Bundesliga

01.03.2016 - 22:03 Uhr


Bock auf die Bayern - Mainz 05 vor dem Spitzenspiel

Yunus Malli will an seine starke Vorstellung gegen Leverkusen anknüpfen

Jhon Cordoba hat sich zu einem wichtigen Spieler entwickelt

Kapitän Julian Baumgartlinger geht mit breiter Brust ins Spiel gegen die Bayern

Mainz - Nach dem leidenschaftlichen 3:1 gegen Bayer Leverkusen gaben die Fans des 1. FSV Mainz 05 ihren Helden noch einen Auftrag mit auf die Dienstreise nach München. Mit Inbrunst riefen sie: "Zieht den Bayern die Lederhosen aus." Diesen Mittwoch spielen die Mainzer beim FC Bayern München (zur Vorschau), es ist das Spitzenspiel des 24. Spieltages: Der Spitzenreiter und Titelverteidiger empfängt den Tabellenfünften.

Der 1. FSV Mainz 05 hat in diesem Jahr alle Champions-League-Kandidaten zu Hause geschlagen: Zuerst Mönchengladbach, dann Schalke und nun Leverkusen. Mancher Fan träumt schon vom Europapokal, mit 36 Punkten liegen die Rheinhessen nur noch drei Punkte hinter dem Tabellendritten Hertha BSC Berlin (zur Tabelle). Offensivspieler Yunus Malli sagt: "Dass alle von Europa reden, kann man nicht verhindern. Aber wir bleiben dabei: Unser nächstes Ziel lautet 40 Punkte zu erreichen."

Immer schön auf dem Teppich bleiben, Zwischenziele erreichen und von Etappe zu Etappe denken, so hat Trainer Martin Schmidt seine Spieler auf diese Rückrunde eingeschworen. Das heiß aber nicht, dass die Mainzer in München nicht gewinnen wollen. Nur: Große Töne spucken außerhalb des Platzes entspricht nicht der Mentalität  von Schmidt, aber der Schweizer sagt auch: "Wir haben richtig Lust auf die Bayern."

Die Hoffungen der Liga ruhen auf Mainz

Es ist kein Zufall, dass die Hoffnung der Liga, diese Saison vielleicht den Meisterkampf nun noch spannend zu machen, auf den Schultern der Mainzer ruhen. Schmidt hat aus dieser Mannschaft eine mit Gier auf Erfolg gemacht - und mit den guten Ergebnissen wächst dieser. Fast alle Spieler sind besser geworden in den letzten Monaten, das gilt vor allem für die Offensivspieler: Der kleine Flügelflitzer Jairo ist mittlerweile einer der frechsten der Liga, und Mittelstürmer Jhon Cordoba traf nach langer Anlaufzeit nun gegen Leverkusen zum zweiten Mal hintereinander. Der Kolumbianer hat die Umstellung auf den Mainzer Tempofußball nun geschafft und beeindruckt mit seinem Durchsetzungsvermögen.

"Er ist unsere Maschine da vorne drin", lobt Schmid. Die Leverkusener Abwehr bekam ihn ebenso nie richtig in den Griff wie Spielmacher Malli. Der türkische Nationalspieler erzielte zwei Treffer, seine beiden ersten nach acht Spielen ohne persönliches Erfolgserlebnis. Aber Malli hat gelernt, sich nicht unterkriegen zu lassen. Mit nun schon zehn Toren ist er so gut wie noch nie. Kapitän Julian Baumgartlinger lobt: "Yunus ist auch in der Defensivarbeit sehr wichtig und beim Anlaufen des Gegners." Diese Mannschaft funktioniert.

Den Bayern Probleme machen

Und ob nun Christian Clemens oder wie gegen Leverkusen Pablo de Blasis auf der rechten Außenbahn spielen, macht kaum einen Unterschied. Fit sind sowieso alle unter Schmidt, der den physischen Aspekt des Spiels betont. Mainz hat immer hohe Gesamtlaufleistungen und führt auch die Tabelle der intensiven Sprints an. Die Tiefe im Kader sorgt für Stabilität, auch wenn mal Spieler ausfallen sollten. Der Schweizer Fabian Frei zum Beispiel fehlte fast die ganze Vorrunde verletzt. Gegen Leverkusen zeigte er aber ein starkes Spiel neben Baumgartlinger auf der Sechserposition, Danny Latza war kurzfristig ausgefallen.

Die Frage ist nur: Können die Mainzer ihr Powerspiel die ganze Saison durchhalten? In München werden sie ihre Chance suchen, wer dieser Mannschaft Platz zum Kontern gibt, wird bestraft. Und deshalb sagt Kapitän Julian Baumgartlinger vor dem Spitzentreff: "Wir wollen es den Bayern so schwer wie möglich machen."

Tobias Schächter

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