Bundesliga

11.12.2016 - 13:54 Uhr


Kölner Notelf schnuppert an der Überraschung

Artjoms Rudnevs (2. v. r.) brachte den 1. FC Köln in der ersten Halbzeit in Führung

Köln - Viel hat nicht gefehlt, und der 1. FC Köln hätte mit seiner Notelf den Vizemeister Borussia Dortmund geschlagen. Am Ende mussten sich die Domstädter nach dem Last-Minute-Ausgleich des BVB mit einem 1:1-Unentschieden begnügen. Doch der späte Treffer durch Marco Reus trübte die Kölner Freude nicht lange.

"Ich bin natürlich sehr zufrieden, wie die Jungs aufgetreten sind", meinte FC-Trainer Peter Stöger. "Dass wir in unserer personellen Situation so ein Spiel abliefern, bestätigt mich in meiner Einschätzung, warum ich so gerne mit dieser Mannschaft zusammenarbeite. Sie ist bereit, alles zu machen. Es war wichtig, dass wir nach dem 0:4 in Hoffenheim und dem Verlust eines weiteren Spielers bereit sind, für die Spiele bis Weihnachten. Unabhängig vom Ergebnis war unser Auftritt richtig gut."

"Unser Auftritt war richtig gut"

Eine einzige Unaufmerksamkeit hatte sich die ansonsten bravorös verteidigende Geißbock-Elf erlaubt, die allerdings ausgerechnet in der letzten Spielminute. In der drang Dortmunds Joker Adrian Ramos in den Kölner Strafraum ein und bediente Marco Reus. Der knallte den Ball aus kurzer Entfernung ins Kölner Gehäuse und sicherte dem BVB damit doch noch einen am Ende auch durchaus verdienten Punktgewinn. "Man kann gegen diese starken Dortmunder leider nicht 90 Minuten fehlerfrei verteidigen", meinte FC-Torhüter Thomas Kessler nach dem Abpfiff.

"Heute ärgern wir uns über das späte Gegentor, aber wenn wir uns morgen in die Augen schauen, werden wir stolz sein, dass wir eine solche Leistung gezeigt haben", fasste der Kölner Keeper die Gefühlslage der FC-Profis nach dem Abpfiff treffend zusammen. "Es war nach der letzten Woche eine sehr gute Leistung und enorme Steigerung", pflichtete ihm Innenverteidiger Mergim Mavraj bei. "Wir haben das in die Waagschale geworfen, was uns auszeichnet und uns zurzeit personell zur Verfügung steht. Dortmund hat es nicht geschafft, sein Spiel so zu entfalten, wie es das sonst gewohnt ist. Wenn man dann doch noch das Gegentor in der 90. Minute kriegt, ist das immer unglücklich. Die Performance war trotzdem gut."

"Die Performance war trotzdem gut"

Über 90 Minuten gesehen waren die Rheinländer dem Vizemeister auf Augenhöhe begegnet. Artjoms Rudnevs hatte in der 28. Minute nach einem Freistoß von Jonas Hector die unaufmerksame Dortmunder Abwehr düpiert und mit einem herrlichen Kopfballtor den FC in Führung gebracht. Es war sein Premierentor in Diensten des 1. FC Köln in der Bundesliga.

"Der Treffer wird ihm richtig gut tun", freute sich Peter Stöger für den aus Hamburg gekommenen Angreifer. "Es gibt sicher niemanden in diesem Club, der ihm diesen Treffer nicht gönnt. Rudi ist ein unglaublicher Teamplayer und echter Teamworker, der immer da ist, wenn man ihn braucht." Und diesmal wurde Rudnevs nach den Ausfällen von Timo Horn, Dominic Maroh, Leonardo Bittencourt, Marcel Risse und Simon Zoller gebraucht, zumal auch sein Sturmpartner Anthony Modeste angeschlagen war und in der Woche vor dem Spiel kaum trainiert hatte.

"Er ist ein unglaublich positiver Typ"

"Rudi rennt immer, wenn er reinkommt, als hätte er drei Batterien", lachte Thomas Kessler. "Der rennt und rennt und arbeitet mega für die Mannschaft. Er ist ein unglaublich positiver Typ." Sein Tor brachte Köln auf die Siegerstraße, den Dreier fast perfekt machen können, hätte Modeste kurz nach der Halbzeit. Der Franzose lief alleine auf BVB-Keeper Roman Weidenfeller zu, umkurvte diesen, verfehlte dann aber aus spitzen Winkel knapp das Tor. Es war die letzte Kölner Großchance in einem äußerst intensiven Spiel mit 44 Fouls, sechs gelben Karten und einer Ampelkarte für den Youngster Salih Özcan in der Nachspielzeit.

Dadurch muss der Effzeh seine Mannschaft auch beim kommenden Gastspiel in Bremen wieder umbauen. "Damit kennen wir uns ja aus in den letzten Wochen", zuckte Außenverteidiger Dominique Heintz nur kurz die Schultern. "Davon lassen wir uns nicht unterkriegen." Zwei Spiele müssen die Kölner noch vor der Winterpause absolvieren. Nach der Partie an der Weser kommt drei Tage vor Heiligabend Bayer Leverkusen zum Derby ins RheinEnergieStadion. "Wir wollen die Position, die wir jetzt erreicht haben, verteidigen. Wir haben uns in der Hinrunde eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Unser Ziel ist ganz klar die maximale Punkteausbeute", gibt Mergim Mavraj die Marschroute für den letzten Kraftakt vor.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski

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