Champions League

23.11.2016 - 08:42 Uhr


Marco Reus: "Es war doppelt und dreifach schön"

Ein Spiel - drei Tore: Marco Reus feiert gegen Legia ein traumhaftes Comeback

Dortmund - Die dritte Halbzeit dauerte für Marco Reus deutlich länger als das gesamte Spiel gegen Legia Warschau zuvor: 00:45 Uhr in der Nacht zeigte die Stadionuhr, als der Nationalspieler die Dopingkontrolle endlich hinter sich gebracht hatte und die 90 Minuten auf dem Platz noch einmal Revue passieren lassen konnte. Im Interview spricht Reus über sein Traum-Comeback nach 185 Tagen Verletzungspause, bei dem der 27-Jährige zum spektakulären 8:4-Sieg des BVB in der Champions League gleich drei Treffer beisteuerte.

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Frage: Marco Reus, Sie haben einen Ball dabei – als Andenken an diesen spektakulären Abend?

Marco Reus: Ja, das ist der Spielball. Ich muss mir noch von allen Jungs die Unterschriften holen. Und dann bekommt er zuhause natürlich einen Ehrenplatz.

Frage: War dieses Comeback mit einem Dreierpack der Lohn für die ganze Arbeit während der langen Verletzungspause?

Reus: Selbst wenn ich kein Tor gemacht hätte, wäre ich einfach froh gewesen, dass es mit dem Comeback endlich geklappt hat. So war es natürlich doppelt und dreifach schön, dass ich auch noch getroffen habe und der Mannschaft helfen konnte. Denn im Endeffekt muss die Mannschaft Erfolg haben – das steht über allem.

Frage: Wie hat es sich denn angefühlt, endlich wieder auf dem Platz zu stehen?

Reus: Wenn du so lange raus warst, ist es immer etwas Besonderes. Ich habe auf diesen Moment hin gefiebert und habe sehr hart dafür gearbeitet. Umso schöner fühlt es sich an, wenn du dann auch noch gewinnst und selbst triffst.

Frage: Wie schwierig war es, in der langen Pause die Geduld aufzubringen? Und wie lange braucht es, bis auch der Kopf wieder dem Körper vertraut?

Reus: Das Vertrauen war von Anfang an da. Wenn es nicht da wäre, dann hätte ich auch gegen Warschau nicht gespielt. Aber für mich bringt es jetzt gar nichts mehr, über die Vergangenheit zu sprechen. Das kann ich eh‘ nicht mehr ändern. Ich kann im Hier und Jetzt entscheidende Signale setzen und der Mannschaft helfen. Daher war es auch für meinen Kopf nicht schwer. Ich habe mich einfach gefreut, wieder da zu sein. Und ich wusste, dass ich hundertprozentig fit bin.

Frage: Sie haben direkt 90 Minuten durchgespielt. War das geplant?

Reus: Ich habe ja auch in letzter Zeit enorm viel trainiert, daher habe ich noch ein bisschen Körner gehabt. Aber es ist schon klar, dass es ab der 70. Minute doch schwieriger wird, wenn du ein halbes Jahr raus warst. Aber ich habe mich ganz gut gefühlt und habe mir die Kräfte ganz gut eingeteilt. Es ist alles in Ordnung.

Frage: Sind Sie körperlich schon stabil genug mit Blick auf die nächsten Spiele?

Reus: Ich fühle mich hundertprozentig stabil, aber bis zur kompletten Fitness dauert es natürlich noch ein bisschen. Ein paar Spiele werde ich sicher brauchen. Wir haben jetzt noch sechs Partien bis zur Winterpause. Mal schauen, wie viele dann bei mir noch dazu kommen. Wir haben ein extrem schwieriges Programm vor uns gegen starke Gegner. Da müssen wir konstant spielen. Und wir müssen gewinnen.

Frage: War dieses Spiel gegen einen überforderten Gegner aus Warschau genau der richtige Moment, um wieder einzusteigen?

Reus: Grundsätzlich hätte ich auch gerne schon am Samstag gegen die Bayern gespielt. Jetzt ist es eben dieses Spiel geworden. Ich habe mich da gar nicht verrückt machen lassen.

Frage: Das Spiel war eine eindeutige Angelegenheit für den BVB, trotzdem konnte Warschau vier Mal treffen.

Reus:  Wir waren im Defensivverhalten als gesamte Mannschaft nicht gut. Das muss man auf jeden Fall ansprechen. Darüber wird zu reden sein. Vier Gegentore zuhause, das ist eindeutig zu viel.

Frage: Dem BVB reicht im letzten Gruppenspiel bei Real Madrid ein Unentschieden für den Gruppensieg. Wie optimistisch sind Sie, dass das klappt?

Reus: Erst einmal haben wir vor dem Spiel in Madrid noch zwei schwierige Spiele in der Bundesliga in Frankfurt und gegen Gladbach vor der Brust. Und dann freuen wir uns auf das Spiel bei Real, weil es ein echtes Endspiel um den Gruppensieg ist. Aber wir spielen nicht auf unentschieden. Wir spielen nie auf unentschieden - wir wollen immer gewinnen. Und ich bin sicher, dass wir dort auf jeden Fall besser verteidigen werden, als wir es gegen Legia Warschau getan haben.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte

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