Bundesliga

04.12.2016 - 10:28 Uhr


Marco Reus: "Auba ist immer eine Anspielstation"

Reus legt Aubameyang das 4:1 gegen Gladbach traumhaft auf

Dortmund - Hacke Reus, Tor Aubameyang – der Treffer zum 4:1-Endstand des BVB gegen Borussia Mönchengladbach krönte den starken Auftritt von Marco Reus. Zum ersten Mal in seiner Karriere legte der Nationalspieler in der Bundesliga drei Tore auf, und das gleich bei seinem Startelf-Comeback nach monatelanger Verletzungspause. Allzu sehr feiern lassen wollte sich der 27-Jährige nach dem Spiel aber nicht. Im Interview fand Reus stattdessen auch mahnende Worte.

Frage: Marco Reus, es sah nach viel Spaß aus, was Sie zusammen mit Aubameyang und Dembele auf den Platz gezaubert haben.

Marco Reus: Von außen sieht es immer nach viel Spaß aus…! Hätte Gladbach länger die Führung gehalten, dann wäre es ein ganz anderes Spiel geworden. Aber wir haben zum Glück schnell geantwortet und dann über die gesamten 90 Minuten Kontinuität ins Spiel gebracht. Das ist unser Ziel, da wollen wir wieder hin. Das braucht ein bisschen, aber das muss unser Anspruch sein.

Frage: Wie beurteilen Sie vor diesem Hintergrund die Partie gegen Gladbach?

Reus: Wir haben ein frühes Gegentor gefressen, was nicht so gut war. Zum Glück haben wir direkt den Ausgleich erzielt und dann das Tor zur 2:1-Führung nachgelegt. Wichtig war, dass wir kompakt gestanden haben. Die Abwehr stand sehr hoch und wir konnten das Feld eng halten, so dass Gladbach kaum zu Kombinationen gekommen ist. Ab Mitte der ersten Halbzeit hatten wir die Kontrolle über das Spiel. 

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Frage: Vor allem die Leistung der Offensivabteilung konnte sich sehen lassen.

Reus: Wenn wir ein Tor schießen und in unseren Fluss kommen, dann sind wir schon sehr gut. Aber wir müssen noch mehr Kontinuität in unser Spiel bringen, vor allem auch defensiv und in der Kompaktheit. Wir sind auf einem guten Weg, aber es braucht trotzdem noch ein bisschen Zeit. Und diese Geduld haben wir. 

Frage: Sind Pressing und Gegenpressing ein wichtiger Schlüssel auf diesem Weg? Gegen Gladbach funktionierte das sehr gut.

Reus: Genau das ist es! Wenn man kompakt steht und die Abwehrreihe hoch steht, wie wir es auch in der Vergangenheit schon gemacht haben, dann ist es schwer, uns zu schlagen. Aber eben auch nur dann. Wenn wir fünf Prozent weniger geben, dann bekommen wir Probleme. Und zwar egal, gegen welchen Gegner. Das war auch gegen Warschau so. Darum müssen wir jetzt genau da weitermachen, wo wir gegen Gladbach aufgehört haben. 

"Brauche noch ein paar Partien"

Frage: Hoch stehen, kompakt stehen – ist das auch das Erfolgsrezept für Mittwoch, wenn der BVB in der Champions League bei Real Madrid um den Gruppensieg kämpft?

Reus: Das wird man sehen, wir werden uns in den nächsten Tagen noch explizit mit Madrid auseinandersetzen. Es wird auf jeden Fall ein Spiel auf hohem Niveau. Wie unsere taktische Ausrichtung genau aussieht, muss man abwarten. 

Frage: Wie schätzen Sie nach der langen Pause Ihre eigene Leistung ein? Nach zwei Startelfeinsätzen gegen Legia Warschau und Mönchengladbach stehen für Sie zwei Tore und sechs Vorlagen zu Buche.

Reus: Es ist schon so, dass man nach einem halben Jahr Verletzungspause ein paar Spiele braucht. Ab der Rückrunde bin ich wieder bei 100 Prozent. Jetzt brauche ich einfach noch ein paar Partien. Spiele auf dem Niveau wie gegen Gladbach oder auch in den nächsten Wochen gegen Madrid, Köln und Hoffenheim sind da sehr wichtig. 

Frage: Apropos wichtig: Wie wichtig ist Pierre-Emerick Aubameyang (>>> Dortmunds Topstürmer baut Spitzenposition aus) für Sie auf dem Platz?

Reus: Auba ist immer eine Anspielstation. Wir spielen ja schon ein bisschen länger zusammen. Ich kenne seine Qualitäten und kann das auf dem Platz ganz gut einschätzen, wie er läuft. Mal klappt es weniger, mal richtig gut. Perfekt ist es noch nicht. Aber wenn es so läuft wie gegen Gladbach, dann ist es schon ganz in Ordnung. 

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Frage: Und wie wichtig ist Aubameyang für den BVB? Oder anders gefragt: Ist der BVB zu abhängig von den Treffern des Top-Torjägers?

Reus: Ich denke, der BVB hat Aubameyang damals verpflichtet, weil er Tore schießen soll. Das macht er momentan wie ein Uhrwerk. Er arbeitet aber auch sehr viel für die Mannschaft. Das sagen wir ihm auch immer wieder, weil er damit auch sein eigenes Spiel verbessert.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte

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