden Rang 15 auf vier Punkte verringert. Wie stehen die Chancen auf den Klassenerhalt.

Uth: Wir haben noch viele Spiele vor uns. Wenn wir so weitermachen, können wir sicherlich den Klassenerhalt schaffen.

bundesliga.de: Ihr neuer Trainer Julian Nagelsmann ist gerade einmal vier Jahre älter als Sie. Wie arbeitet er, wie ist seine Ansprache an das Team?

Uth: Er vermittelt uns Freude am Fußball. Wir sollen wieder Spaß haben und das Gefühl vom Gewinnen erfahren. Dafür sollen wir hoch attackieren, sehr offensiv spielen und den Torabschluss suchen. Wenn wir hoch attackieren und dann den Ball gewinnen, ist das gegnerische Tor nicht mehr weit entfernt.

bundesliga.de: So hat Hoffenheim auch früher unter Markus Gisdol gespielt, unter Huub Stevens dann weniger. Kommt die offensivere Ausrichtung Ihrem Spiel entgegen?

Uth: Hoch attackieren, pressen, den Ball erobern, den Torabschluss suchen - das ist mein Spiel. Aber es war in unserer Situation auch wichtig, erstmal Stabilität zurückzuerlangen über eine geordnete Defensive, wie es Huub Stevens gemacht hat..

"Wir wollen in Dortmund offensiv agieren"

bundesliga.de: Sie waren beim 1. FC Köln, spielten dort in der zweiten Mannschaft und sind dann den Weg nach Holland gegangen, wo Sie für zwei Vereine in der höchsten Spielklasse gespielt haben. Wie wichtig war diese Auslandsstation für Ihren Werdegang?

Uth: Das war für meine Entwicklung unglaublich wichtig. Dort konnte ich in der ersten Liga meine Erfahrungen sammeln. Im dritten Jahr kam der Durchbruch bei Heerenveen, wo ich jede Partie spielen durfte und das Vertrauen des Trainers genoss. Von da an lief es dort für mich.

bundesliga.de: Am Sonntag muss Hoffenheim nach Dortmund. Eine viel schwerere Aufgabe gibt es derzeit in Deutschland nicht. Wo sehen Sie die Chance für die TSG, beim BVB zu punkten?

Uth: Wir wissen, dass Dortmund eine sehr hohe Qualität und viele überragende Einzelspieler besitzt. Aber wir fahren auf jeden Fall nach Dortmund, um dort etwas mitzunehmen. Wir werden mit viel Selbstvertrauen spielen und haben nichts zu verlieren. Wir können dort nur gewinnen und wollen offensiv agieren. Im Hinspiel haben wir 1:1 gespielt. Wenn wir einen Sahnetag erwischen, können wir auch den BVB schlagen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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