Bundesliga

28.01.2016 - 15:31 Uhr


Fabian winkt Startelf-Debüt

Marco Fabian zeigte gegen Wolfsburg nach seiner Einwechslung direkt, was in ihm steckt.

Frankfurt - Marco Fabian, sagt Armin Veh, sei ein richtig guter Kicker. Der Trainer von Eintracht Frankfurt hat schließlich gute Erfahrungen gemacht mit Fußballern aus Mexiko. In Vehs Stuttgarter Meistermannschaft von 2007 standen mit Pavel Pardo und Ricardo Osorio schon einmal zwei Mexikaner. Nun holte Veh als  Eintracht-Coach also den 26 Jahre alten Nationalspieler aus Mittelamerika nach Hessen.

Der Trainer habe schon den Ausschlag gegeben, erzählte Fabian nach seiner Ankunft in Frankfurt. Fabian ist mit Pardo befreundet und hat nur gute Sachen gehört über seinen neuen charismatischen Fußballlehrer. Und als er im letzten Heimspiel vor der Winterpause gegen Werder Bremen im Stadion war, durfte er erleben, was in Frankfurt los ist, wenn die Eintracht gewinnt.

Auch Meier vom Mexikaner angetan

Nun hat Fabian das am vergangenen Wochenende als Spieler auf dem Platz zum ersten Mal erlebt. Zur zweiten Halbzeit für Haris Seferovic eingewechselt, war Fabian direkt daran beteiligt, dass die Eintracht ein zwischenzeitliches 0:1 gegen den VfL Wolfsburg noch in einen furiosen 3:2-Sieg verwandelte. Dass Fabian ein guter Kicker ist, hat er dabei mehr als angedeutet. Den Siegtreffer in der Nachspielzeit durch den dreifachen Torschützen Alexander Meier bereitete der Mann aus Guadalajara mit einem energischen Dribbling inklusive Beinschuss gegen Wolfsburgs Verteidiger Vieirinha vor. "Man hat gesehen, dass er kicken kann", lobte Torjäger Meier seinen neuen Mitspieler. Fabian sei ein super Typ, der sich integrieren möchte, erzählte der Frankfurter "Fußballgott".

Veh macht Fabian den Mund wässrig

Ein offenes Lachen hat dieser Marc Fabian, der so schnell wie möglich sportlich und menschlich Fuß fassen will, fernab seiner Familie, die noch in Mexiko lebt. Der 17-malige Nationalspieler, der auch bei der WM 2014 in Brasilien zum Einsatz kam und 2012 in London mit seinem Heimatland Olympiasieger wurde, paukt dreimal die Woche Deutsch, eine Wohnung in Sachsenhausen hat er auch schon gefunden. In der Mannschaft ist der Argentinier David Abraham bisher seine erste Ansprechstation. Dass Akzeptanz in der Mannschaft vor allen durch Leistung funktioniert, hat der trickreiche Techniker aber längst verinnerlicht. Seine Lieblingsposition ist die zentral hinter einer oder zwei Spitzen - so wie nach seiner Einwechslung gegen Wolfsburg. Kreativität, Mut zum Dribbling und zum Abschluss sind seine Stärken. Mit 1,70 Meter Größe ist er aber kein Modellathlet, Zweikampfverhalten und taktisches Verständnis muss er in der Bundesliga noch verbessern. Dennoch ist Trainer Veh der Meinung, dass sein neuer Zögling schon im Spiel am kommenden Samstag in Augsburg "von Anfang an spielen" könnte.

Kleiner Mann - große Ziele

Dass sich der flinke Fabian schnell in der Bundesliga zurechtfindet, ist für die nach wie vor abstiegsbedrohte Eintracht wichtig. Im Angriff fehlt Luc Castaignos schon länger verletzt, Talent Luca Waldschmidt ist noch in der Ausbildung, und Seferovic befindet sich in einer Schaffenskrise. Wenn Fabian dort weitermacht, wo er gegen Wolfsburg aufgehört hat, kann er auch kurzfristig eine wichtige Unterstützung in der zweiten Reihe hinter Torgarant Meier werden. Für das eigene Selbstvertrauen und das Zutrauen der Mitspieler und Fans war der Auftritt bei Liga-Debüt wichtig für Fabian, der große Ziele verfolgt.

Sein Vorbild ist der etwa gleichaltrige Javier "Chicharito" Hernandez, der schon für Real Madrid und Manchester United Tore geschossen hat und bei Bayer Leverkusen ein Star dieser Bundesliga-Vorrunde war. Mit Chicharito verbindet ihn eine lange Freundschaft. Als sie sieben Jahre alt waren, begann ihre Fußball-Karriere gemeinsam in einer Akademie in der Heimat. Eine ähnliche Karriere wie die seines Freundes schwebt auch Fabian in Europa vor. Gelänge dies, wäre das sicher nicht von Nachteil für Frankfurt. Doch dieser Marco Fabian hat gelernt: Bevor sich Träume erfüllen, steht harte Arbeit an - am Samstag vielleicht schon zum ersten Mal in der Eintracht-Startelf.

Tobias Schächter

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