Bundesliga

05.03.2016 - 20:31 Uhr


Knipser Koo im Gefühlschaos

Ja-Cheol Koo (l.) ist der erste Augsburger, dem in der Bundesliga ein Hattrick gelungen ist

Augsburg - Was für ein Gefühlschaos für Ja-Cheol Koo. Der Koreaner schnürt den ersten Dreierpack seiner Karriere und verewigt sich auch in der Bundesliga-Geschichte des FC Augsburg - große Freude darüber will anschließend aber nicht so recht aufkommen, weil sich der FCA am Ende gegen Bayer 04 Leverkusen mit einem 3:3 zufrieden geben muss.

In der 57. Minute war die Augsburger Welt noch in Ordnung, insbesondere die des Knipsers Koo. Gerade hatte der 27-Jährige mit einem sehenswerten Schuss in den rechten Winkel seinen dritten Treffer des Tages erzielt und damit den ersten Sieg des FC Augsburg gegen Leverkusen in der Bundesliga in greifbare Nähe gerückt. Doch in der Nachspielzeit entriss Hakan Calhanoglu mit einem verwandelten Handelfmeter den Hausherren noch die sicher geglaubten drei Punkte. "Man kann sagen, das ist eine Katastrophe", sagte Koo.

Erster Dreierpack eines Augsburgers in der Bundesliga

Statt der Freude über seinen Dreierpack, dem ersten eines Augsburger Profis in der Bundesliga überhaupt, überwog beim Mittelfeldspieler daher eher die Trauer über den verpassten Big Point im Abstiegskampf. "Das ist wirklich schade", räumte Koo ein. "Wir wollten die drei Punkte zuhause holen, deshalb haben wir Vollgas gegeben." Dass sich die Augsburger nach nur einem Sieg in den ersten sieben Rückrundenpartien einiges vorgenommen hatten, war vom Anpfiff weg spürbar. Und dieser Einsatz wurde gleich in der fünften Minute durch Koos ersten Treffer belohnt.

Eine Minute vor der Pause folgte sein zweiter - erst zum zweiten Mal traf er damit doppelt in einem Bundesligaspiel, im April 2015 noch im Mainzer Trikot ebenfalls gegen Leverkusen. Doch wie beim 2:3 damals, reichten auch diesmal Koos Knipserqualitäten nicht zum Sieg seiner Mannschaft. Den Bruch im Augsburger Spiel nach seinem dritten Treffer konnte sich der koreanische Nationalspieler dabei nicht wirklich erklären. "Alle haben wirklich gut gearbeitet", stellte er fest.

"Unser Akku war leer"

War es im siebten Spiel binnen 21 Tagen am Ende eine Frage der fehlenden Kraft? "Das kann sein", gab Koo zu. "Wir haben wirklich viele Spiele gespielt und haben auch viele verletzte Spieler. Es kann sein, dass die Spieler ein bisschen müde sind." Auch Augsburgs Trainer Markus Weinzierl, der kurzfristig noch die angeschlagenen Raul Bobadilla und Ragnar Klavan ersetzen musste, stimmte dem zu. "Unser Akku war leer nach den intensiven Wochen und vielen Blessuren", sagte der Coach. "Dennoch dürfen wir ein 3:0 nicht mehr hergeben."

In der bevorstehenden normalen Trainingswoche haben die Augsburger nun genügend Zeit, diesen Nackenschlag zu verarbeiten und Kraft zu tanken für die bevorstehende Aufgabe am Samstag beim SV Darmstadt 98, einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Und nach der 0:2-Heimniederlage im Hinspiel haben die Fuggerstädter gegen den Aufsteiger noch eine Rechnung zu begleichen.

"Wir brauchen in jedem Spiel Punkte"

Die seiner Meinung nach gefühlte Niederlage gegen Leverkusen legte Koo daher schnellstmöglich zu den Akten. "Wir müssen dieses Spiel schnell vergessen", sagte er. "Ich denke das nächste Spiel gegen Darmstadt wird jetzt noch wichtiger."

Gerademal zwei Punkte beträgt der Vorsprung des FC Augsburg auf die Abstiegszone. Doch Koo ist optimistisch, dass sich dieser Abstand am kommenden Wochenende zumindest nicht verringert: "Wir müssen bis zum Ende der Saison weiter arbeiten. Wir brauchen natürlich in jedem Spiel Punkte. Wir haben heute einen Punkt geholt und holen nächste Woche hoffentlich drei."

Aus Augsburg berichtet Maximilian Lotz

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