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Bundesliga

13.01.2016 - 13:14 Uhr


BVB-Star Marco Reus: "Noch zwei, drei Schippen drauflegen"

Köln - In der Hinrunde konnte Borussia Dortmund im Vergleich zur vergangenen Saison wieder begeistern und ist derzeit der erste Bayern-Verfolger. Im Trainingslager in Dubai, wo sich die Mannschaft auf die Rückrunde vorbereitet, sprach bundesliga.de mit Marco Reus, der trotz einiger Verletzungsprobleme mit acht Treffern eine beeindruckende Quote aufweist. Im Interview spricht der Mittelfeld-Star über den Trainerwechsel, persönliche Ziele und seinen Mannschaftskameraden Pierre-Emerick Aubameyang.

Frage: Marco Reus, wie fällt Ihr Fazit über die Hinserie aus?

Marco Reus: Im Großen und Ganzen haben wir eine ordentliche Hinrunde gespielt, dabei unglaublich viele Tore geschossen und über weite Strecken sehr gute Partien abgeliefert.

Frage: Wie lief die Umstellung von Jürgen Klopp auf Thomas Tuchel?

Reus: Das war natürlich alles nicht ganz einfach: Ein neuer Trainer, eine neue Philosophie: wie schnell würde das gehen? Aber schon in den ersten Duellen haben wir gezeigt, dass wir sehr gut drauf sind. Unnötigerweise waren auch ein paar Spiele dabei, in denen wir nicht das gezeigt haben, was wir können und was wir von uns erwarten. So erklärt sich letztlich der Acht-Punkte-Abstand zu den Bayern. In der Europa League haben wir die Gruppenphase zwar souverän gemeistert, aber nicht so gut gespielt wie in der Bundesliga. Von daher müssen wir noch zwei, drei Schippen drauflegen, um auch am Ende der Saison etwas Zählbares in der Hand zu halten.

Frage: Wie schnell hat die Mannschaft die Philosophie von Thomas Tuchel verinnerlicht?

Reus: Weltklasse-Spieler, wie wir sie auch bei uns in den Reihen haben, können neue Vorgaben sehr schnell umsetzen. Schon zu Beginn der Saison haben wir die Philosophie des Trainers auf den Platz gebracht. Ich denke, das hat jeder gesehen. Dass es nicht immer zu 100 Prozent perfekt geht, wissen wir. Aber wir sind auf einem guten Weg, es in jedem Spiel möglichst perfekt zu machen.

Frage: Wie lauten die Ziele für die Bundesliga-Saison?

Reus: Das primäre Ziel ist für uns, den Punkteabstand zu den Teams hinter uns aufrecht zu erhalten, und dazu sind wir auch in der Lage. Am ersten Spieltag geht es gleich gegen Mönchengladbach, einen direkten Konkurrenten (Hier geht es zur Duell-Vorschau). Da müssen wir sofort voll da sein. Nach vorne wird es trotz der klaren Steigerung zur vergangenen Saison hingegen schwierig, weil Bayern einfach zu konstant ist.

Frage: Hertha BSC ist der direkte Verfolger des BVB auf Platz 3. Die größte Überraschung der Saison?

Reus: Es gibt jedes Jahr ein Team, das ein bisschen überrascht, aber die Leistungsdichte in der Bundesliga ist so hoch, dass es fast keinen Unterschied macht, gegen wen man spielt. Wenn man in der Bundesliga nicht 100 Prozent gibt, hat man keine Chance. Dessen sind wir uns bewusst. Hertha spielt eine tolle Saison bisher, aber entscheidend ist die Platzierung nach dem 34. Spieltag.

Frage: Wo gibt es noch Verbesserungsbedarf (Hier geht es zum großen Formcheck der Borussia)?

Reus: Wir haben zwar wahnsinnig viele Toren geschossen, hinten aber auch ein paar kassiert. Das liegt natürlich an unserer Philosophie, aber wir müssen in der Defensive einfach noch mehr Stabilität reinbringen. Dann können wir eine Führung auch mal besser über die Zeit bringen. Wir wollen außerdem noch variabler spielen und auch vor dem Tor noch gefährlicher werden.

Frage: Hadern Sie damit, dass Sie in den vergangenen Jahren immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurden?

Reus: Damit muss man fertig werden, aber für mich ist das kein Problem, ich kenne mich ja schließlich damit aus (lacht). Im Endeffekt kann man nur alles dafür tun, um gesund zu bleiben, aber manchmal verletzt man sich ja auch durch Fremdeinwirkung. Und wenn es dann passiert, muss ich das halt so hinnehmen und schnellstmöglich daran arbeiten, dass ich wieder fit werde. Grundsätzlich blicke ich immer nach vorne und lasse mich durch eine Verletzung nicht runter ziehen.

Frage: Welche persönlichen Ziele verfolgen Sie?

Reus: Ziele zu haben, sowohl im Fußball als auch privat, ist wichtig, sonst ist man Fehl am Platz. Jeder will schließlich etwas erreichen: Gut zu spielen, Titel zu gewinnen, gut für die Mannschaft sein - das ist bei mir nicht anders. Das Wichtigste ist aber die Gesundheit, denn ohne sie kann man die Dinge nicht realisieren, die man vorhat. Alles Weitere ist ein Bonus, den man sich selber hart erarbeiten kann.

Frage: Ihr Mannschaftskamerad und Kumpel Pierre-Emerick Aubameyang ist gerade zu Afrikas Fußballer des Jahres gekürt worden.

Reus: Das freut mich für ihn. Unser Spielsystem passt genau zu ihm, und wir unterstützen ihn vorne gut mit Bällen. Er arbeitet aber auch selber sehr hart an sich. Zudem ist er noch ein super Typ. Wir haben ihn nach der Auszeichnung gebührend empfangen, und das ein oder andere Essen muss er jetzt natürlich noch zahlen.

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