Bundesliga

29.01.2017 - 10:50 Uhr


Gladbachs Stindl: "Jetzt wollen wir etwas entfachen"

Gladbachs Kapitän Lars Stindl sorgte mit einem Doppelpack für den Ausgleich in Leverkusen

Leverkusen - Der Aufwärtstrend von Borussia Mönchengladbach im Jahr 2017 geht weiter. Nach dem Punktgewinn in Darmstadt am vergangenen Wochenende drehte die Borussia beim Derby in Leverkusen ein verrücktes Spiel und machte aus einem 0:2-Rückstand noch einen 3:2-Erfolg. Beim ersten Auswärtssieg der Fohlen in dieser Saison wurde Borussia-Kapitän Lars Stindl mit einem Doppelpack zum Matchwinner - und anschließend sprach er über den Befreiungsschlag.

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Frage: Lars Stindl, die Borussia hat das Spiel noch nach 0:2-Rückstand gedreht und 3:2 gewonnen. Sie waren mit Ihrem Doppelpack der Mann des Spiels. Wie bewerten Sie die Partie?

Lars Stindl: Ich glaube, dass wir auch in der ersten Halbzeit in der ersten halben Stunde ein gutes Auswärtsspiel gemacht haben. Wir hatten auch die ersten beiden Großchancen des Spiels, kriegen dann durch zwei Unachtsamkeiten zwei Gegentore nach Standards und geraten ins Hintertreffen. Wir haben uns in der Halbzeit noch einmal darauf besonnen, was wir gut gemacht haben. Wir hatten schon vor dem 1:2 die Chance auf den Anschlusstreffer. Der Sieg kam zwar etwas kurios zustande, war aber ganz sicher nicht unverdient.

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Frage: Waren Ihre beiden Tore auch für Sie persönlich ein kleiner Befreiungsschlag?

Stindl: Tore macht man immer gerne. Ich freue mich, dass ich meinen Beitrag leisten konnte und wir das Spiel gewonnen haben. Für mich persönlich war es eine schöne Randnotiz, dass ich getroffen habe, wichtiger aber war der Sieg der Mannschaft.

"Dieser Sieg spricht für unsere Moral"

Frage: Haben Sie gezeigt, dass Sie der Chef auf dem Platz sind und die anderen Mitspieler auch führen können?

Stindl: Ich habe schon öfter gezeigt, dass ich auch mit anderen zusammen Leute mitreißen kann. Aber es geht nie um eine Person, sondern immer um das große Ganze. Das habe ich in meiner Karriere gelernt. Wir haben genug Spieler, die sich gegen eine Niederlage wehren und stemmen - auch heute wieder. Wir haben uns auch nach den beiden Nackenschlägen gewehrt und sind wieder aufgestanden. Dadurch ist zusammen mit den Fans eine Euphorie entstanden, so dass wir das Spiel drehen konnten. Das ist etwas Besonderes, das müssen beibehalten. Dann werden wir auch wieder öfter erfolgreich sein.

Frage: Haben Sie direkt nach Ihrem Anschlusstreffer gespürt, dass in dieser Partie noch etwas geht?

Stindl: Wir wussten in der Halbzeit, dass wir Möglichkeiten hatten und es Räume gibt. Der Trainer hat das auch angesprochen und uns aufgefordert, unsere Chance noch ein Stück weit zielstrebiger zu suchen. Durch ein Tor kann ein Spiel immer in die andere Richtung kippen. Das haben wir alle schon erlebt. Aber auch die Art und Weise, wie wir gespielt haben, hat uns in unserem Glauben bekräftigt, dass hier noch etwas geht.

Frage: Haben Sie nach den Erfahrungen der Hinrunde wirklich noch daran geglaubt, dass Sie das Spiel drehen können?

Stindl: Es war natürlich mental schwierig. Wir haben wieder ein ordentliches Spiel gemacht und lagen 0:2 in Leverkusen gegen eine starke Mannschaft zurück. Aber es spricht für die Moral der Truppe, dass wir immer wieder die Möglichkeit suchen. Und auch heute hatten wir ja einige Chancen und wurden dann auch dafür belohnt.

"Diesmal war es ein großer Schritt"

Frage: Oscar Wendt hat gesagt, dass dieser Sieg noch mehr wert sein kann als nur die drei Punkte in einem Spiel.

Stindl: Da hat er recht. Insgesamt wollten wir wieder in die richtige Richtung gehen. Letzte Woche haben wir beim 0:0 in Darmstadt einen kleinen Schritt getan. Diesmal war es ein großer Schritt, der uns allen gut getan hat - auch im Hinblick auf die Tabellensituation und der Ergebnisse der anderen. Wir haben jetzt erst einmal unsere Auswärtsmisere verdrängt. Wir haben uns auf uns und unsere Arbeit fokussieren können. Jetzt können wir den Sieg genießen, müssen uns aber ab Dienstag den Fokus auf das Freiburg-Spiel richten.

Frage: Wie hat der neue Trainer Dieter Hecking die Mannschaft in den vergangenen vier Wochen angepackt? Wie haben Sie ihn erlebt?

Stindl: Der Trainer ist schon lange im Geschäft. Er hat seine Erfahrungen schon in verschiedenen Situationen und Tabellenregionen gemacht. Er hat Mannschaften nach oben geführt. Das versucht er nun auch mit uns. Er hat auch heute das Spiel ruhig und sachlich analysiert und uns wie gesagt auf den Weg gegeben, in der zweiten Hälfte zielstrebiger zu agieren. Das haben wir getan und wurden dann auch belohnt.

Frage: Wie bewerten Sie nun den Start mit vier Punkten aus zwei Spielen im Jahr 2017? Geht es weiterhin in erster Linie um den Klassenerhalt?

Stindl: Wir wissen um die Situation. Wir haben 20 Punkte und kennen die Tabelle. Wir wollen uns auf uns konzentrieren und unsere Leistung bringen. Dass es noch ein langer und schwieriger Weg wird, haben wir vom ersten Tag des neuen Jahres gesagt. Wir wollen jetzt versuchen, noch etwas zu entfachen. Aber über neue Ziele brauchen wir nicht zu diskutieren.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski

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