Bundesliga

25.01.2016 - 13:23 Uhr


Vorlage zum Siegtor: Fabián feiert Traumeinstand

Marco Fabian sicherte sich in seinem ersten Bundesligaspiel gleich einen Assist

Frankfurt - Ein Beinschuss für Vieirinha, ein energischer Antritt, die scharfe Hereingabe nach innen, die Naldo nicht klar klären konnte - und Alexander Meier schießt das 3:2. 90. Minute. Abpfiff. Eintracht Frankfurt gewinnt gegen den VfL Wolfsburg. Marco Fabiáns Vorbereitung des Siegtreffers war genau das, wovon Zugänge im ersten Spiel für den neuen Verein träumen. Eingewechselt zur zweiten Halbzeit machte der Mexikaner mit seiner letzten Aktion deutlich, dass er eine Verstärkung für die Eintracht sein kann.

"Solche Dribblings versuche ich immer wieder", erzählte der sympathische Offensivspieler, der im Winter aus Guadalajara nach Hessen gewechselt ist und sich so schnell wie möglich integrieren will im neuen Land. Drei Mal die Woche lernt er Deutsch, aber die wichtigste Lektion bei der Eintracht hat er schon gleich auf dem Fußballplatz gelernt: "Man muss Alex Meier nur den Ball geben, dann schießt er ihn rein", scherzte er.

Meier sorgt für Bewunderung

Dieser Alexander Meier ist ja tatsächlich ein "Phänomen", wie Eintracht-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen zu sagen pflegt. Nach einer völlig vermaledeiten ersten Halbzeit, nach der die Frankfurter nur wegen der Wolfsburger Schlampigkeit im Abschluss nur mit 0:1 zurücklagen, knallte Meier in typischer Manier den Ball drei Mal ins Wolfsburger Tor. Was wäre diese Eintracht ohne den Langen da vorne drin? Der Torschützenkönig der letzten Bundesliga-Saison hat nun schon wieder zehn Treffer auf dem Konto.

Und der Sieg gegen Wolfsburg war angesichts der Tabellensituation im Abstiegskampf von großem Wert. Bis zur 66. Minute hatte der lange Offensivspieler nur 13 Ballkontakte, mit seinem 14. aber traf er zum 1:1-Ausgleich wie nur er es kann und seit über 13 Jahren für die Eintracht tut: Nach einer Kopfball-Vorlage von Stefan Aigner zog Meier direkt mit der Innenseite seines rechten Fußes ab und der Ball zappelte im Netz des Tores. Die Eintracht war plötzlich wieder im Spiel. "Ich habe noch nie einen Spieler gesehen, der mit der Innenseite so gut schießen kann", lobte Aigner Meier, der bis zu seinem ersten Tor kaum zu sehen gewesen war (weitere Stimmen zum Spiel).

Fabián erhält prompt viel Lob

"Mit dieser Quote hätte Meier bei uns heute sieben Tore geschossen", klagte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs ehrfurchtsvoll. Meier trifft aus allen Lagen, am Ende nach Fabiáns Hereingabe, auch mit der Innenseite seines linken Fußes. Der Stoiker erklärte typisch für ihn nach dem Abpfiff nur: "In der zweiten Halbzeit sollte ich nur noch vorne bleiben, das habe ich gemacht." Und überhaupt: Die ganze Mannschaft habe sich gesteigert in der zweiten Halbzeit, sagte Meier, der lieber Tore als Worte für sich sprechen lassen will. "Die Moral in der Mannschaft und der Zusammenhalt waren immer gut. Das hat man heute auch gesehen."

Und auch für den neuen Kollegen Fabian hatte Meier ein Lob: "Er ist ein super Typ, der stark am Ball ist und sich sofort integrieren will." Meiers Treffsicherheit ist ein Trumpf der Eintracht im Abstiegskampf. Und neben Fabian deutete in der zweiten Hälfte auch der Ungar Szabolcs Huszti an, dass er Potenzial hat. Der 32-Jährige, früher fünf Jahre in Hannover aktiv, kam in der Winterpause aus China zurück in die Bundesliga und stand in der Startelf. Der dritte Winterzugang, Defensivspieler Kaan Ayhan (kam aus Schalke), saß hingegen 90 Minuten auf der Bank. 

Trainer Armin Veh aber wechselte richtig aus. Er nahm den seit Monaten schwachen Stürmer Haris Seferovic vom Platz, brachte Fabian und beorderte Meier in die Spitze. Seferovic solle sich ein Beispiel an Meiers Professionalität nehmen, sagte Veh hinterher. Seine Stärke, den zielsicheren Abschluss, trainiert Meier immer wieder. Der "Lange" ist keiner, der sich auf seinen Erfolgen ausruht. Veh erzählte, Meier habe in der Winterpause ein Angebot abgelehnt, obwohl er das X-Fache wie in Frankfurt hätte verdienen können. Und am Sonntag gegen Wolfsburg machte Meier dann einfach das, was er am besten kann: Tore schießen für die Eintracht.

Aus Frankfurt berichtet Tobias Schächter

Weitere Artikel
#BLFantasy
#BLTippspiel
Zu- und Abgänge

© 2016 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH