Bundesliga

08.02.2016 - 15:31 Uhr


Kölns Filip Mladenovic - eine Option für sofort

Filip Mladenovic spielt beim 1. FC Köln früher als erwartet eine wichtige Rolle

Beim Hamburger stand er zum zweiten Mal in Folge in der Startelf - und machte eine gute Partie

Zuletzt spielte er mit Jonas Hector (l.) zusammen, bald könnten beide um einen Platz konkurrieren

Mladenovic kann auf der linken Seite sowohl offensiv, als auch defensiv eingesetzt werden

Hamburg - In der Winterpause verpflichtete der 1. FC Köln Filip Mladenovic. Gedacht war der Neuzugang als Option für die Zukunft, denn am Rhein ist man sich sicher, dass Shootingstar Jonas Hector nach den "Gesetzen des Marktes", wie nicht nur Sportdirektor Jörg Schmadtke ahnt, wohl Geld in die Kölner Kasse spülen, aber nicht übers Saisonende hinaus zu halten sein wird.

Holger Stanislawski hatte den Linksfuß 2012 aus der U 21 in den Profikader befördert und aus dem defensiven, zentralen Mittelfeld auf die linke Verteidigerposition beordert. Ein Glücksgriff für den FC - mit bittersüßen Nachgeschmack.

Ein Schnäppchen für die Zukunft

Hector setzte auf der neuen Position zum Höhenflug an und feierte am 14. November 2014 gegen Gibraltar sein Debüt in der Nationalmannschaft. Er wurde der 45. Spieler in der Geschichte des FC, der den Adler auf der Brust tragen durfte - und weckte mit starken Leistungen das Interesse nationaler und internationaler Top-Vereine.

Daher griffen die Kölner zu, als sie mit Filip Mladenovic einen Spieler mit Champions-League-Erfahrung quasi im Winterschlussverkauf an den Rhein holen konnten.

Trotz der Erfahrung von elf Einsätzen in der Königsklasse und sechs in der Europa League für den weißrussischen Serienmeister BATE Borissow galt Mladenovic in der Domstadt als Option für die Zukunft - für die Zeit nach Hector. Auch weil er "ein bisschen länger Urlaub gehabt (hat) als die anderen“, so Stöger. 20 Tage hatte Mladenovic pausiert und sollte laut dem Kölner Coach "schrittweise an das Niveau der Kollegen herangeführt" werden.

Das sah der Vorgestellte ganz anders: "Ich will, wenn möglich, sofort spielen", zeigte sich Mladenovic kämpferisch. Keine leeren Worte: Schon zum Rückrundenauftakt feierte der serbische Nationalspieler sein Liga-Debüt für die Geißböcke. Beim 1:3 gegen den VfB Stuttgart ersetzte er 24 Minuten vor Spielende den offensiven Leonardo Bittencourt auf der Linksaußenposition.

"Ein intelligenter Fußballer"

Nur eine Woche später der nächste Coup. Mladenovic ersetzte beim 1:1 in Wolfsburg ein halbes Jahr früher als gedacht Hector auf der linken Verteidigerposition. Der 25-Jährige kehrte zurück zu seinen Wurzeln - auf seine alte Sechserposition.

"Er ist ein intelligenter Fußballer", beschrieb Stöger den Allrounder Mladenovic bei der Präsentation. "Er ist läuferisch sehr gut, schlägt viele Flanken und versucht, auch nach vorne zu gehen und Abschlüsse zu suchen." Das durchaus mit Erfolg: Zum 3:2 von Borissow über AS Rom steuerte der 24-Jährige zwei Treffer bei.

Nach dem Remis beim Champions-League-Finalisten VfL Wolfsburg war Stöger klar, der Linksfuß ist weit mehr als eine Option für die Zukunft. "Er hat gezeigt, dass er bei uns jederzeit spielen kann", lobte der Österreicher.

Verdrängt Mladenovic FC-Held Hector auf die Bank?

Quasi über Nacht wurde in der Domstadt die Frage Hector oder Mladenovic diskutiert. Würde der serbische Nationalspieler den FC-Helden auf die Bank verdrängen? Vor dem 1:1 beim Hamburger SV (zum Spielbericht) blieb es Stöger erspart, die Frage Hector oder Mladenovic zu beantworten.

Da Kapitän Matthias Lehmann wegen der fünften Gelben Karte einmal aussetzen musste, war ein Platz aus der Sechserposition frei. Die übernahm Hector, auf dessen Stammpostion spielte Mladenovic. Stöger weiß, dass er sich auf Dauer nicht um eine Beantwortung der Frage drücken kann. Doch das bereitet dem 49-Jährigen keine schlaflosen Nächte. "Es ist wichtig für alle Beteiligten, dass sie wissen, dass wir viele Spieler austauschen können und dass wir sogar die Spielidee variieren können – und das gegen Klubs wie Wolfsburg funktionieren kann", freut sich der FC-Coach.

Zehn aus 20

"Allen muss klar sein, dass jeder jeden Tag ans Limit gehen muss. Nur das bringt uns eine Entwicklung bei jedem Einzelnen – und nur das bringt uns voran. Dafür ist der Konkurrenzkampf natürlich wichtig", beschreibt Stöger die Entwicklung der Mannschaft seit er 2013 das Ruder beim FC übernommen hat.

"Wir haben 20 Spieler für zehn Plätze in der Startformation. Es wird von Woche zu Woche oder zumindest von Transferperiode zu Transferperiode schwieriger, in die Startelf zu kommen. Das ist ein gutes Zeichen, dass wir uns weiterentwickeln."

Und die Antwort auf die Frage Hector oder Mladenovic muss nicht zwangsläufig mit der Verbannung eines der beiden Linksfüßer auf die Bank beantwortet werden. Die Spiele in Wolfsburg und Hamburg haben gezeigt, dass beide variabel genug einsetzbar sind und gemeinsam spielen können.

Auf welcher Position findet sich Hector wieder?

Die Frage, auf welcher Position jedoch, wird der Coach beantworten müssen - Woche für Woche, denn in der aktuellen Form ist der Serbe trotz Trainingsrückstands schon vier Wochen nach seiner Ankunft in Köln aus der Startelf kaum noch wegzudenken.

Mladenovic links hinten oder links vorne, Hector auf der linken Verteidigerposition oder zurück auf die Sechs, wie in der Zeit vor Stanislawski? Am Samstag wird sich zeigen, wie Stöger die Frage für die Partie gegen Eintracht Frankfurt beantwortet.

Aus Hamburg berichtet Jürgen Blöhs

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