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Bundesliga

19.03.2016 - 10:32 Uhr


Leon Goretzka: "Mit Glück und Ralle" zum Sieg

Leon Goretzka gibt nach seiner schweren Verletzung gegen Gladbach sein Comeback

Gelsenkirchen - Mit einer Schultereckgelenksprengung musste Leon Goretzka fast vier Wochen verletzt passen. Bei seinem Comeback wurde er mit seinem ersten Saisontor für den FC Schalke 04 beim 2:1-Sieg über Mönchengladbach gleich zum Matchwinner.

Im Interview nach der Partie machte der Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft aber keinen Hehl daraus, wem die Schalker diesen Erfolg eigentlich zu verdanken haben. Ein Gespräch über Probleme im Zweikampf und eine große Portion Glück, einen Torhüter in Weltklasseform und die eigene Gesundheit.

Frage: Leon Goretzka, das Glück war an diesem Abend eindeutig auf Schalker Seite.

Leon Goretzka: Natürlich war das ein sehr glücklicher Sieg, darüber muss man gar nicht diskutieren. Aber der bringt genauso drei Punkte wie ein verdienter Erfolg. Daher können wir sehr zufrieden sein.

Frage: Sie selbst haben Ihr erstes Saisontor erzielt – und dann war es gleich der Siegtreffer.

Goretzka: Ich hatte in dieser Saison im Abschluss viel Pech. Entweder ging es an die Latte oder die Torhüter haben gute Paraden gezeigt. Da ist es jetzt ein bisschen Ironie des Schicksals, dass der Ball gegen Gladbach abgefälscht wird und dann so rein trudelt.

"Ein Torhüter von Weltklasseformat"

Frage: Auf der anderen Seite hat Ralf Fährmann die Punkte gleich mehrfach für Schalke festgehalten. Haben Sie überhaupt noch Worte für seine Leistung?

Goretzka: Da ist es wirklich schwierig, Worte zu finden. Da fragt man sich manchmal auch selbst auf dem Platz, wie er das immer hinbekommt. An diesem Abend haben uns hauptsächlich zwei Komponenten zum Sieg geführt – das Glück und Ralle. Es hat wieder einmal gezeigt, dass er ein Torhüter von Weltklasseformat ist.

Frage: Schalke hatte in der ersten Halbzeit über weite Strecken große Probleme, Gladbach war sehr dominant. Was ist da schief gelaufen?

Goretzka: Gladbach hat gezeigt, dass sie sehr starke Einzelspieler haben und den Ball in der Mannschaft super laufen lassen können. Wir hatten uns vorgenommen, Mann gegen Mann zu spielen, Druck auf den Mann zu machen und unsere Zweikämpfe zu gewinnen. Das haben wir aber in der ersten Halbzeit etwas vermissen lassen. Da fehlte es an der nötigen Aggressivität in den Zweikämpfen, die du einfach brauchst. So haben wir vor allem in der ersten Halbzeit zu viele Torchancen für Gladbach zugelassen. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht, aber auch noch nicht perfekt. Das können wir in Zukunft noch besser machen.

Frage: Vor allem im Mittelfeld klafften bei Schalke große Löcher.

Goretzka: Wenn du Mann gegen Mann spielst, musst du deine Zweikämpfe natürlich auch gewinnen. Machst du das nicht, eröffnen sich große Räume für den Gegner. Deswegen haben wir in der Halbzeit auch umgestellt. In der Zuordnung und auch in der Kompaktheit haben wir es dann in der zweiten Halbzeit deutlich besser gemacht.

"War ein wichtiges Spiel für uns"

Frage: Schalke ist jetzt wieder auf Rang vier vorgerückt und kann von diesem Platz auch am Wochenende nicht mehr verdrängt werden. Ein schönes Gefühl?

Goretzka: Es war ein sehr wichtiges Spiel für uns -  ein echtes Sechs-Punkte-Spiel, das wir für uns entschieden haben. Das Schöne im Fußball ist, dass in zwei Wochen auch niemand mehr fragen wird, wie wir dieses Spiel gewonnen haben. Deswegen gehen wir alle mit einem Grinsen nach Hause und können diesen Bundesliga-Spieltag in Ruhe auf der Couch verfolgen. 

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Frage: Waren Sie eigentlich selbst überrascht, dass Sie nach Ihrer Verletzungspause direkt in der Startelf standen?

Goretzka: Für mich war es nicht überraschend. So etwas spricht man schon im Vorfeld ab. Ich hatte mir intern nach der Verletzung auch selbst Gladbach als Ziel gesetzt. Dass es gelungen ist, macht mich sehr glücklich. Ein dickes Kompliment an die medizinische Abteilung und unserer Physios, die sich rund um die Uhr um mich gekümmert und alles dafür getan haben, dass ich wieder spielen kann.

"War eine schwere Verletzung"

Frage: Ist die Schultereckgelenksprengung denn schon komplett ausgeheilt?

Goretzka: Es war eine schwere Verletzung. Aber wir haben in dieser Saison noch ein bisschen was vor. Und schließlich spiele ich mit den Beinen und nicht mit der Schulter. Da muss man eben auf die Zähne beißen. Es ist aber auch nicht so, dass ich ständig daran gedacht habe, wenn ich in die Zweikämpfe gegangen bin.

Frage: Sie sind jetzt für die anstehenden Länderspiele der deutschen U21-Nationalmannschaft nominiert. Gab es keine Überlegung, sich vielleicht besser noch zu schonen und abzusagen?

Goretzka: Wir haben zwei ganz wichtige Spiele und ich bin Kapitän dieser Mannschaft. Da will ich das Team jetzt nicht hängen lassen. Wenn wir die beiden Spiele gewinnen, können wir uns schon für die EM qualifizieren. Das ist das absolute Ziel. Also werde ich mit einem guten Gewissen hinfahren – und mit einem zufriedenen Grinsen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte

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